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Lokales Abgerissene Gebäude in Dresden-Blasewitz: Hobbyforscher Bernd Beyer hat Buch geführt
Dresden Lokales Abgerissene Gebäude in Dresden-Blasewitz: Hobbyforscher Bernd Beyer hat Buch geführt
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17:41 09.09.2015
Die Gründerzeitvilla "Haus Friedland" wurde 1993 trotz Bürgerprotesten abgerissen. Quelle: Archiv Bernd Beyer

In der Gründerzeit hatte sich der Ort zum Villenvorort Dresdens entwickelt. Bis zur zwangsweisen Eingemeindung am 1. April 1921 siedelten sich hier aufgrund des niedrigen Steuersatzes die reicheren Dresdner Bürger an, die entsprechend in ihre Häuser investierten. Noch heute ist Blasewitz eines der begehrtesten Wohnviertel. In den vergangenen Jahren hat die Mehrzahl der Eigentümer ihre Häuser mit sehr viel Liebe zum Detail saniert – auch wenn sie nicht unter Denkmalschutz stehen.

1996 wurde das gesamte Gebiet Blasewitz/Striesen-Ost zum Denkmalschutzgebiet erklärt. „Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung der Straßen- und Platzbilder und des Ortsteilgrundrisses. Schutzgegenstände sind die bestehende ensembleprägende Bebauungsstruktur, die Trauf- und Firsthöhen sowie Abstandflächen, das vorhandene Erscheinungsbild der Straßen, Wege und Plätze, die straßenzugewandten Grundstückseinfriedungen sowie die parkähnlichen Gartenanlagen“, erklärt Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos).

„Der mit äußeren Veränderungen verbundene Aus- und Umbau und der Abbruch von baulichen Anlagen sowie Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild eines Einzelgebäudes oder einer Gebäudegruppe verändern – einschließlich der Farbgebung – bedürfen einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung. Der Abbruch von nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden muss in der Regel genehmigt werden, da nicht die einzelnen Gebäude, sondern das Gebiet an sich in seinem Erscheinungsbild und seiner Struktur geschützt ist. Der Zustand der zum Abbruch beantragten Gebäude spielt dabei keine Rolle.“ Trotzdem: „Nach 1990 sind in Blasewitz (wie im gesamten Stadtgebiet) einige Objekte abgerissen worden, die unter Denkmalschutz standen. Dabei handelte es sich um Gebäude, deren Erhaltung aufgrund ihres baulichen Zustandes nicht mehr im Rahmen des Zumutbaren lag“, sagt Lunau. Wie die Geschichte zeigt, wurde da manchmal aber auch nachgeholfen.

Momentan ermittelt die Kriminalpolizei im Falle der Tolkewitzer Straße 57 in Sachen Brandstiftung. Dort gab es innerhalb von fünf Monaten zwei Brände, die an dem Haus großen Schaden errichteten. Den Eigentümern dürfte das zupass gekommen sein, denn sie wollten das Haus schon seit 1998 abreißen. Was die Stadt verwehrte. Im Mai und Juni wurde das Haus trotzdem abgerissen, so dass die Stadt Strafanzeige stellte.

Kein Wunder also, dass die Blasewitzer mit Argusaugen verfolgen, was in ihrem Stadtteil passiert. Der Hobbyforscher Bernd Beyer, der schon in Blasewitz geboren wurde und nahezu jedes Wohnhaus kennt, hat u.a. über die Abrisse in seinem Stadtteil Buch geführt. Einige Beispiele für Alt und Neu zeigen wir in der Slideshow. Die historischen Fotos geben allerdings nicht immer den baulichen Zustand der Gebäude zur Zeit des Abbruchs wider.

Catrin Steinbach

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