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Alter Leipziger Bahnhof – Dresden legt Gutachten bis Ende März vor

Dresden Alter Leipziger Bahnhof – Dresden legt Gutachten bis Ende März vor

Noch einmal hat die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ bei einer Diskussionsrunde im Rathaus darauf gedrungen, das Areal am alten Leipziger Bahnhof nicht für eine Globus-Ansiedlung zu nutzen. Stattdessen solle ein neuer Stadtteil mit Wohnen und Gewerbe entstehen. Entscheiden dazu muss der Stadtrat – und das offenbar bis zum Frühjahr.

Ein Rundgang über das Areal am ersten Januarwochenende stieß auf großes Interesse.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Heidi Geiler brachte es auf den Punkt: „Wir sind uns hier alle einig“, sagte die Pieschner Ortsbeirätin (Bündnis freie Bürger) bei der Diskussionsveranstaltung, zu der die Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“ am Dienstagabend in den Festsaal des Rathauses geladen hatte. Die Worte beschreiben den Tenor, aber auch das Problem der Veranstaltung: Es fehlten die Gegenstimmen.

So fand der Zorn, den Manuel Bäumler, an der Technischen Universität (TU) Dresden Lehrstuhlinhaber für Städtebau, wortreich artikulierte, keinen rechten Adressaten. „Ein Großparkplatz in zentraler Stadtlage, an der Elbe, am Bahnhof – diese Vorstellung macht mich wütend“, sagte er. Stattdessen plädierte er für den Aufbau eines neuen Stadtviertels, in dem viele Funktionen vereint sind. Gewerbe dort, wo es laut ist, also an Leipziger Straße, entlang der Schienen und in Richtung Alter Schlachthof. Auf den übrigen Gebieten Wohngebäude. Außerdem sollten neue Wege, etwa durch die Öffnung einiger Bahnbögen zur Hansastraße hin, geschaffen werden, was die Vernetzung des Areals fördere. So werde es überall in wachsenden Städten gemacht, so müsse man auch in Dresden handeln.

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Eine kleine Dresdner Bürgerinitiative kämpft weiter beharrlich für ein Wohnviertel auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs. Am Samstag gab es einen Rundgang über das Gelände, es kamen deutlich mehr Menschen als erwartet.

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Entwürfe, wie genau das aussehen kann, gibt es bereits. Etwa vom Pirnaer Architekten Jörg Möser, der einen sehr behutsamen Umgang mit dem Areal vorschlägt. Die ovale Grundform der Anlage, einzelne Überbleibsel an Technik und Bahngerätschaft müssten bewahrt werden, um die „Aura des Ortes“ zu erhalten. Auch er stellt sich die Ansiedlung von Gewerbe und den Bau von etwa 110 Wohnungen vor. Wirtschaftlich lasse sich das bewerkstelligen, sagte Möser, auch wenn er aktuelle Berechnungen dazu schuldig blieb.

Die „Globus SB-Warenhaus Holding“, die Grundstückseigentümer der Bahnhofsfläche ist, um die sich weitere, kleinere Grundstücke gruppieren, hatte bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit einer Pressemitteilung reagiert. „Von Anfang an haben wir allerdings klargemacht, dass aus unserer Sicht zwingend zuerst die Suche nach einem alternativen Standort mit einem belastbaren Ergebnis (Baurecht) abzuschließen ist, bevor unser Grundstück am Alten Leipziger Bahnhof für andere Entwicklungsoptionen zur Verfügung steht“, wird Enrico Wilde, Regionalleiter Standortplanung bei Globus, darin zitiert. Die Standortsuche ist noch nicht abgeschlossen.

Dennoch wird es bald schon ernst in der Sache. Im ersten Quartal 2018 will die Stadt ein Gutachten vorlegen, dass sich mit den Möglichkeiten einer Wohnbebauung trotz Lärm und Altlasten befasst. Im Anschluss könnte der Stadtrat über den neuen Masterplan fürs Areal befinden, von dem es – resultierend aus widersprüchlichen Stadtratsbeschlüssen – zwei Varianten gibt. Die Vorzugsvariante der Verwaltung sieht eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen vor, die zweite die Ansiedlung eines Globus-Markts.

Von Uwe Hofmann

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