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Angeklagter hatte im Wahn in Dresden fast ein Haus in die Luft gesprengt

Prozess Angeklagter hatte im Wahn in Dresden fast ein Haus in die Luft gesprengt

Wegen Straftaten aus dem Jahr 2013 ist am Dienstag ein 40-Jähriger vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Unter anderem hatte er mutmaßlich im Drogenwahn versucht, sein Wohnhaus zu sprengen.

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Quelle: dpa

Dresden. Henry S. ist 40 Jahre alt, viel gehabt hat er von seinem Leben nicht. 1997 hat der Maler und Lackierer ausgelernt, gearbeitet hat er so gut wie nie – er war entweder besoffen oder zugedröhnt, saß im Gefängnis, einmal sieben Jahre wegen Totschlags, war zur Entgiftung, zur Therapie oder in der Klinik. Alkohol und Drogen bestimmten sein Leben. Er hat keine Behandlung durchgehalten und wurde immer wieder rückfällig. Auch jetzt, da er wohl die Kurve bekommen hat, wird er von seiner Sucht eingeholt. Wegen Straftaten aus dem Jahr 2013 wurde er am Dienstag vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Da er in Therapie oder nicht auffindbar war, konnte nicht eher verhandelt werden.

Der Angeklagte hatte damals seine Wohnung in der Leutewitzer Straße in Dresden einem Herrn T. zur Verfügung gestellt, der dort 200 Marihuanapflanzen aufzog. Dafür bekam Henry S. monatlich 100 Euro und 20 bis 30 Gramm von dem Stoff. Am 23. Juni 2013 rief er dann die Polizei an und erzählte von der Indoor-Plantage. Warum, wollte er vor Gericht nicht sagen. Vielleicht litt er schon zu der Zeit unter Verfolgungswahn und fühlte sich beobachtet. Diese Zustände wurden schlimmer. Knapp einen Monat später öffnete er in seiner Wohnung alle Gashähne, zündete zwei Kerzen an und verließ die Wohnung. Auch diesmal rief er die Polizei an, erzählte, dass Gas austrete und es bald einen großen Knall gebe. Die Rettungskräfte waren rechtzeitig vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern. Das hätte für viele Anwohner auch anders ausgehen können.

Auf der Straße trafen sie auf Henry S., der sie fragte, warum die Bude noch nicht in die Luft geflogen wäre „Er erzählte wirres Zeug, war völlig durcheinander und hatte Wahnvorstellungen.“ Der Angeklagte wurde in die Psychiatrie in Arnsdorf eingewiesen. Offenbar hat es dort dann doch klick gemacht, der 40-Jährige hat inzwischen erfolgreich eine Therapie absolviert, ist clean und scheint sich um ein normales Leben zu bemühen. Vielleicht hält er diesmal durch.

Von Monika Löffler

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