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Lokales Alle wollen mehr Stadtgrün – Der Teufel steckt in Weixdorf im Detail
Dresden Lokales Alle wollen mehr Stadtgrün – Der Teufel steckt in Weixdorf im Detail
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09:34 27.09.2018
Ortsvorsteher Gottfried Ecke vor einem Bestandsbaum auf der Alten Dresdner Straße. Dahinter dürfen keine neuen Bäume gepflanzt werden. Quelle: tbh
Dresden

Der Stadtrat hat sich jüngst auf einer aktuellen Stunde mit den Konsequenzen des Klimawandels für Dresden befasst. Trinkbrunnen in der Innenstadt, erneuerbare Energien und vor allem mehr Stadtgrün wurden von mehreren Rednern gefordert. Die SPD bekannte sich zu 1000 Straßenbäumen zusätzlich pro Jahr. Die entsprechenden Mittel sollten in den Haushalt eingestellt werden.

Gottfried Ecke, selbst Stadtrat für die CDU und Ortsvorsteher von Weixdorf, schüttelt den Kopf. „Wir haben aus den Verfügungsmitteln der Ortschaft Geld für Straßenbäume eingestellt. Aber wir dürfen nicht pflanzen.“ Weil sich Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und Straßen- und Tiefbauamt gegenseitig im Weg stünden.

2012 hat die Ortschaft Weixdorf damit begonnen, Fahrbahn und Gehwege der Alten Dresdner Straße sanieren zu lassen. „Dabei konnten wir im ersten Abschnitt die Straßenbäume ergänzen, die in den 1980er Jahren gefällt wurden.“ 2013 wurde das zweite Teilstück ausgebaut. „Da war dann Schluss. Wir durften keine Bäume mehr pflanzen, weil der Gehweg zu schmal ist“, erklärt der CDU-Kommunalpolitiker.

Tatsächlich störende Bäume bleiben stehen

Die Mindestbreite eines Fußweges müsse 2,50 Meter betragen, hieß es aus dem Straßen- und Tiefbauamt. Damit waren dem für das Pflanzen zuständigen Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft die Hände gebunden. Und Weixdorf muss auf 20 Straßenbäume verzichten, für die 30.000 Euro zur Verfügung stehen. Aus Mitteln der Ortschaft, wohlgemerkt. „Wir bekommen unser Geld einfach nicht verpflanzt“, bedauert Ecke.

Das Dilemma gehe aber noch viel weiter: Es gibt alte Straßenbäume, die so sehr in den Gehweg hineinragen, dass Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer tatsächlich auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Kurioserweise auch an der Alten Dresdner Straße, wo wenige Meter weiter nicht gepflanzt werden darf. „Wir können diese Bäume aber nicht austauschen. Wenn wir sie fällen, dürfen keine neuen als Ersatz gepflanzt werden. Also bleiben die alten stehen“, so Ecke. Das gelte beispielsweise auch für die teilweise beschädigten Kugelahorn-Bäume auf der Straße Zum Bahnhof, die zwar nicht schön anzuschauen, aber eben alternativlos seien. „Wir bekommen ja auch dort keine neuen Bäume genehmigt.“

Wenigstens ein Kompromiss, so der Ortsvorsteher, sollte doch möglich sein. „Man könnte ja auf der einen Seite Bäume pflanzen und auf der anderen die geforderte Gehwegbreite gewährleisten.“ Geld sei beim Thema Stadtgrün nicht das Problem, glaubt der Christdemokrat. „Wir brauchen praktikable Vorschriften, wenn wir vorankommen wollen.“

Vielleicht könnten sich die für Stadtgrün zuständige Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und der für Straßen und Gehwege verantwortliche Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (beide Bündnis 90/Die Grünen) auf einen Kompromiss für Weixdorf einigen. Die 30.000 Euro für die neuen Bäume haben Ecke und der Ortschaftsrat erst einmal in das Gehwegsanierungs-Programm umgelenkt. „Sonst ist das Geld ja eines Tages weg.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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