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Lokales An der Grundschule "Johanna" werden fremdsprachliche Kinder integriert
Dresden Lokales An der Grundschule "Johanna" werden fremdsprachliche Kinder integriert
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23:41 09.09.2015
Die Kinder der 3. und 4. Klasse an der "Johanna" begeisterten Kultusministerin Brunhild Kurth gestern mit ihren Deutschkenntnissen. Quelle: Arno Burgi, dpa

"Schüler, die erst ein halbes Jahr bei uns sind, konnte sich mit ihr unterhalten."

Darauf können die Lehrer in der Johannstadt durchaus stolz sein. Denn an der "Johanna" wird Deutsch als Zweitsprache (DaZ) angeboten. Von den rund 260 Kindern, die hier von 17 Lehrern in 12 Klassen unterrichtet werden, haben 150 einen Migrationshintergrund, aber vielen merke man das nicht einmal an. Sie leben schon lange hier, beherrschen die Sprache altersgemäß. "95 Kinder haben bei uns Deutsch als Zweitsprache", erläuterte Frau Wenk. Für den Mehraufwand, der in Schulen wie der "Johanna" nötig ist, hatte die Kultusministerin gestern etwas aus dem "Asylpaket" der schwarz-roten Landesregierung mitgebracht. 5,7 Millionen Euro zusätzlich will das Land für die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund ausgeben - für mehr Lehrer, mehr Kurse an Berufsschulen und mehr herkunftssprachlichen Unterricht. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der zwei- und mehrsprachig aufwachsenden Schüler landesweit um mehr als 70 Prozent gestiegen. Derzeit erhalten 3070 Mädchen und Jungen von 200 Lehrern DaZ-Unterricht.

Schulleiterin Wenk verwies darauf, dass die Kinder nicht nur aus Asylbewerberfamilien kommen. In vielen Fällen seien die Eltern Studenten oder Mitarbeiter in Dresdner Firmen. Drei Etappen durchlaufen die Kleinen bei der Integration auch an der "Johanna". Zunächst lernen sie ganz alltägliche Dinge mit Bildkarten, Geräuschen und einfachen Tätigkeiten. Der Unterricht erfolgt in Deutsch. Bei Kindern aus 29 Ländern (Libanon, Vietnam, Korea, Iran, Neuseeland und anderen) kann sowieso nicht immer ein Dolmetscher dabei sein. Nach fünf bis sechs Wochen wechseln die Schüler schon in den Regelunterricht, zunächst in Fächer mit geringeren sprachlichen Anforderungen wie Sport. Je nach Lernfortschritt werden die Kinder immer weiter in den normalen Schulbetrieb integriert. In der dritten Etappe kommen dann auch Noten dazu.

In den DaZ-Gruppen habe ein Lehrer höchstens 15 Kinder zu betreuen, meist seien es etwa 10. Natürlich würden gelegentlich kulturelle Unterschiede zwischen den Herkunftsländern und Deutschland sichtbar. Grundsätzlich gebe es mit den ausländischen Kindern aber auch keine anderen Probleme als mit den deutschen. Wenk wünschte sich mehr Schulsozialarbeiter. Die Kinder hätten sehr viel Potenzial, das sei eine Bereicherung für Deutschland.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.03.2015

Ingolf Pleil

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