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Lokales "AG Silicon Germany" will vom Bund Förderung für neuartige Elektronik
Dresden Lokales "AG Silicon Germany" will vom Bund Förderung für neuartige Elektronik
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17:39 09.09.2015
Unter dem Stichwort "Industrie 4.0" arbeiten deutsche Technologiefirmen an Lösungen, um hocheffiziente vernetzte Fabriken zu entwickeln. Sächsische Elektronik soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Quelle: AG Silicon Germany
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Berlin/Dresden

Darin drängen Vertreter führender deutscher Technologieunternehmen wie Infineon und Bosch, vor allem aber auch sächsischer Halbleiter-Hersteller kaum verblümt den Bund, die Entwicklung von Kernkomponenten der "Industrie 4.0" besser zu unterstützen. Sächsische Elektronik soll dabei eine Schlüsselrolle spielen.

"In der Hochtechnologieregion ,Silicon Saxony' sind wir gut aufgestellt, um die für Industrie 4.0 notwendigen Technologien führend mit zu gestalten", betont Heinz Martin Esser, Vorstand des sächsischen Hightech-Verbandes "Silicon Saxony". Freilich seien noch große Forschungsanstrengungen notwendig. "Diese sollte die Politik unterstützen und in passende Projekte überführen."

"Die Konkurrenten aus Asien und den USA sind stark und werden von ihren Regierungen gezielt durch Förderprogramme gestützt", warnt derweil die AG vor einem möglichen Zurückbleiben Deutschlands. "Es ist wichtig, dass Unternehmen in Europa und Deutschland ebenfalls - durch gezielte Maßnahmen gefördert werden."

Die Industrievertreter verweisen auf "große zukünftige Marktchancen für deutsche Unternehmen in wichtigen Branchen, insbesondere dem Maschinen- und Anlagenbau, dem Automobilbau, der Elektroindustrie sowie der Industrieautomatisierung." Insbesondere könnten in diesem noch jungen Technologiefeld nicht nur große Konzerne, sondern auch der Mittelstand und hochspezialisierte kleine Firmen "Produktionsvolumen und viele Arbeitsplätze am Hochlohnstandort Deutschland" sichern.

Denn "Industrie 4.0" meint im Grunde eine neue Stufe einer eher evolutionären Entwicklung. Dahinter steht die Idee, Fabriken noch stärker zu automatisieren und mit noch mehr Sensoren zu spicken, dabei aber alle Maschinen, Roboter, Fließbänder und Werkstücke über das Internetprotokoll "IPv6" miteinander zu vernetzen. Im Zusammenspiel dieser "intelligenten Sinne, Gehirne und Muskeln" zukünftiger Automatenfabriken sollen dann "dezentrale, sich selbstregulierende Steuerungsprozesse" die Produktion bestimmen. Ein Vorbild dafür sind neuere Chipfabriken, in denen jede Chipscheibe "über das Wissen ihres Herstellungsprozesses" verfügt und "die einzelnen Stationen ihrer Produktion selbstständig ansteuern" kann.

Letztlich soll dies dazu führen, dass deutsche Industriefabriken weit effizienter als bisher arbeiten, der Konkurrenz in Billiglohn-Konkurrenz aus Asien Paroli bieten und selbst noch Kleinstserien und Einzelanfertigungen auf Kundenwunsch mit Gewinn herstellen können. Solche Ansätze gibt es jetzt bereits zum Beispiel in den Chipwerken von Infineon und Globalfoundries in Dresden - freilich zu Lasten der Arbeitsplatzdichte -, aber auch von der Fraunhofer-Gesellschaft in einer Versuchsfabrik in Chemnitz.

Um auf diesem Sektor weltweit technologisch führend zu sein, sieht die AG besonderen Forschungs- und Förderbedarf für deutsche Eigenentwicklungen von Mikroelektro-mechanische Systemen (MEMS), Sensoren, Spezialprozessoren, Leistungselektronik, neuartigen Mini-Energieerntern, die Chips und Sensoren ohne Batterien oder Stromleitungen mit Energie zum Beispiel aus Vibrationen versorgen, informationstechnologischen Sicherheitslösungen und Systemintegration.

Die "AG Silicon Germany" war ursprünglich eine sächsische Initiative. Sie wurde 2010 in Dresden als "AG Mikroelektronik" gegründet, um die Landesregierung in deren Chip-Strategie zu beraten. Inzwischen haben sich auch Unternehmen und Institutionen außerhalb des Freistaats dieser AG angeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.09.2014

Heiko Weckbrodt

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