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Lokales Alkohol bleibt Droge Nummer eins in Dresden
Dresden Lokales Alkohol bleibt Droge Nummer eins in Dresden
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18:13 26.07.2017
Symbolfoto  Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 Die Stadt Dresden hat am Mittwoch ihren Suchtbericht 2017 veröffentlicht. Die jährlich, nun mehr zum vierten Mal erscheinende Broschüre beschreibt die Entwicklung der ambulanten und stationären Suchtbehandlung in den vergangenen zehn Jahren, enthält ein Rauschgiftlagebild der Polizei und informiert über den Stand der Umsetzung des 2015 beschlossenen Strategiepapieres zur Suchtprävention.

Hat Dresden ein Suchtproblem?

Zumindest sind die Krankenhausbehandlungen wegen des Konsums von legalen und illegalen Substanzen zurückgegangen. Insgesamt 2756 Dresdner Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden 2015 in diesem Zusammenhang in eine Klinik eingewiesen. Während es in den Jahren zuvor einen kontinuierlichen Anstieg der stationären Behandlungen gab, sind sie erstmals gegenüber 2014 (3056 Behandlungen) um zehn Prozent gesunken. „Das ist sehr erfreulich. Von einem Trend zu sprechen, wäre allerdings zu früh“, sagt die Dresdner Suchtbeauftragte Kristin Ferse. Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr drei Rauschgifttote registriert, das sind sieben weniger als im Vorjahr. Die Zahl derer, die sich 2016 Hilfe in Suchtberatungs- und behandlungsstellen geholt haben, ist dagegen mit 3566 nahezu gleich geblieben (2014: 3650). „Dresden ist auf einem guten Weg. Aber wir dürfen jetzt keinesfalls den Fehler begehen und nachlassen“, fasst es Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Die Linke) zusammen.

Was ist die Problemdroge Nummer Eins?

Ganz klar Alkohol. „Es ist verheerend“, beschreibt es Kaufmann. Der Suchtbericht macht deutlich: 73 Prozent aller Krankenhauseinweisungen sind auf den gesundheitsschädlichen Konsum von Alkohol zurückzuführen. Vor allem betroffen sind Männer zwischen dem 18. und dem 60. Lebensjahr. Alkohol ist bei ihnen die Hauptursache für eine Einweisung in eine Klinik – auch vor Unfällen, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Frauen ist das ab dem 50. Lebensjahr der Fall.

Wie will die Stadt dem Problem Herr werden?

Mit Suchtprävention, die im Strategiepapier verankert ist. Zum Beispiel sollen Aktionstage gemeinsam mit den Partnern – dem Dresdner Mannschaftsspitzensport, den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) und dem Zoo – bis 2025 ein Bewusstsein für einen maßvollen Umgang mit Genussmitteln schaffen. Zudem will die Stadt mit der Aufklärung bereits in Kitas und Schulen starten. Zum Maßnahmenplan gehört auch ein generelles Werbeverbot für Alkohol auf kommunalen Flächen (DNN berichteten). Wann dies auch für Straßenbahnen der DVB gilt, die derzeit noch für Biermarken werben, ist noch offen. „Unser Ziel ist eine Verhaltensänderung. Dafür müssen wir aber nicht sinnlos etwas überstürzen, sondern uns mit unseren Partnern Schritt für Schritt einigen“, erklärt Ferse. Es gehe darum, Dresdner für das Thema Sucht zu sensibilisieren. Ein erhobener Zeigefinger finde da keinen Platz, sagt auch Kaufmann.

Wie sieht es mit der Einnahme von Crystal aus?

Crystal Meth bleibt Dresdens Suchtproblem Nummer zwei. Die Krankenhausbehandlungen gingen 2015 zwar leicht auf 298 (2014: 318) zurück, im bundesweiten Vergleich sind diese Zahlen jedoch weiter auffällig. Ebenfalls besorgniserregend: Die Anzahl von Beratungen aufgrund von Cannabiskonsum steigen seit 2012 weiter an. Im Vorjahr lagen sie bei 383, 2014 bei 320.

Alle Informationen stehen unter www.dresden.de/sucht zum Download bereit.

Von Christin Grödel

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