Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Angeklagte mauern bei ihren Aussagen zur S-Bahn-Attacke in Dresden-Zschachwitz
Dresden Lokales Angeklagte mauern bei ihren Aussagen zur S-Bahn-Attacke in Dresden-Zschachwitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:07 20.10.2017
Radouan K. und Chakir A. beim Prozessauftakt am Mittwoch.   Quelle: Monika Löffler
Dresden

 „Vom Recht zur Lüge steht nichts in der Strafprozessordnung“, erklärte Richter Herbert Pröls mehrmals in Richtung der Angeklagten. Der Mann ist ein gestandener Richter, kam am Donnerstag aber wohl doch manchmal an seine Grenzen. Es war aber auch hanebüchen, was die beiden Männer da erzählten. Ihre Einlassungen waren nicht einfach nur abwiegelnde Märchen, wie man sie gelegentlich von Angeklagten hört, sondern manchmal fast schon Unverschämtheiten gegenüber dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage. Glauben sie wirklich, dass ihnen jemand diesen Unfug abnimmt? Und das betrifft sowohl ihre Aussagen zu ihren persönlichen Verhältnissen als auch zur Tat.

Der Marokkaner Chakir A. und der Libyer Radouan K. müssen sich wegen versuchten Totschlags vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts verantworten. Sie sollen, am frühen Morgen des 17. März 2017 einen 41-jährigen Mann am Haltpunkt Zschachwitz mit seinem Fahrrad auf die Gleise des Bahnsteigs gestoßen und – trotz einfahrenden Zuges – daran gehindert zu haben, aus dem Gleisbett zurück auf den Bahnsteig zu gelangen. Der Zugführer brachte mit einer Vollbremsung die S-Bahn wenige Meter vor dem Mann zu Stehen.

Mehr zum Thema

Prozessauftakt: Mutmaßliche „S-Bahn-Schubser“ vor Gericht

Anklage wegen versuchten Totschlags gegen Zschachwitzer S-Bahn-Schubser

Mann auf Gleise gestoßen: Staatsanwaltschaft nimmt Beschuldigte fest

Staatsanwaltschaft lässt Verdächtige laufen

Chakir A. kann sich an den „Vorfall“, wie er es nennt, kaum erinnern und begründete dies mit dem Konsum von zehn bis zwölf Flaschen Bier, drei Flaschen Wein, einer halben Flasche Whiskey und einer Pille, die für absoluten Gedächtnisschwund sorgen würde. Eines weiß der 24-Jährige aber ganz genau, der andere hat angefangen. Er habe den Radfahrer höflich um Feuer gebeten und der habe „fick dich“ gesagt. Weil er sich beleidigt fühlte, habe er ihm gegen das Rad getreten, worauf ihn der Mann geschlagen und gegen einen Pfeiler gestoßen habe. Er habe ihn dann weggeschubst. Mehr wisse er nicht. Die Erinnerung setze erst wieder ein, als er von der Polizei aus dem Zug geholt wurde.

Da passt manches nicht. Warum zum Beispiel fragt der Nichtraucher einen wildfremden Mann nach Feuer, wenn sein Kumpan ein Feuerzeug dabei hatte? Und warum hat er von der Beleidigung nicht schon bei seinen Vernehmungen erzählt, sondern kam gestern damit raus, wie „Kai aus der Kiste“?

Radouan K., der sich teils genervt, teils gelangweilt präsentierte, will mit der Tat gar nichts zu tun haben. Motto: nur dabei, statt mittendrin. Chakir A. habe mit dem Radfahrer gesprochen und den dann auf die Gleise geschubst. Warum, wisse er nicht. Der Mann sei wieder hochgekommen, habe A. geschlagen und sei von dem dann wieder zurückgestoßen worden, erklärte der 29-Jährige. Da er mit der Sache nichts zu tun haben wollte, sei er in den Zug gestiegen, dann kam die Polizei. An mehr könne er sich nicht erinnern. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ab kommendem Frühjahr wird am Flughafen Dresden die lange geforderte Verbindung in die Partnerstadt St. Petersburg aufgenommen. Von Ende April 2018 bis zunächst Ende Oktober soll die Strecke zweimal pro Woche bedient werden. Auch Barcelona wird künftig wieder drei Mal pro Woche erreichbar sein.

20.10.2017

Am Dienstag, dem 24. Oktober um 19 Uhr, findet im Stadtmuseum auf der Wilsdruffer Straße 2 die zweiten Veranstaltung im Rahmen der Themenreihe „Ich fühle was, was Du nicht siehst“ statt.

20.10.2017

Ein havariertes Kleinflugzeug hat am Freitagmittag die einziges Start- und Landebahn des Flughafens Dresden blockiert. Ein Flughafensprecher sagte, das zweimotorige Kleinflugzeug mit schwedischer Kennung habe beim Startversuch ein Fahrwerksschaden erlitten.

20.10.2017