Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Adler-Nachwuchs in Schönborn
Dresden Lokales Adler-Nachwuchs in Schönborn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:08 04.08.2018
Inzwischen drehen die drei jungen Fischadler beiderseits des Seifersdorfer Tales ihre Trainingsrunden, denn schon ab Ende August starten sie Richtung Afrika, wo sie überwintern. Quelle: Bernd Lichtenberger
Dresden-Schönborn

Aller guten Dinge sind drei. Und das in diesem Fall im doppelten Sinne: Nach zwei erfolglosen Brutversuchen in den vorangegangenen beiden Jahren gab es in diesem Jahr im Dresdner Norden bei einem Fischadler-Paar Nachwuchs. Drei junge Adler, aufgewachsen auf einem Enso-Strommast, sind in diesem Sommer flügge geworden.

Das freut nicht nur die Fachleute vom „Naturschutzbund Deutschland“ (Nabu), die schon vor Jahren angeregt hatten, auf einem der damals neu aufgestellten Strommasten einen künstlichen Nistkorb anzubringen. Auch die Schönborner beobachteten mit Interesse – und dem aus Naturschutzgründen erforderlichen Abstand – den regen Flugbetrieb der attraktiven Greifvögel. Schließlich war es nicht zu übersehen, wenn sich das Fischadler-Männchen mit einem Karpfen in den langen spitzen Krallen dem Horst näherte oder das Weibchen mit einem Ast für den Nestbau aus dem Seifersdorfer Tal zurück kam.

Die Schönborner Fischadler (Pandion haliaetus) waren in diesem Jahr das einzige Paar im Dresdner Stadtgebiet. Ein zweiter künstlicher Nistkorb bei Niederwartha und ein Adlerhorst bei Marsdorf blieben unbesetzt, bedauert Ornithologe Peter Reuße. Aber ein Stück nördlich der Stadtgrenze gab es weitere Fischadler-Brutpaare. Drei zum Beispiel im Vogelschutzgebiet Moritzburger Kleinkuppenlandschaft.

Durch Verfolgung und Gewässerverschmutzung waren Fischadler in ganz Mitteleuropa rar geworden. Auch in Sachsen brüten sie erst seit 1997 wieder. Insgesamt belaufe sich der Bestand dieser mit einer Flügelspannweite von maximal 170 Zentimetern kleinsten Adler-Art im Freistaat jetzt wieder auf 30 bis 40 Brutpaare, heißt es auf den Internetseiten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Vorzugsweise brüten diese mittelgroßen und schlanken Greifvögel im Elbe-Röder-Gebiet und in Nordwestsachsen. Das vor allem wegen des Nahrungsangebotes: Fischadler brauchen fischreiche Gewässer, denn sie fressen ausschließlich Fisch.

Und sie bevorzugen für ihren Horstbau einen möglichst hohen Punkt in der Landschaft. Da große Bäume, die andere überragen, bei uns rar geworden sind, akzeptieren sie gern auch einen künstlichen Nistkorb auf einem Mast. Vorausgesetzt, sie können dort ihre Brut ungestört aufziehen. Die Schönborner Adler-Dame ist übrigens beringt und damit keine Unbekannte. Nach Angaben der Beringungszentrale auf Hiddensee wurde sie 2009 als Jungvogel bei Potsdam beringt. Im vergangenen Jahr brütete sie nach dem Schönborner Fehlversuch in Leppersdorf.

Inzwischen drehen die drei jungen Fischadler beiderseits des Seifersdorfer Tales ihre Trainingsrunden, denn schon ab Ende August starten sie Richtung Afrika, wo sie überwintern. Aber da Fischadler ihren Brutplätzen meistens die Treue halten, gibt es für die Schönborner allen Grund, sich 2019 nicht nur auf sein Storchenpaar, sondern auch auf die Fischadler zu freuen. Mitte April sind sie dann vielleicht wieder da.

Von Bernd Lichtenberger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Während der Urlaubs lassen Reisende vor allem in Bus, Bahn oder in Hotels viele Dinge liegen. Endstation ist dann oft das Fundbüro. Dort stapeln sich jährlich Tausende Fundstücke.

04.08.2018

Jetzt besteht Klarheit: Der Freistaat geht im Streit um den Zugang an Dresdner Gymnasien nicht gegen die ersten Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Dresden vor. Damit wissen die Schüler nun, wo sie künftig zur Schule gehen.

04.08.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1954.

11.08.2018