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Lokales Amtsrichter verknacken Kirchendieb
Dresden Lokales Amtsrichter verknacken Kirchendieb
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19:56 21.04.2017
Justizia hat gesprochen: Wer in Kirchen stiehlt, gehört hinter Gitter. Quelle: dpa
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Dresden

2013 kam Piotr S. nach Dresden. Zuvor hatte er in Polen mehrere Jahre im Gefängnis gesessen – zu Unrecht, wie er betonte. Er versprach sich in Deutschland ein besseres Leben und entdeckte in Dresden seine Liebe zu Kirchen. Allerdings kam er nicht zum Beten, sondern zum Klauen. Besonders perfide: Er beklaute die, die ihm halfen. Der 42-Jährige fand wegen ständigen Alkoholmissbrauchs keine Arbeit, lebte auf der Straße, bekam aber Hilfe von der Diakonie und in den Nachtcafés der Kirchen. Dort erhielt er eine warme Mahlzeit, Getränke, einen Schlafplatz und ein Frühstück. Während seines Aufenthalts in den Einrichtungen kundschaftete er alles aus. Dann kam er – ungebeten – wieder.

Der Angeklagte hatte sich unter anderem in der Pfarrei der „Heiligen Familie“ auf der Meußlitzer Straße einschließen lassen. Da er nichts Stehlenswertes fand, ließ sich nur die Lebensmittel in der Küche schmecken. Er war ins Pfarrhaus der Zionsgemeinde auf der Bayrischen Straße eingestiegen und hatte erheblichen Sachschaden verursacht. Im November 2016 ließ er in der katholischen Hofkirche eine Geldkassette mitgehen – mit rund 200 Euro in Scheinen und Münzen. Doch er wurde vom Organisten überrascht. „Er kam nach der Abendmesse aus einem abgesperrten Raum und lief, als wir ihn angesprochen hatten, weg. Ich hinterher.“ Piotr S. rannte am Fürstenzug vorbei über den Neumarkt, kehrte dann in die Hofkirche zurück, warf das Münzgeld auf einen Tisch und flüchtete erneut. Kurz danach wurde er festgenommen – die Geldscheine hatte er noch bei sich.

Der Angeklagte räumte diese Vorwürfe ein. „Ich entschuldige mich. Grund ist der Alkohol. Wenn ich nüchtern bin, bin ich ein anderer Mensch. Angeklagt war noch ein Einbruch im Juli 2015 in die frisch sanierte Weinbergskirche in Trachau. Der Pfarrer hatte in nachts Geräusche gehört und war der Sache nachgegangen. Er bemerkte demolierte Türen sowie seinen Laptop in einer Ecke und überraschte dann zwei Männer, die gerade dabei waren, den Tresor zu knacken. Als sie ihn sahen, traten sie die Flucht an. Die Beteiligung daran wies Piotr S. zurück. „Damit habe ich nichts zu tun.“ Da ihm die Tat nicht nachgewiesen werden konnte, wurde dieser Vorwurf fallengelassen. Wegen der anderen Taten wurde der 42-Jährige, der in Polen aber auch Italien vorbestraft ist, vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt.

Von Monika Löffler

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