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Angeklagter betrieb mit Drogen schwunghaften Ost-West-Handel – falscher Zeuge im Gericht

Landgericht Dresden Angeklagter betrieb mit Drogen schwunghaften Ost-West-Handel – falscher Zeuge im Gericht

Für eine ganz besondere kriminelle Energie muss sich ein 49-jähriger Mann derzeit vor dem Landgericht Dresden verantworten. Er betrieb einen schwunghaften Ost-West-Handel mit Drogen.

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Quelle: dpa

Dresden. Manchmal steckt der Teufel wirklich im Detail. Daniel B. war am Mittwoch als Zeuge in einem Prozess am Landgericht geladen worden. Er soll den Angeklagten mit Crystal beliefert haben und sitzt derzeit in Haft. Der junge Mann, der aus der JVA Dresden zur Verhandlung gebracht wurde, heißt auch Daniel und hat auch fast den gleichen Nachnamen wie der erwartete Zeuge, aber eben nur fast. Der 27-Jährige hatte ein „e“ zuviel am Ende des Familiennamens. „Der den sie wollen, sitzt in Bautzen“, erklärte er dem Richter lakonisch. Der falsche Daniel wurde – grinsend – zurückgebracht.

Angeklagt war Michael K., der schon einige Zeit seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbracht hat – den es aber irgendwie immer wieder ins Gefängnis zieht. Kommt er raus, macht er neuen Unfug und zieht wieder ein. Der 49-Jährige ist erheblich vorbestraft, unter anderem wegen Drogenhandels. Nach seiner letzten Entlassung hatte er eine zwar sehr einträgliche aber nicht legale Geschäftsidee: Crystal nicht in Dresden verkaufen, sondern in den Altbundesländern – da ist die Gewinnspanne viel größer. Das liegt an der Nähe Dresdens zu Tschechien, wo das Zeug in illegalen Drogenküchen im großen Stil zusammengerührt wird. So ist Crystal hier viel billiger zu haben als im Westen Deutschlands. Ein Fall von Angebot und Nachfrage. Einige Zeit funktionierte das auch, dann wurde Michael K. festgenommen.

Der Angeklagte kaufte bei diversen Händlern in Dresden Crystal für 45 bis 60 Euro pro Gramm, fuhr in den Westen und vertickte dort das Gramm für 100 Euro. Und der 49-Jährige war fleißig unterwegs, wie ein Vertreter oder Handelsreisender. Er baute sich einen Kundenstamm auf und hatte Käufer in Essen, Kassel, Dortmund Saarbrücken, Baden-Baden, Hannover, Frankfurt am Main. Der Bedarf an dem Zeug war groß – so fuhr er zum Beispiel einmal an einem Tag nach Kaiserslautern, Köln und Bonn, um seine Ware pünktlich zu liefern.

Zwischen September 2015 und Mai 2016 brachte er rund dreieinhalb Kilo an den Mann beziehungsweise die Frau. Der Gewinn war erheblich. Er hatte in Dresden Crystal für 153 000 Euro gekauft und nahm durch den Weiterverkauf 340 000 Euro ein – macht in acht Monaten einen Gewinn von 187 000 Euro, und das unversteuert.

Allerdings geht jeder Krug nur solange zu Wasser bis er bricht. Einer seiner diversen Lieferanten in Dresden war hochgenommen worden und hatte bei der Polizei geplaudert. Die nahm Michale K. genauer unter die Lupe, beobachtete ihn und sein Tun. Als der Angeklagte am 24. Mai 2016 mit dem Zug aus Kassel in Dresden eintraf klickten die Handschellen. Die Auswertungen seines Handys ergaben, wo er überall unterwegs war.

Zu den Vorwürfen wollte sich Michael K. nicht äußern. So ist die Kammer auf Zeugenaussagen angewiesen. Zum Beispiel die vom richtigen Daniel B.

Von Monika Löffler

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