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Lokales Angeklagte jagten beim Drogenpanschen Wohnung in die Luft
Dresden Lokales Angeklagte jagten beim Drogenpanschen Wohnung in die Luft
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10:40 15.03.2018
Am 16. Oktober kam es gegen 19 Uhr in einem Wohnhaus am Dreyßigplatz zu einer Explosion.   Quelle: Foto: R. Halkasch
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Dresden

 „Das war eine absolute Dummheit“, sagte gestern Heiko S. im Amtsgericht. Da hat der 35-Jährige absolut recht. Wobei „dumm“ eigentlich noch geschmeichelt ist – die Sache war selten dämlich. Heimlich, still und leise hatte der 35-Jährige hatte in seiner Wohnung am Dreißigplatz in Mickten 20 Marihuanapflanzen aufgezogen, um daraus Haschischöl herstellen. Die illegale Aktion endete mit einem Riesenknall und drei verwüsteten Wohnungen.

Am Abend des 16. Oktober 2017 gab es in seiner Wohnung in der vierten Etage des Mehrfamilienhauses eine Verpuffung, durch die Wucht der Explosion wurde eine Zwischenwand vom Wohnzimmer zur Küche zerstört und eine Schlafzimmerwand in die Nachbarwohnung gerückt. Zudem kam es zu einem Wasserrohrbruch. Sachschaden rund 40 000 Euro. Heiko S. und sein Freund Marcus K., der sich zu der Zeit in der Wohnung aufhielt, erlitten schwere Verbrennungen an Armen, Händen und im Gesicht, wurden ins Krankenhaus gebracht und wanderten dann in Untersuchungshaft, nachdem die Polizei die Indoorplantage entdeckt hatte. Gestern standen beide vor dem Amtsgericht. Es ging um eine fahrlässige Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und unerlaubten Drogenbesitz.

Den Hauptteil der Anklage hat Heiko S. zu verantworten, er hat in der Wohnung die Plantage angelegt und dort Marihuanapflanzen aufgezogen, und das sehr professional. „Das war nicht für den Verkauf nur für meinen Eigenbedarf. Ich habe ab und zu einen Joint geraucht“, erklärte“, erklärte er. Das scheint zu stimmen, im Laufe der Ermittlungen konnte ihm kein Drogenhandel nachgewiesen werden. Um die Konzentration der Droge zu erhöhen und sie flexibler zu machen, wollte er aus den Pflanzen Haschischöl herstellen. „Das kann man auch zum Kochen oder Backen verwenden“, begründete er dies.

Am 16. Oktober war Heiko S. damit beschäftigt aus den Marihuanapflanzen Öl zu machen, das unter Hitzeeinwirkung aus den Blüten gewonnen wird. Dafür verwendete er Sprayflaschen für Feuerzeugbenzin. Sein Freund Marcus K., der ihn dann besuchte, half zwar nicht mit, wusste aber von den Plantage und was sein Kumpel da gerade fabrizierte. Heiko S. war nicht sehr sorgsam gewesen, das hochentzündliche Butan in den Kartuschen hatte sich in der ganzen Wohnung ausgebreitet – als er sich dann einen Joint anzündete, rummste es.

Die beiden Angeklagten haben sich nie etwas zu schulden kommen lassen, arbeiten hart und stehen mit beiden Beinen im Leben – sie haben aber ab und zu einen Joint geraucht, und das flog ihnen im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren.

Heiko S. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteil – Markus K. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro. Zudemmüssen sie die Prozesskosten zahlen und den Schaden wiedergutmachen

Von Monika Löffler

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