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Lokales Abschied von der Sommerzeit mit Kunstaktion im Dresdner Zwinger
Dresden Lokales Abschied von der Sommerzeit mit Kunstaktion im Dresdner Zwinger
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08:43 27.10.2017
Das Glockenspiel im Dresdner Zwinger.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, wenn die Uhren wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt werden, laden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zur Kunstaktion in den Zwinger ein. Sonntag, punkt 3 Uhr (Sommerzeit), erklingt für zehn Minuten das Glockenspiel im Zwinger mit einer neuen, eigens dafür komponierten Musik.

Bereits 1.23 Uhr (Sommerzeit) werden die sonst nachts geschlossenen Türen zum Zwingerinnenhof geöffnet, durch den man bis 3 Uhr (Winterzeit) wandeln kann. Zudem bieten Julia Weber, Direktorin der Porzellansammlung, und Peter Plaßmeyer, Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons, eine ganz besondere Führung durch die genannten beiden Museen an. Wer daran teilnehmen möchte, muss nicht nur pünktlich 1.23 Uhr vor Ort sein, sondern sich auch schon im Vorfeld ein Ticket (8 Euro) sichern. Denn die Teilnehmerzahl ist beschränkt, Karten an der Abendkasse gibt es nicht.

Der Glockenspielpavillon im Dresdner Zwinger. Quelle: Anja Schneider

 Die Kunstaktion, das Glockenspiel im Zwinger in der zeitlosen Stunde mit einer neuen Musik erklingen zu lassen, hatte im vergangenen Jahr Premiere und soll zur Tradition werden. Den Hut hat Künstler Florian Dombois auf, der vor allem durch seine Klanginstallationen bekannt geworden ist. Der gebürtige Berliner lädt jedes Jahr eine andere Komponistin bzw. einen anderen Komponisten aus einem europäischen Nachbarland ein, für das Zwinger-Glockenspiel ein neues Musikstück zu schaffen. So wird „INVERSE. Ein städtisches Ritual für Dresden“ dieses Jahr mit der Uraufführung einer Komposition von Alexey Retinsky eröffnet. Richard Röbel, ein ehemaliger Student der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, setzt die Komposition auf dem Carillon, dem Glockenspiel, im Zwinger, musikalisch um.

 „Die Komposition markiert den Auftakt zur Stille der gewonnenen Zeit und zum gemeinsamen, einstündigen Abschied von der technischen Zeit“, so die SKD. Dombois nennt es eine „Stunde ohne Zeiger“, einen „Riss in der Wirklichkeit“, der Freiraum zum Denken und Sinnen schaffe. Es gebe in dieser Stunde keinen Zeitdruck, keine Notwendigkeiten, die Welt warte einfach.

Alexey Retinsky, Florian Dombois und Richard Röbel (v.l.) bei der Generalprobe am Freitag. Quelle: Dietrich Flechtner

 Die beiden Museen im Zwinger, die im Rahmen der nächtlichen Führung besichtigt werden können, haben zum Zwingerglockenspiel natürlich einen thematischen Bezug. Schließlich besitze die Porzellansammlung das erste Meissener Glockenspiel von 1736 aus dem Japanischen Palais, das zu diesem besonderen Anlass auch erklingen werde, so die SKD. Der Mathematisch-Physikalische Salon dagegen war jahrhundertelang Inbegriff der Zeitmessung in Sachsen, denn bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier die Bestimmung der regionalen Zeit vorgenommen.

Karten für die Sonderführung unter besucherservice@skd.museum oder 0351-4914-2000 sowie an allen Kassen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Webshop; die Glockenspiel-Kunstaktion wird per Livestream übertragen.

Von Catrin Steinbach

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