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Lokales Amtsgericht Dresden verhandelte Straftaten eines 26-Jährigen im Alkoholrausch
Dresden Lokales Amtsgericht Dresden verhandelte Straftaten eines 26-Jährigen im Alkoholrausch
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18:17 30.01.2017
Quelle: dpa
Dresden

Sten K. ist ruhig, höflich und eigentlich keiner der „Haudraufs“, die auf alles einprügeln, wie man sie gelegentlich im Gericht erlebt – aber am 3. April 2016 hatte der 26-Jährige einen rabenschwarzen Tag. Wegen Körperverletzung, Eingriff in den Straßenverkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung stand er am Montag vor dem Amtsrichter. Die Taten, passen eigentlich nicht zu ihm, er kann sie sich auch nicht erklären. „Es fühlt sich an, wie in einem schlechten Traum.“ Dieses Gefühl hatten seine Opfer an jenem Tag sicher auch.

Der Angeklagte war in der Dresdner Eisarena um sich ein Spiel der Eislöwen anzusehen. Er schaute allerdings nicht nur, sondern trank auch reichlich. Als der Schiedsrichter ein Tor der Eislöwen nicht anerkannte, warf er einen Bierbecher Richtung Eisfläche, der sich im Netz verfing. Trotzdem waren die anderen Fans sauer, denn für solche Aktionen wird der Verein zur Kasse gebeten, Sten K. wurde von allen Seiten beschimpft, rastete dann aus, stürmte auf den völlig unbeteiligten Florian G. zu und zog ihm am Pullover. Der 30-Jährige verlor das Gleichgewicht und beide fielen mehrere Stufen nach unten. Sie blieben glücklicherweise an einem Geländer hängen, sonst wären sie vom Oberen Rang über die Brüstung nach unten gestürzt. Florian G. verletzte sich bei der Aktion böse am Schienbein und hatte lange Zeit Schmerzen. „Ich kann es nicht verstehen. Da schreien ihn Dutzende an, ich nicht, aber mich attackiert er .“

Sicherheitspersonal brachte den Angeklagten aus der Halle. Statt nach Hause zu gehen, blieb er auf dem Gelände. Als das Ehepaar L., nach Spielende nach Hause fuhr, bemerkten sie Sten K. torkelnd an der Magdeburger Straße. „Ich dachte, hoffentlich läuft der nicht auf die Straße und mir vors Auto“, erzählte Dieter L. Der Angeklagte lief nicht vor das Auto, er warf den Fuß einer Warnbake vor den Renault. Der 69-Jährige konnte ausweichen, hielt an und wollte die Sache klären. „Er packte mich an der Jacke und schmiss mich an einen Zaun. Als ich mich hochgerappelt hatte, sah ich meine Frau auf der Straße liegen.“ Die 63-Jährige war ausgestiegen, um ihren Mann zu helfen und vom Angeklagten ebenfalls zu Boden gestoßen worden. Dabei ging ihre Brille kaputt. Als die Polizei anrückte, beleidigte er die Beamten, versuchte sie zu treten und würgte einen von ihnen. Sten K. sei ungeheuer aggressiv gewesen, sagten alle unisono. Ein Alkoholtest ergab Stunden später 2,16 Promille, als er Florian G. die Treppe runter stieß, hatte er rund 2,8 Promille intus. Die Gutachterin ging von einer eingeschränkte Steuerungsfähigkeit aus.

Dem 26-Jährigen dämmerte bald, was er da für einen Bockmist gebaut hatte, entschuldigte sich bei den Opfern und vereinbarte noch vor der Verhandlung eine Schmerzensgeldzahlung. Und es wird noch teurer. Am Montag wurde er zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt.

Von Monika Löffler

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