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Lokales Am Sonntag öffnet „Die Welt der DDR“
Dresden Lokales Am Sonntag öffnet „Die Welt der DDR“
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17:29 27.01.2017
Susanne Werner putzt vor der Eröffnung der neuen Ausstellung „Die Welt der DDR“ den Schriftzug „DDR“ am Eingang. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
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Dresden

Das „DDR-Museum Zeitreise“ in Radebeul ist Geschichte. Am Sonntag, dem 29. Januar, öffnet 10 Uhr im Einkaufszentrum am Albertplatz die abgespeckte Variante „Die Welt der DDR“.

Denn Unternehmer Peter Simmel hatte für 50 000 Euro vom insolvent gegangenen Museum in Radebeul die Exponate abgekauft und dann noch einmal 300 000 Euro in Umzug und Gestaltung einer neuen Ausstellung gesteckt. Sie ist mit über 1500 Quadratmetern nicht ganz halb so groß wie in Radebeul.

Zu sehen sind – auch dank über 70 Leihgebern – zwischen 60 000 und 75 000 Alltagsgegenstände, die das Leben und Arbeiten in der DDR dokumentieren – vom Auto über die Wohnzimmerschrankwand, Waschmittel, Bügelmaschine, Werkzeuge, Pionieruniform bis hin zur Pramo und zur Schallplatte. Einiges steht einfach nebeneinander und in Regalen, anderes ist in Szene gesetzt. Das heißt, man hat zwar „alles neu geordnet“, wie Simmel sagt, aber auch wie im Vorgängermuseum Räume gestaltet, um das Alltagsleben so plastisch wie möglich darzustellen.

Und es wirkt. Wer die DDR-Zeit erlebt hat, der wird hier viele Erinnerungen ausgraben. Ob gut oder schlecht, das sei einmal dahingestellt. Jüngere Leute finden in der Schau garantiert einen eindrücklicheren Bezug zu diesem Abschnitt der Geschichte als nur über den Unterricht und vielleicht den einen oder anderen Ansatzpunkt für Gespräche in der Familie.

„Wir wollen nicht werten, was gut und was schlecht war“, stellt Simmel klar. „Eine kritische Auseinandersetzung steht uns nicht zu“, findet der gebürtige Bayer. Er war schon kurz nach der Wiedervereinigung nach Sachsen gegangen, hatte 1990 in Chemnitz sein erstes Geschäft eröffnet. So kennt er das eine oder andere Ausstellungsstück aus dem eigenen Erleben.

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Im Simmel-Einkaufszentrum am Albertplatz ist vom 29. Januar an die Dauerausstellung „Die Welt der DDR“ zu sehen. Auf einer Fläche von über 1500 Quadratmetern werden über 60000 Ausstellungsstücke gezeigt.

Konzipiert hat die Ausstellung der Dresdner Gestalter Werner Steiner – unterstützt von seiner Frau Ursula. Sie waren schon in die ursprüngliche Gestaltung des Radebeuler Museums, das 2006 eröffnet hatte, involviert. Den Hut für „Die Welt der DDR“ hat Gabi Reißig auf. Die 54-Jährige stammt aus der Nähe von Aue, kommt aus dem Handel, war schon für andere Simmel-Projekte verantwortlich. Nun steht sie dem sechsköpfigen Team vor (zu dem vier Museumsmitarbeiter aus Radebeul gehören), die die neue DDR-Ausstellung betreuen.

Lebendig soll sie werden, ist Peter Simmels Ziel. So will man immer wieder auch neue Ausstellungsstücke zeigen, denn das Depot ist groß. Zum anderen sollen hier Veranstaltungen stattfinden. So gibt es am Eröffnungstag, dem 29. Januar, 17 Uhr, Kabarett. Zudem ist Buchautor Toni Fleischmann mit von der Partie. Am 18. Februar wird die Ostrock-Band B1000 zu Gast sein. „Und den Uwe Steimle wünschen wir uns“, sagt Gabi Reissig.

Die DDR-Schau ist von der Mall des Einkaufszentrums aus zu erreichen und erstreckt sich bis ins denkmalgeschützte Simmel-Hochhaus. Aus dem will der Einzelhandelsunternehmer nach dem Auszug des Bistros und des Schubeck-Gewürzladens in weiten Teilen ein Gesundheitszentrum machen. Mit mehreren Ärzten gebe es Gespräche. Und im Erdgeschoss sähe Simmel am liebsten eine Apotheke.

Von Catrin Steinbach

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