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Angebliches Opfer hat dreist gelogen

Räuberpistole Angebliches Opfer hat dreist gelogen

Manchmal kommt es anders als man denkt, das gilt auch für den gestrigen Fall im Amtsgericht, das Opfer und die drei Männer, die gestern im Amtsgericht Dresden auf der Anklagebank saßen.

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Quelle: dpa

Dresden. Manchmal kommt es anders als man denkt, das gilt auch für den gestrigen Fall im Amtsgericht, das Opfer und die drei Männer die gestern auf der Anklagebank saßen. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen versuchte räuberische Erpressung und Nötig vor. Die drei Männer suchten Felix W. in dessen Autowerkstatt in Sporbitz auf. Steffen B. soll dann von ihm 1400 Euro gefordert und, um die Situation bedrohlich zu machen, seine zwei kräftig gebauten Begleiter als „gebrochen Deutsch sprechende Freunde“ vorgestellt haben. Da Felix W. kein Geld in der Werkstatt hatte, sei Steffen B. ins Büro gegangen, habe 70 Euro aus der Kasse genommen und gedroht, dass etwas passieren würde, wenn er sein Geld nicht binnen einer Woche bekomme. Danach habe das Trio Werkzeug für 1200 Euro, die Starterbox eines Kunden für 130 Euro sowie ein Folienrolle mitgenommen und die Werkstatt verlassen. Felix W. zahlte nicht und ging zur Polizei. Er habe die Drohung sehr ernst genommen und Angst um Frau und Kind gehabt, so das Opfer.

Das hatte Felix W. zumindest der Polizei und der Staatsanwaltschaft 2013 erzählt. Seit der Zeit befasst sich die Justiz mit dem Fall, denn es gab immer neue Überraschungen. Gestern relativierte sich einiges, da konnte man schon fast fragen, wer hier denn eigentlich auf die Anklagebank gehört. Denn was Felix W. erzählt hatte, stimmte nicht. Der 43-Jährige hat die Polizei und die Staatsanwaltschaft belogen. Fakt ist, das Trio war bei ihm in der Werkstatt – ein Anstandsbesuch wird es nicht gewesen sein - und Steffen B. hat Geld gefordert. Nur lief die Geschichte etwas anders.

Bei der Polizei hatte W. erklärt und unterschrieben, dass die Geldforderung von Steffen B. absolut unberechtigt sei und er weder bei ihm noch bei anderen Schulden habe. Falsch, er wusste, dass er ihm Geld schuldete, es gab schon einen Vollstreckungsbescheid. Felix W. hatte Waren bei ihm bestellt aber nicht bezahlt. Auch andere Leute liefen jahrelang ihrem Geld hinterher und mussten es durch Zwangsvollstreckungen eintreiben. Der 43-Jährige war Pleite,ignorierte aber alle Mahnungen und Forderungen.

Gestern redete er sich um Kopf und Kragen. Dass er keine Schulden habe, müsse die Polizei falsch verstanden haben. Das Kind, um das er sich damals so gesorgt hatte, wurde erst zwei Jahre später geboren. Es wurde auch nicht gesagt, dass die Männer im Dunkeln wiederkommen. Steffen B. hat sich die 70 Euro nicht einfach genommen, wie der 43-Jährige behauptet hatte, sondern er hat sie ihm gegeben und das Werkzeug und die Starterhilfe wurden nicht geklaut, sondern waren ein Pfand, das sagte Felix W. gestern selbst. Er habe die Dinge nie zurückbekommen, beschwerte er sich . Das war nicht möglich, er hatte sich ja unsichtbar gemacht und zahlt erst seit 2017. Nach der Verhandlung übergaben die Männer die Sachen, sie hatten sie extra mitgebracht.

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen die drei Angeklagten eingestellt, ihre Auslagen müssen sie allerdings selbst tragen. Felix W. hat seine Selbstständigkeit inzwischen aufgegeben, ist vielleicht auch besser so. Ein seriöser Geschäftsmann war er nicht.

Von Monika Löffler

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