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Am Puschkin-Platz in Dresden entstehen legale Graffiti-Flächen

Am Puschkin-Platz in Dresden entstehen legale Graffiti-Flächen

Die Brachfläche an der Leipziger Straße zwischen Alexander-Puschkin-Platz und Eisenberger Straße soll zu einem legalen Graffiti-Park für Sprayer umgestaltet werden.

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So könnte der Park mit Graffitiwänden einmal aussehen.

Quelle: Franzke Landschaftsarchitekten Spike Dresden

Noch in diesem Jahr sollen die Pläne umgesetzt werden. Das Projekt entstand aus einer Idee des Ortsamtes Pieschen und soll rund 70.000 Euro kosten.

Zwischen den vorhandenen Bäumen, die erhalten werden, sollen sieben Holzwände zum Besprühen einladen. Die Wände sind etwa 2,50 Meter hoch, wie es sich Sprayer wünschen, und werden versetzt stehen. „Graffiti ist ja Kunst, die gesehen werden will. Deswegen wird es von der Leipziger Straße aus Durchblicke und sich ändernde Blickwinkel geben“, erläutert Landschaftsarchitektin Ina Franzke, die den Entwurf verantwortet. Dabei wird keines der Kunstwerke dauerhaft zu sehen sein, sondern immer wieder übersprüht. Auch an Abfallbehälter für leere Farbdosen ist gedacht, damit die „Kunst-Reste“ nicht herumliegen. Die Mülltonnen werden direkt neben den Graffiti-Wänden angebracht. Zwischen den „Graffiti-Inseln“ werden Wiesenflächen angelegt. Klassische Sitzbänke hat Franzke nicht vorgesehen, um nicht zum Herumlungern zu ermuntern. Dafür stehen in dem etwa 2000 Quadratmeter großen Park Betonklötze, auf denen Sprayer ihre Arbeitsgeräte ablegen und natürlich auch selbst Platz nehmen können.

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Hier soll bald ein kleiner Park mit Sprayer-Flächen entstehen.

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„Legal plain“ für Graffiti-Künstler

Der Fachbegriff für solche offiziell genehmigten Graffiti-Flächen ist „legal plain“. „Das bedeutet: Jeder kann hinkommen, egal, ob er gut ist oder nicht, egal, ob er Style malt oder Streublümchen“, erklärt Ellen Demnitz-Schmidt, Leiterin des Dresdner Sozialzentrums Spike, dessen Mitarbeiter den neuen Graffiti-Park betreuen werden. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat die Jugendtreff-Chefin der Architektin zugearbeitet, welche Bedürfnisse Sprayer haben. „Ich bin wirklich begeistert, wie Frau Franzke unsere Anregungen aufgegriffen hat und den Wünschen der Sprayer entspricht“, lobt Demnitz-Schmidt. „Wir finden toll, dass man etwas Neues nur für die Graffiti-Szene baut“, sagt sie.

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Die Dresdner Graffiti-Experten: das Team des "Spike", rechts Leiterin Ellen Demnitz-Schmidt.

Quelle: Tanja Tröger

Bis die Sprayer ihre neue Open-Air-Galerie in Beschlag nehmen können, dauert es voraussichtlich noch bis Herbst. Der Bauantrag für das derzeit noch eingezäunte Grundstück werde wahrscheinlich in der kommenden Woche eingereicht, so Franzke. Ist er genehmigt, werden die Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben. Deshalb vergehen bis zum Baubeginn mindestens noch drei Monate, rechnet Stadtsprecher Karl Schuricht vor. Erste Arbeiten sind aber schon erledigt: Bereits um den Jahreswechsel herum wurde der bisherige Dschungel an der Leipziger Straße von Wildwuchs befreit und der Pflanzenbestand ausgedünnt.

Pieschener Gemeinschaftsprojekt für 70.000 Euro

Insgesamt belaufen sich die Umgestaltungskosten auf etwa 70.000 Euro, sagt Stadtsprecher Schuricht. Die Mittel stammen aus dem Lokalen Handlungsprogramm Ordnung und Sauberkeit. Zusätzlich sei vorgesehen, Städtebaufördermittel zu beantragen.

Neben dem Spike will auch die mobile Jugendarbeit der Diakonie im Graffiti-Park ab und an nach dem Rechten schauen. Der Imkerverein Dresden wiederum habe Interesse bekundet, die Fläche für sein Projekt „Biene sucht Blüte“ zu nutzen, sagt Landschaftsarchitektin Franzke. Denkbar sei beispielsweise, im neuen Park bestimmte Pflanzen anzubauen und an den Rändern insektenfreundliche Lebensräume zu schaffen. Bienenstöcke könnten eventuell in der benachbarten Gartensparte aufgestellt werden. Büsche am südlichen Rand der Brachfläche sollen die Kleingärtner gegen Lärm und Action abschirmen.

Die Dresdner Graffiti-Experten arbeiten im „Spike“

Das Spike, angesiedelt in Leubnitz-Neuostra, engagiert sich seit seiner Gründung 1995 für die Sprayerszene. Ein Gutteil der Mitarbeiter ist selbst in der Sprayerszene aktiv. Nachdem die Sozialarbeiter und Ehrenamtler jahrelang auf die Stadtverwaltung eingewirkt hatten, konnten sie im Jahr 2000 vier sogenannte „legal plains“ einweihen: an der Scheune in der Neustadt, in der Kaditzer Flutrinne, am Jugend­haus Game in Prohlis und rund ums Spike. Seitdem betreuen die Spike-Mitarbeiter diese Orte, geben jungen Sprayern Tipps und pflegen die Flächen. „Die Sprayer vergessen das manchmal“, meint Demnitz-Schmidt und erzählt, dass nach dem Hochwasser etwa zehn Spike-Mitarbeiter am legal plain in der Kaditzer Flutrinne die alte Farbe abgespachtelt haben. Das Wasser war unter die Farbschichten gelaufen, die dann Blasen warfen. „Dort hätte man nicht mehr malen können.“

ttr

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