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Amphibientreffen im Silbersee bei Klotzsche

NABU hilft Amphibientreffen im Silbersee bei Klotzsche

27 Erdkröten, sechs Grasfrösche, zwölf Springfrösche, drei Knoblauchkröten und acht Teichmolche vor dem Verkehrstod gerettet. Das ist die bisherige Bilanz der diesjährigen Amphibienschutzaktion am Silbersee vor den Toren Klotzsches. Etwa 15 Naturfreunde haben bis Anfang April Frösche und Kröten über die Straße getragen.

Erdkröten-Männchen

Quelle: Bernd Lichtenberger

Dresden. 827 Erdkröten, sechs Grasfrösche, zwölf Springfrösche, drei Knoblauchkröten und acht Teichmolche vor dem Verkehrstod gerettet. Das ist die bisherige Bilanz der diesjährigen Amphibienschutzaktion am Silbersee vor den Toren Klotzsches. Etwa 15 Naturfreunde, die meisten davon Frauen, haben von Ende Februar bis Anfang April Frösche und Kröten über die Straße getragen und in den Silbersee gesetzt. Der war ohnehin Ziel der Lurche. Dort geboren, wollten sie dort auch wieder laichen. Das Problem ist nur die am Rande der Dresdner Heide von Klotzsche nach Langebrück führende Straße. Sie ist stark befahren. Da es hier keinen Amphibientunnel gibt, muss alljährlich Ende des Winters in Höhe des kaum hundert Meter entfernten Silbersees beiderseits der Straße ein insgesamt über 1100 Meter langer Schutzzaun errichtet werden. Aufgabe der NABU-Helfer ist es dann, täglich morgens und abends nach Einbruch der Dunkelheit die an diesem Zaun eingegrabenen Fangeimer zu kontrollieren und die darin gefundenen Tiere erst zum Laichgewässer und später, nach dem Ablaichen wieder sicher zurück auf die andere Straßenseite zu bringen. Natürlich nicht, ohne dabei zuvor auch Art und Geschlecht der gefundenen Tiere bestimmt zu haben.

„Ohne den Amphibienzaun würden Hunderte Erdkröten in jedem Jahr bei der Frühjahreswanderung dem Straßentod zum Opfer fallen. Das hätte langfristig ein Verschwinden der örtlichen Population zur Folge, die durchaus zu den bedeutenden Populationen im Dresdner Stadtgebiet gehört“, sagt Kristin Pietzsch, die Initiatorin des Projektes.

Seit 2014 organisiert sie die Aktion, obwohl sie selbst gar nicht in Klotzsche, sondern in Dresden-Wilder Mann wohnt. Sie übernahm damit das Erbe eines NABU-Mitgliedes, der den Zaun früher allein betreut hatte, das aber aus Altersgründen aufgeben musste. „Allein ist diese Aufgabe eigentlich nicht lösbar“, sagt sie auch mit Blick auf die Situation im nur wenige Kilometer entfernten Liegau-Augustusbad, wo eine der größten Erdkröten-Polulationen des Landkreises Bautzen nur von Lothar Edelmann betreut wird.

Im Fall Klotzsche hatte der NABU-Regionalverband Meißen-Dresden, dessen Vorstand Kristin Pietzsch zwei Jahre lang angehörte, einen Hilferuf ins Internet gestellt. „Die Reaktion darauf war positiv“, freut sich Kristin Pietzsch. Im Netz gebe es eine Terminliste, in die man sich eintragen könne, je nachdem, wie es Beruf und Familie erlauben. Und das klappe gut.

Als ich die junge Frau an einem Sonnabend-Morgen im März treffe, waren die Fangeimer fast alle leer. Kein Wunder, denn in der Nacht hatte es Frost gegeben. Bei Minusgraden vergeht Kröten und Fröschen das Wandern. Trotzdem musste Kristin Pietzsch die Eimer kontrollieren und wurde auch nicht enttäuscht. In einem der Eimer fand sie ein Teichmolch-Männchen. Teichmolche gehören im Gegensatz zu den Erdkröten auch am Silbersee zu den für den Naturschutz wertvollen Raritäten. So wie die Knoblauchkröten und Springfrösche.

Die Fahrt vom Wilden Mann nach Klotzsche hatte sich wieder gelohnt. Bevor die junge Frau den kaum zehn Zentimeter langen Molch ins Wasser setzte, ließ sie ihn ein wenig auf ihrer warmen Hand krabbeln, was der kleine Molch offenbar genoss.

Es sind nicht nur die Amphibien, die es der NABU-Expertin angetan haben, obwohl sie sich noch gut an ihre erste Begegnung mit einem Feuersalamander erinnert. „Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden und habe mich schon immer für Tiere interessiert, für Vögel genau so wie für Insekten“, erzählt die als Sachbearbeiterin im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie tätige Frau.

Von Bernd Lichtenberger

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