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Lokales Angefunkt: Dresdner Schüler fragen Astronaut Gerst auf der ISS
Dresden Lokales Angefunkt: Dresdner Schüler fragen Astronaut Gerst auf der ISS
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17:45 09.09.2015
Die Dresdner Schüler funkten im DLR School Lab den Astronauten Alexander Gerst auf der ISS an. Quelle: Dominik Brüggemann

Irdische Dinge wie sein Lieblingsessen im Orbit, Fragen zum Putzplan und zum Leben mit 16 Sonnenaufgängen pro Tag stellten die jungen Amateurfunker.

Alexander Gerst hat sich an die Schwerelosigkeit gewöhnt. Quelle: NASA TV
Was die Kinder und Gerst in diesem Moment eint: Sie alle sind Amateuerfunker. Einen kleinen Schritt zum Astronauten haben die Dresdner Jugendlichen somit getan. Zwischen dem ausgebildeten Astronauten und den Kindern der provisorischen Funkzentrale im „DLR School Lab“ in den Technischen Sammlungen liegen jedoch noch rund 413 Höhenkilometer und ein knallhartes Training für die ISS-Mission „Bluedot“, die für Gerst bereits am Montag mit der Rückkehr zur Erde erfolgreich enden soll.

„Allein die Chance als Schüler mit Herrn Gerst direkt zu kommunizieren, ist genial“, ordnet Dr. Tino Schmiel, vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Dresden, die Frageminuten ein. Nur sieben Minuten bleiben den Jugendlichen, um ihre Fragen per Funk zur ISS zu schicken. Unterbrochen von einem lauten Rauschen dringt Alexander Gersts Stimme jedoch klar und deutlich in die Technischen Sammlungen. Für Dr. Janina Hahn, Leiterin des „DLR School Lab“, ist die Funk-Mission ein voller Erfolg. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit hierfür überhaupt erhalten haben“. Geholfen habe auch eine misslungene Transportmission zur ISS vor einigen Wochen, die Gerst an diesem Samstag etwas mehr Spielraum in seinem Arbeitstag verschafft habe. In der Regel arbeiten die sechs Astronauten, die zeitgleich auf der ISS forschen und leben, an sechs Tagen in der Woche. Samstags stehen mindestens vier Arbeitsstunden auf dem Plan.

Die Frankfurter Schüler wurden bei ihren Fragen durch ein starkes Funkrauschen beeinträchtigt, und die Jugendlichen wurde nicht alle geplanten Fragen los. Die 13-jährige Adina von der Frankfurter Wöhlerschule bekam auf ihre Frage, ob Gerst schwitze oder friere, die Antwort: „Das ist genau gleich wie auf der Erde auch, wenn ich hier Sport mache, schwitze ich“. Für die kosmischen Strahlen, denen der 38-Jährige Gerst und seine Kollegen an Bord der ISS ausgesetzt sind, interessierte sich die 16-jährige Lia. „Hier oben bekomme ich an einem Tag soviel Strahlung ab wie in einem Jahr auf der Erde“, so Gerst in seiner Antwort. Weitere Fragen drehten sich um die Experimente an Bord oder um außerirdisches Leben. Die Schüler aus Dresden und Frankfurt wurden dabei von der internationalen Organisation Ariss unterstützt, die Funkkontakte zur ISS organisiert. Raumfahrt-Fans konnten den Austausch via Live-Stream im Internet verfolgen. Gersts Mission soll am 10. November enden. Dann kehrt er mit einer Sojus-Kapsel auf die Erde zurück und wird erstmals wieder seit sechs Monaten die Schwerkraft der Erde spüren.

Die Posititon der ISS zur Nachverfolgung im Internet.

Dominik Brüggemann

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