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Lokales Albertbrücke: Bauleute müssen noch einmal ran
Dresden Lokales Albertbrücke: Bauleute müssen noch einmal ran
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09:41 25.07.2018
Reinhardt Koettnitz, der Chef des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes zeigt an, wo es an der Albertbrücke noch viel zu tun gibt. An vielen Sandsteinen an der Unterseite haben sich Kalk und Salze abgelagert. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Oben hui – und unten pfui. Zwischen 2014 und 2016 ließ die Stadt die Albertbrücke mit großem Aufwand und für viel Geld sanieren. Doch jetzt rücken schon wieder die Bauleute an. Auf der Altstädter Elbseite stehen unter den Bögen bereits die Ge­rüste. Dabei geht es nicht etwa da­rum, inzwischen aufgetretene Baumängel zu beseitigen. Vielmehr wird nun das zu Ende gebracht, was vor vier Jahren be­gonnen hatte – und das mit teils ganz ungewöhnlicher Technik.

Gerüst im Wasser? Geht nicht

Während die Fahrbahnen, Geh- und Radwege sowie die Geländer längst im Top­zustand sind, besteht an den Unterseiten der Bögen noch sichtlich Handlungsbedarf. Am Sandstein hängen Kalkablagerungen, einzelne Stellen sind ausgeplatzt. Zudem, so erklärt Reinhard Koettnitz, Chef des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes, werden die Steine auch von feinen Rissen durchzogen. Genau all diese Problemstellen lässt die Stadt nun anpacken. Bis Mitte 2019 sollen die Bögen Schritt für Schritt auch von der Unterseite auf Vordermann gebracht werden.

Dass das nicht schon vor zwei Jahren miterledigt wurde, hat einen sehr einfachen Grund. Denn die bei der Sanierung frisch gegossenen Brückenteile mussten erst einmal richtig austrocknen, sagt Reinhard Koettnitz. Das dort ablaufende Wasser hätte den empfindlichen Sandsteinen sonst gleich wieder zugesetzt: „Die Arbeiten machen erst jetzt wirklich Sinn.“

Aktuell wird an den Bögen der Albertbrücke auf der Altstädter Seite gebaut. Dort genügt dazu ein einfaches Gerüst – über der Elbe braucht es hingegen spezielle Technik. Quelle: Dietrich Flechtner

Im Uferbereich stehen die Ingenieure dabei vor keinen großen Problemen. Dort genügt ein einfaches Gerüst, damit die Bauleute be­quem an die Pfeiler und die Unterseite der Bögen gelangen. Deutlich größer ist die Herausforderung dort, wo unter der Brücke die El­be fließt und die Schiffe fahren, drei Bögen betrifft das. „Wir können das Gerüst ja nicht einfach ins Wasser stellen“, merkt Reinhard Koettnitz an, der indes ei­ne ganz andere Technik präsentiert.

Die Lösung ist ein Fahrzeug, dass über einen langen Arm von oben eine Arbeitsbühne unter dem Bogen ausklappt. Die wird dann an der Unterseite der Brücke verhakt, damit sie auch ausreichend be­lastet werden kann. So werden dann, im­mer im Wechsel von beiden Seiten, auch die Bögen über der Elbe saniert. Das geht allerdings immer nur Bogen für Bogen – da darunter auch für die Schiffe noch mindestens eine Fahrspur freibleiben muss. Statt wie bisher müssen diese sich dann immer abwechselnd durch den jeweils freien Brückenbogen hindurchfädeln.

Termin der Fertigstellung bleibt ungenannt

Die Verkehrseinschränkungen auf der Brücke werden da vergleichsweise geringer sein. Nur dort, wo das Fahrzeug gerade aufgebaut wird, bleiben der Geh- und der Radweg gesperrt. Die Radfahrer werden stattdessen in diesen Bereichen auf die Fahrbahn geleitet, die Autos weichen auf die Fahrspur mit den Gleisen für die Straßenbahn aus. Sperrungen sind nicht nötig – lediglich Fußgänger müssen auf die jeweils freie Brückenseite wechseln. Im August werden die Arbeiten an den Bö­gen über dem Wasser starten, gerechnet wird je Bogen mit einer Bauzeit von bis zu 90 Tagen.

Neben den etwa 14 Bögen lässt die Verwaltung zudem auch gleich den Bereich auf der Neustädter Elbseite mit herrichten. Der Radweg wird dort frisch asphaltiert, auch der Pavillon soll rekonstruiert werden. Ein neues Geländer, frische Farbe – auch die Schmierereien sollen verschwinden, erklärt Reinhard Koettnitz.

Insgesamt kosten die Arbeiten etwa 2,6 Millionen Euro. Die Sanierung vor zwei Jahren hatte bereits 21 Millionen Euro ver­schlungen. Einen genauen Fertigstellungstermin wollte Reinhard Koettnitz nicht nennen. „Uns fehlen da die Erfahrungen. Außerdem wissen wir nicht ge­nau, wie groß die Schäden wirklich sind“, so der Amtsleiter. Außerdem könnten Hochwasser oder andere Wetterkapriolen die Bauleute ausbremsen.

Von Sebastian Kositz

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