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Lokales An der Bergstraße steht Dresdens fleißigster Blitzer
Dresden Lokales An der Bergstraße steht Dresdens fleißigster Blitzer
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19:05 08.08.2018
Nirgendwo in Dresden blitzt es derzeit häufiger als an der Bergstraße. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der nicht mehr ganz so neue Blitzer an der Bergstraße erfreut sich bei Rasern in Dresden ungebrochen hoher Beliebtheit. Seit genau einem halben Jahr tut der Starenkasten unweit der Luftmessstation seinen Dienst. 12 629 Ordnungswidrigkeitsverfahren und Einnahmen über rund 229 000 Euro hat er seither verbucht. Damit ist er derzeit Dresdens fleißigster Blitzer.

Zum Vergleich: Der bisherige Spitzenreiter unter den momentan 19 aktiven Blitzern im Stadtgebiet, der auf der Waldschlößchenbrücke in Richtung Altstadt, hat 17 457 Raser erwischt – im ganzen Jahr 2017 wohlgemerkt. Diesen Wert dürfte der Bergstraßenblitzer bereits in wenigen Monaten erreicht haben. Zumal ein Gewöhnungseffekt an der Bergstraße bisher auf sich warten lässt. „Die monatliche Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen bleibt auf einem sehr hohen Wert“, teilt das Ordnungsamt auf DNN-Anfrage mit. Dort hatte man eigentlich mit einem Nachlassen der von Anfang an hohen Messzahlen nach einigen Wochen gerechnet.

Was die Einnahmen betrifft, wird es für den Bergstraßenblitzer jedoch knapp mit einem Sprung an die Spitzenposition. 2017 hat der in Richtung Altstadt gelegene Blitzer auf der Waldschlößchenbrücke 516 480 Euro eingenommen. Fraglich, ob der neue an der steilen Strecke in der Südvorstadt das noch übertrumpfen kann. Betrachtet man die Jahreseinnahmen rangiert zudem derzeit noch ein weiterer Blitzer vor ihm: 10 902 Raser erwischte der in der Nähe der Autobahnabfahrt Hellerau an der Radeburger Straße gelegene Blitzer im Jahr 2017 und brachte der Bußgeldkasse dadurch rund 263 000 Euro.

Dass die Einnahmen pro Raser an der Bergstraße niedriger sind, bedeutet vor allem eines: Viele der erwischten Bleifüße sind dort nur wenige Stundenkilometer über dem erlaubten Limit von 50 Km/h unterwegs. Einzelne „Spitzenleistungen“ wie die des Rasers, der sein Auto im Frühjahr mit 104 Stundenkilometern an dem aufmerksamen Apparat vorbeisteuerte, sind die Ausnahme.

Allerdings soll das Gerät genau diesen häufigen Überschreitungen um wenige Stundenkilometer ein Ende bereiten. Denn bei einem Auto mit Dieselmotor (1,6 Liter Hubraum) verdoppelt sich der Schadstoffausstoß bei Tempo 60 gegenüber der Fahrt mit 50 Kilometern pro Stunde von 400 auf 820 Milligramm Stickoxid pro Kilometer, hat eine Untersuchung von Fachleuten des Lehrstuhls für Verbrennungsmotoren an der Technischen Universität Dresden und des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ergeben. Die Wissenschaftler gaben damit die Begründung für den neuen Blitzerstandort, denn die Luftmessstation an der Bergstraße hat zuvor jahrelang Stickoxidbelastungen jenseits der zulässigen Grenzwerte gemessen. Das hat zwar auch etwas mit dem ungewöhnlich nah am Straßenrand gelegenen Standort der Messstation zu tun, der in einem langwierigen Prozess überprüft werden soll. Dessen ungeachtet soll der fleißige Blitzer in diesem Sinne Diesel-Fahrverbote verhindern – sobald er die Autofahrer durch sein häufiges Blitzen zu einer regelkonformen Fahrweise gebracht hat.

Der Bergstraßenblitzer bleibt 2018 nicht der einzige neue in Dresden. Das Ordnungsamt plant, zwei von drei derzeit blinden Blitzern im Stadtgebiet, den vom Rathenauplatz und dem vom Georgplatz, an neue Standorte zu verpflanzen und dort scharf zu stellen. Die Kosten von 2380 Euro je Umsetzung dürften sie am neuen Standort schnell wieder hereinspielen, wenn man das Blitzlichtgewitter von der Bergstraße zum Maßstab nimmt. Außerdem sollen zwei gänzlich neue Blitzer hinzukommen, die auch Rotlichtfahrer in den Fokus nehmen. Das machen bisher vergleichsweise wenige Blitzer in Dresden, genau drei waren es 2017. Seit zwei, drei Jahren bemerkt man im Rathaus jedoch, dass es gerade an Fußgängerampeln vermehrt Probleme mit rücksichtslos durchfahrenden Autofahrern gibt. Wann und wohin die neuen Starenkästen kommen, will man im Ordnungsamt noch nicht verraten. Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass dieses Geheimnis relativ bald gelüftet wird.

Von Uwe Hofmann

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