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Lokales Am Dresdner Neumarkt droht Bauverzug - Investor für Quartier VI erhält Absage
Dresden Lokales Am Dresdner Neumarkt droht Bauverzug - Investor für Quartier VI erhält Absage
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22:47 09.09.2015
Grafik: Jeschke

Von Genia Bleier

Das ist lange her. Seitdem haben sich nicht nur die politischen Verhältnisse der Stadt geändert, auch das Gewandhaus ist gefallen und das Quartier VI wurde umgeplant. Kondor Wessels übte sich in Geduld. Zur Immobilienmesse Expo Real im Oktober 2011 schrieb die Stadt das Filetstück im Stadtzentrum gegenüber vom Johanneum aus. Es soll möglichst lukrativ vermarktet werden. Mindestgebot: 7,1 Millionen Euro.

"Es gibt mehrere Bewerber", teilte Stadtsprecherin Nora Jantzen auf DNN-Anfrage mit. Weitere Angaben machte sie wegen des noch laufenden Verfahrens nicht. Unter den Bietern befanden sich auch Kondor Wessels und Nobelpreisträger Günter Blobel. Beide besitzen bereits Grundstücke an der Frauenstraße, die sie aus jüdischem Alteigentum erworben haben und beide ziehen in puncto Planung an einem Strang. Inzwischen ist klar: Kondor Wessels erhielt eine Absage. Die Stadt verhandelt mit einem anderen Bieter. Dem Vernehmen nach soll es das Dresdner Unternehmen USD sein, das bereits am Neumarkt aktiv ist.

Der Konkurrent soll höher geboten haben, sagt Laurentius A. Hegeman, Geschäftsführer der Kondor Wessels Holding. Das sei nur möglich, wenn auch der Innenhof bebaut würde und dort Gewerbe einziehe. Sein Konzept sieht einen begrünten Innenhof vor, um genügend Licht für Wohnungen zu erhalten. Sie sollen 85 Prozent der Bebauung ausmachen - so wie es immer gewünscht wurde: Mehr Wohnen, sprich mehr Leben am Neumarkt. Für die Erdgeschosszonen sind kleine Läden vorgesehen. "Ich bin schwer befremdet", sagt Hegeman. Er verstehe das Liegenschaftsamt nicht. Schließlich habe Kondor Wessels seine Planung zweimal dem Bauausschuss vorgestellt und stets die volle Zustimmung erhalten. "Wir haben für die Stadt archäologische Grabungen und einen Architektenwettbewerb durchgeführt. Und sie sagt: ,Dankeschön, das war's."

Mit den Planungen hat Kondor Wessels schon über eine Million Euro ausgegeben, erklärt Hegeman. Sie werden von der Stadt zurückgefordert. Auch Prisco ist maßlos enttäuscht. Er habe sich dafür stark gemacht, dass Kondor Wessels und Blobel ein gemeinsames Konzept verfolgen und sei selbst seit zwei Jahren auf der Suche nach außergewöhnlichen Mietern für das Quartier. "Die Stadt sollte nicht als Spekulant auftreten", findet er. Wie es nun auf den städtischen Flurstücken weitergeht, ist offen. Denn laut Hegeman wollen weder Kondor Wessels noch Blobel ihre Grundstücke verkaufen.

Aus diesem Grund befürchtet die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) eine jahrelange Bauverschleppung. An der Planung des bisherigen Favoriten wird die "hochwertige Wohnnutzung sowie die Rekonstruktion sämtlicher relevanter historischer Fassaden und teilweise auch der Gebäudegrundrisse" gelobt. Die Gesellschaft fordert von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) die Offenlegung der Vergabekriterien. "Im einzelnen sollten Bieter, Preise, Konzepte und besonders die zeitliche Umsetzbarkeit bekannt gemacht werden", heißt es in einer Mitteilung. Nach der langen Verzögerung durch den Gewandhausstreit droht nun eine weitere Kontroverse. Die Entscheidung liegt beim Stadtrat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.04.2012

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