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Lokales Aktivisten protestieren vor H&M-Filiale in der Dresdner Altstadt
Dresden Lokales Aktivisten protestieren vor H&M-Filiale in der Dresdner Altstadt
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20:18 24.11.2018
Das Ziel der Aktivisten: Faire Löhne für alle Textilarbeiter. Im Hintergrund die H&M-Filiale an der Prager Straße. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der Einstieg ins Onlinegeschäft verschlafen, Rassismus-Vorwürfe wegen eines Pullis und schwache Umsatzzahlen: Der schwedische Modegigant Hennes & Mauritz (H&M) steht seit geraumer Zeit unter Druck. Besonders die Arbeitsbedingungen sorgen immer wieder für Kritik – sowohl bei H&M-Mitarbeitern in den Filialen als auch und noch gravierender in den Zulieferbetrieben. Am Samstag protestierte eine kleine Gruppe junger Aktivisten vor der Dresdner H&M-Filiale auf der Prager Straße. Auch in anderen Städten in Deutschland und der ganzen Welt fanden Flash Mobs und Kundgebungen unter dem Motto „Krieg die Kurve, H&M!“ statt.

„Tiefgreifende Verstöße gegen Menschenrechte“

In einem knapp viertelstündigen Theaterstück, mehrere Male wiederholt und stets von etlichen Zuschauern beobachtet, stellten die Akteure in Dresden schauspielerisch die Problematik dar. Das kurze Stück hatten die jungen Leute tags zuvor im Workshop „Politische Straßenintervention“ im Rahmen der Political Art Days 2018 entwickelt. Schilder mit der Aufschrift „Versprochen ist versprochen“ mahnten daran, dass die Modekette 2013 auch als Folge des Einsturz einer Textilfabrik in Sabhar (Bangladesch) mit über 1100 Toten die Entwicklung einer „Roadmap hin zu fairen Existenzlöhnen in der Textilindustrie“ versprach. Das Ziel: faire Löhne für alle Textilarbeiter bis Ende 2018. Das Jahr neigt sich nun dem Ende entgegen. Zu hören sei von der Roadmap nichts mehr, so die Aktivisten.

Nach Recherche des Entwicklungspolitischen Netzwerkes liege beispielsweise das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Arbeiters bei einem Zulieferbetrieb in Bulgarien bei 98 Euro im Monat – laut Mindestlohn-Gesetzgebung wären 204 Euro fällig. „Beschäftigte berichteten über Armutslöhne und tiefgreifende Verstöße gegen Arbeitsgesetze und Menschenrechte“, erklärte Bettina Musiolek, Autorin der Studie.

H&M selbst schreibt auf der Konzertwebseite, das Unternehmen habe zwar das 2013 anvisierte Ziel nicht komplett erreicht, aber wichtige Teilschritte dahin gemacht.

Dass die Aktivisten sich gerade jetzt global positionieren, ist kein Zufall, steuert die Modekette – und mit ihr die gesamte Textilbranche – doch auf den Shopping-Höhepunkt des Jahres zu. Und so durchquerten immer wieder Kauflustige die H&M-Eingangstür, während nur zwei Meter weiter auf prekäre Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht wurde.

http://saubere-kleidung.de/turnaroundhm/

Von fkä

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