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Lokales Airbnb bestreitet Schuld an Wohnungsmangel in Dresden
Dresden Lokales Airbnb bestreitet Schuld an Wohnungsmangel in Dresden
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10:35 29.11.2018
Das Portal Airbnb bietet Ferienwohnungen. Quelle: André Kempner
Dresden

Das Unternehmen Airbnb, eine Internet-Plattform zur Buchung und Vermietung von privaten Unterkünften, hat in Dresden rund 1500 Unterkünfte gelistet. Darunter befinden sich laut Airbnb-sprecherin Isabelle von Klot einzelne Zimmer, ganze Wohnungen, Hotels, Bed&Breakfast-Unterkünfte und Apartments mit Service. 93 Prozent aller Unterkünfte würden weniger als die Hälfte des Jahres vermietet, also überwiegend zu Wohnzwecken genutzt, so die Sprecherin.

Airbnb-Unterkünfte, die mehr als die Hälfte des Jahres in Dresden an Urlauber und Touristen vermietet werden, würden nur 0,03 Prozent des gesamten Wohnungsmarktes ausmachen. Von Klot erklärte, in der Debatte über ein Zweckentfremdungsverbot für Dresdner Wohnungen sei es wichtig, die Fakten zu kennen. „Die meisten Wohnungen werden von den Gastgebern selbst bewohnt und nur gelegentlich an Reisende vermietet. Zum Beispiel, wenn der Gastgeber selbst beruflich oder privat verreist ist.“ Diese Wohnungen würden dem Wohnungsmarkt nicht entzogen.

Rot-Grün-Rot hatte einen Antrag in den Geschäftsgang des Stadtrats eingebracht, wonach die Nutzung von Wohnraum für touristische Zwecke eingedämmt werden soll. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) soll sich dafür einsetzen, dass die sächsische Staatsregierung eine Zweckentfremdungsverbotsanordnung erlässt, so Linke, Grüne und SPD in einem gemeinsamen Antrag. Es müsse schnell gehandelt werden, da sich die Situation am Wohnungsmarkt zuspitze.

Laut der Airbnb-Sprecherin wurden im vergangenen Jahr über 50 000 Gästeankünfte in Dresdner Unterkünften registriert, die gelegentlich über Airbnb vermietet würden. Im gleichen Jahr hätten Dresdner über 71 000 Reisen in Airbnb-Unterkünften in aller Welt gebucht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Airbnb-Unterkünften betrage 2,8 Tage und liegt damit höher als der Durchschnittswert aller Dresden-Touristen, der 2,1 Tage beträgt. Reisende über Airbnb geben laut von Klot im Schnitt 127 Euro pro Tag für Gastronomie, Kultur und Dienstleistungen vor Ort aus. „Das ist deutlich mehr als die Ausgaben der durchschnittlichen Übernachtungsreisenden in Deutschland.“

Das Bundeswirtschaftsministerium habe vor kurzem eine Studie zum Thema Wohnraum im Kontext der sogenannten „Sharing Economy“ vorgelegt, die besage, dass es keinen nennenswerten Auswirkungen von Airbnb und anderen Portalen auf die Wohnungsmärkte in deutschen Großstädten gebe. Es würden sich keine Belege für eine durch private Vermietung verursachte Wohnraumverknappung finden lassen.

„Eine Regulierung sollte vorab anhand empirischer Daten auf ihre Notwendigkeit geprüft werden und verhältnismäßig sein“, forderte die Airbnb-Sprecherin. „Dies gilt nicht zuletzt auch für Städte wie Dresden oder den Freistaat Sachsen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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