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Lokales Acht Jahre Haft wegen Totschlags mit Bademantelgürtel
Dresden Lokales Acht Jahre Haft wegen Totschlags mit Bademantelgürtel
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17:57 20.11.2017
Ulrich Z. mit seiner Verteidigerin Katja Reichel bei der Verhandlung am Landgericht Quelle: Monika Löffler
Dresden

Wegen Totschlags ist Ulrich Z. am Dienstag von der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Der 63-Jährige hatte am 2. März dieses Jahres nach einem heftigen Streit seine Lebensgefährtin in ihrer Wohnung in Dresden-Weißig mit deren Bademantelgürtel erdrosselt. Nach der Tat fuhr er in die Klinik am Weißen Hirsch, erzählte alles seinem Psychologen und bat diesen, die Polizei zu informieren. „Ich wollte einen ruhigen Lebensabend. Ich habe nie daran gedacht, dass so etwas passieren und ich im Gefängnis landen könnte. Es war nicht geplant, ich wollte ihr nichts tun“, hatte der Angeklagte während der Verhandlung beteuert.

So überraschend und spontan war die Tat für Außenstehende und Dritte aber offenbar nicht. Die hatten wohl befürchtet, dass bei den ewigen Streiterein einmal etwas passieren könnte und dem Paar zu Trennung geraten. „Ich dachte immer, wenn das nicht einmal in die Hose geht“, sagte eine Zeugin.

Das Paar hatte seit 2013 eine Beziehung, die aber einer Achterbahn glich. Immer wieder gab es Krach, sie wollten sich trennen, blieben aber doch zusammen. Jahrelang wurde ständig, lauthals und überall gestritten, da flogen die Fetzen bis die Polizei anrückte. Der Angeklagte soll auch schon einmal handgreiflich geworden sein. Es waren zwei Partner, die, da waren sich alle Bekannte und Verwandte einig, unterschiedlicher nicht hätten sein können. „Die beiden passten einfach nicht zusammen, sie waren zu unterschiedlich“, erzählten eine Bekannte des Pärchens auf dem Gerichtsflur.

Ulrich Z. wurde als cholerisch, jähzornig aber auch als ordnungsliebend und pflichtbewusst beschrieben, der den Haushalt machte und sich um ihre Finanzen kümmerte – seine Lebenspartnerin als freiheitsliebend, verspielt, etwas freizügig und vor allem in finanziellen Dingen sehr chaotisch.

Auch am Morgen des 2. März ging es zunächst um ihre finanziellen Probleme. Am Abend vor der Tat hatte der Angeklagte versucht, mit einer Nachbarin die Finanzen seiner Freundin zu ordnen, während sie lieber Fasching feierte. Das warf er ihr am Morgen vor, sie beschwerte sich, das er sich in ihre Angelegenheiten einmische. Ein Wort gab das andere, die Situation eskalierte.

„Sie hat mich und meine Familie beleidigt, geschrien, mir ins Gesicht geschlagen und hysterisch gelacht“, erinnerte sich der Angeklagte. „Ich war in Rage und zutiefst gekränkt. Als sie mir ins Bad nachkam, griff ich zum Gürtel ihres Bademantels. Ich wollte nur, dass sie still ist.“ Er warf ihr den Gürtel um den Hals und zog ihn zu.

Von Monika Löffler

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