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Lokales Ärgernis Gaffer: Stadt Dresden erlässt Polizeiverordnung
Dresden Lokales Ärgernis Gaffer: Stadt Dresden erlässt Polizeiverordnung
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17:56 09.09.2015
Gaffer und "Hochwasser-Touristen" sind vielen Helfern ein Dorn im Auge. Quelle: Julia Vollmer

Das Verbot gilt innerhalb eines zehn Meter breiten Schutzstreifens. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe bis zu 1000 Euro rechnen.

Während Tausende Dresdner und Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Bundeswehr gemeinsam gegen die Elbefluten kämpfen, sorgen Schaulustige und Gaffer für Ärger. Dass viele nur Zusehen, sorgt vor allem bei freiwilligen Helfern für schlechte Stimmung. Zudem behindern einige „Hochwasser-Touristen“ die Einsatzkräfte oder gefährden deren Arbeit.

„Das Schlimme ist, dass es nicht nur lebensgefährlich für die Schaulustigen und Gaffer ist, sondern lebensgefährlich auch für die unschuldigen Helfer und Bürger, die sich dahinter befinden, teilweise hunderte Meter entfernt“, erklärt Oberbürgermeisterin Helma Orosz. „Ich appelliere an alle, sich besonnen zu verhalten. Diese Polizeiverordnung ist für diejenigen gedacht, die anscheinend kein Verantwortungsgefühl für ihre Mitbürger empfinden.“

So klettern immer wieder Neugierige auf die Deiche, um Fotos zu machen. „Wir haben Verständnis, dass die Menschen gucken wollen, wie hoch das Wasser schon steht. Nichts desto trotz sind die Schutzwälle tabu. Denn die, die darauf herumklettern, gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen in dem Gebiet“, so Lars Rohwer, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverband Dresden.

In Pieschen kletterten beispielsweise manche über die Absperrungen, um auf der Molenbrücke zu relaxen – während wenige Meter weiter fieberhaft Sandsack auf Sandsack geschichtet wurde. Auch Autofahrer und Radfahrer, die Absperrungen missachten und so teils mitten in die Einsatzkräfte hineinfahren, werden immer wieder beobachtet.

Dresdens Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) appellierte am Dienstag noch einmal an die vielen Schaulustigen. Man sollte keinesfalls die Einsatzkräfte behindern und betroffene Einwohner in Ruhe lassen. "Sie sind zum Teil schon genervt", stellte Sittel fest.

Wer wolle, könne selber helfen, so die Einsatzkräfte. Auch wer nicht kräftig genug sei, um Sandsäcke zu füllen oder zu tragen könne helfen. So nähen manche Freiwillige Säcke im Akkord, andere sorgen für Essen und Getränke der Helfer.

sl

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