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Lokales ADFC Dresden setzt Blumen für sicheren Radverkehr
Dresden Lokales ADFC Dresden setzt Blumen für sicheren Radverkehr
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10:51 28.09.2018
So könnte eine Alternative für den Radverkehr auf der St. Petersburger Straße laut dem ADFC Dresden aussehen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Ein weißes Fahrrad, umringt von Kerzen und Blumen, steht angekettet an einer Laterne. Das Mahnmal am Rand der St. Petersburger Straße soll an den Unfall erinnern, der sich dort Mitte August zugetragen hat. Erst vor wenigen Wochen war eine 45-jährige Radfahrerin auf jenem Straßenabschnitt zwischen Georgplatz und Wienerplatz tödlich verunglückt. Durch eine geöffnete Autotür war die Frau von ihrem Rad in den fließenden Autoverkehr gestoßen worden.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Dresden nahm diese Tragödie zum Anlass, eine Petition für den sicheren Radverkehr auf der St. Petersburger Straße zu starten. Laut dem Verein stelle der geringe Abstand des Radwegs zu geparkten Autos eine Unfallgefahr dar. Deswegen fordert der ADFC die umgehende Entfernung der beidseitigen Parkstreifen an diesem Straßenabschnitt.

ADFC-Demo an der St. Petersburger

Am Donnerstag rief der Verein zusätzlich zu einer Demo auf. Ziel war es, Möglichkeiten einer sicheren Radverkehrsführung aufzuzeigen. Dafür legten ADFC-Mitglieder über die Parkflächen und dem jetzigen Radweg mit Hilfe von Blumentöpfen eine Radspur an.

„Die Aktion ist ein deutliches Zeichen, wie man mit gutem Willen eine sichere Alternative gestalten kann, um etwas an diesem gefährlichen Stück Radweg zu verbessern“, lobte Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, die Demonstration. Der Geschäftsführer betonte dabei, dass dieses Problem nicht durch die Autofahrer verursacht werde, sondern durch den mangelnden Platz. Eine Vielzahl von Fahrradklingeln bekundete die Zustimmung der Versammelten.

Sowohl die beiden Fahrspuren als auch der Parkstand auf der St. Petersburger Straße sind laut den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) nicht breit genug. „Bereits die beiden Kfz-Fahrspuren sind mit je 3 Metern Breite laut der RASt insgesamt einen halben Meter zu eng. Die Vorgabe für Autofahrer, einen Radfahrer mit 1,5 Metern Abstand zu überholen, ist somit gar nicht einzuhalten – beziehungsweise nur, wenn man auf die andere Fahrspur wechselt“, erläuterte Krause das Problem. Der Verein kritisiert das Fehlen von 75 Zentimeter breiten Trennstreifen zwischen Parkfläche und Radweg, welche durch die RASt empfohlen werden. „Das sind natürlich lediglich Richtlinien, an die sich die Stadt halten kann. Aber bei Todesfällen sollte darüber nachgedacht werden, ob die momentane Lösung so noch tragbar ist“, sagte der Landesgeschäftsführer.

Seit Juni 2017 zeichnet der Verein täglich Daten aus dem Parkleitsystem der Stadt auf. Krause verweist dabei auf die Tiefgaragen am Wiener Platz, bei Wöhrl und Karstadt sowie die Plätze im Parkhaus der Centrum Galerie und auf dem Ferdinandplatz. Über das Jahr hinweg seien fast ständig „mehr als 100 der rund 2 000 umliegenden Parkplätze frei“, meint er. „Mit der Abschaffung der beidseitigen Parkstreifen zwischen Georgplatz und Hauptbahnhof würden ungefähr 100 Parkplätze wegfallen. Diese könnten ohne Probleme durch die umliegenden Parkflächen und ein paar Minuten Umweg kompensiert werden“, so der Geschäftsführer weiter.

„Man muss sich einig werden, was wichtiger ist: das Überleben von Menschen im Straßenverkehr oder das Parken von Autos“, so Krause. Dass darüber im 21. Jahrhundert noch diskutiert werden muss, ist für ihn unverständlich. Bis jetzt stößt die Petition auf große Resonanz. Seit dem 13. August sind bereits 3 547 Unterschriften online gesammelt worden, zudem etwa 500 schriftlich.

Die Stadt zeigt indes Verständnis für das Anliegen des ADFC. „Mehr als 3 500 Unterschriften sind ein deutlicher Beleg für die Relevanz des Themas Verkehrssicherheit. Aktuell finden zwischen dem Stadtplanungsamt und dem Straßen- und Tiefbauamt Abstimmungen zur Verbesserung der Radverkehrssicherheit auf der St. Petersburger Straße statt“, so die Stadtverwaltung. Aktuell werden noch verschiedene Varianten untersucht. Die Entfernung der Parkstreifen stellt für die Stadt durchaus eine mögliche Lösung dar.

Bis zum 9. Oktober kann sich noch in die Unterschriftenliste auf der Seite https://bit.ly/2QaQKI0 eingetragen werden.

Von Annafried Schmidt

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