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Lokales Am Montag wird die Gaststätte Luisenhof zwangsversteigert - Pächter Armin Schumann bietet mit
Dresden Lokales Am Montag wird die Gaststätte Luisenhof zwangsversteigert - Pächter Armin Schumann bietet mit
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17:23 09.09.2015
Die Gaststätte Luisenhof macht nur ein Viertel des Anwesens an der Bergbahnstraße 8 aus. Die 15 Eigentumswohnungen bleiben von der Versteigerung unberührt. Quelle: Archiv

DNN sprachen mit Armin Schumann, der das Restaurant auf dem Weißen Hirsch seit zwölf Jahren erfolgreich als Pächter betreibt.

Die Immobilie der Gaststätte soll zwangsversteigert werden. Bieten Sie mit?

Na klar. Ich habe immer gesagt, dass ich die Gaststätte kaufen will - aber zu einem realistischen Preis.

Der Wert der Immobilie wird auf 1,4 Millionen Euro beziffert. Halten Sie diese Summe für angemessen?

Auf den ersten Blick ja. Aber: Der Eigentümer hat einen Wahnsinnsinvestitionsstau von 800000 Euro zu verantworten. Das Haus ist vor 15 Jahren saniert worden, wie das so Ende der 1990er Jahre gemacht wurde - schnell und billig. Schauen Sie sich bloß mal die Türklinken an. Außerdem haben wir es mit einer stark frequentierten Gaststätte zu tun. Da leidet vieles über die Jahre. Bedenken muss man auch, dass der Luisenhof mitten im Wohngebiet liegt. Es gibt keine Parkplätze. Auch das wird gern übersehen.

Die Standseilbahn hält direkt vor der Tür...

Wir hatten dennoch kein gutes Jahr. Die Bahn war von Januar bis Karfreitag nicht in Betrieb. Wir hatten einen zeitigen Frühling mit schönem Terrassenwetter, aber in dieser Zeit kaum Gäste.

Gesetzt den Fall, die Immobilie ersteigert ein anderer. Wie lange gäbe es Schumanns Luisenhof noch?

Bis 31. Januar 2017. So lange läuft unser Pachtvertrag, so dass die Reservierungen Bestand haben. Alles andere ist Spekulation.

Sie haben die traditionsreiche Gaststätte 2002 übernommen. Wie war der Anfang?

Der damalige Betreiber war insolvent, der Ruf des Hauses ruiniert. Es hat Jahre gedauert, bis die Leute Vertrauen gefasst haben. Heute steht unsere GmbH wirtschaftlich auf gesunden Beinen.

Gab es schon eine Zwangsversteigerung?

Ja, vor drei Jahren. Die ist damals ausgesetzt worden. Es ist ja so: Der Gläubiger darf widersprechen, wenn nicht mindestens 70 Prozent der Summe geboten werden. Das wären 980000 Euro bei einem Mindestgebot von 1,4 Millionen Euro. Sollte ein zweiter Versteigerungstermin angesetzt werden, beträgt das Mindestgebot nur noch die Hälfte der ursprünglichen Summe.

Auf dem Areal befinden sich auch Wohnungen. Was passiert mit ihnen?

Der Luisenhof umfasst das gesamte Anwesen auf der Bergbahnstraße 8. Die Gaststätte selbst macht nur 27 Prozent aus. Die 15 Eigentumswohnungen auf dem Grundstück bleiben von der Versteigerung unberührt.

Hat Ihnen der Eigentümer schon früher angeboten, die Immobilie zu kaufen?

Ja, immer mal wieder, das erste Mal 2006 für drei Millionen Euro. Beim Luisenhof handelt es sich aber um eine Gewerbeimmobilie. Das ist nicht zu vergleichen mit einem Privathaus.

Dürfte ein neuer Eigentümer hier auch Wohnungen bauen?

Nein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Stadt lässt nur eine Nutzung zu. Das ist die Gastronomie. Der Luisenhof genießt Bestandsschutz.

Wäre es für Sie ein Beinbruch, wenn Sie den Luisenhof aufgeben müssten?

Meine Frau und ich, wir sind jetzt Mitte 40. Für Unternehmer ist das jung. Wir verstehen unser Handwerk, haben fast 13 Jahre am Stück seriös Gastronomie betrieben. Da habe ich null Bedenken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.12.2014

Katrin Richter

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