Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 711 Flüchtlinge finden keine Wohnung
Dresden Lokales 711 Flüchtlinge finden keine Wohnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 17.07.2017
Wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist und die Betroffenen einen Bleibetitel haben, haben sie Anspruch auf eine Wohnung. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

In Dresden sind 711 anerkannte Flüchtlinge als wohnungslos registriert. Das teilte der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) jetzt auf Anfrage des Piraten-Stadtrats Martin Schulte-Wissermann (Fraktion Die Linke) mit. Das sind diejenigen Personen, die zwar Anspruch auf eine eigene Wohnung haben, aber von der Stadt in Wohnheimen und Gewährleistungswohnungen untergebracht werden müssen, weil sie nichts auf dem Wohnungsmarkt finden. In Dresden gibt es besonders bei günstigen kleinen und großen Wohnungen Engpässe. Viele Asylberechtigte leben aber allein oder haben eine große Familie.

Asylbewerber werden durch die Stadt untergebracht. Sobald das Asylverfahren abgeschlossen ist und die Betroffenen einen Bleibestatus haben, haben sie einen Anspruch auf Wohnraum und Hartz-IV-Leistungen. Die Stadt erstattet Asylberechtigten die Miete nach den Regelsätzen der Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger, so dass diese sich Wohnungen im unteren Preissegment suchen müssen. Dabei gehen offenbar immer mehr Berechtigte leer aus und verbleiben in Wohnheimen oder Wohnungen, die sie mit mehreren anderen Personen teilen müssen.

Die Stadt hat auch 316 einheimische Personen als wohnungslos erfasst, die in Wohnheimen und Gewährleistungswohnungen untergebracht sind. Die Dunkelziffer bei obdachlosen Personen liegt aber höher, wie Sittel mitteilte. „Die Zahl der wohnungslosen Menschen, die bei Freunden oder Bekannten unterkommen oder gar keine Unterkunft haben, kann statistisch nicht erfasst werden, da dieser Personenkreis in der Regel nicht im Sozialamt vorstellig wird.“

Gegenwärtig liegen der Stadt noch keine Angaben zu den Ursachen von Obdachlosigkeit vor. Künftig sollen mit einer neuen Statistikplattform auch die Gründe dafür erfasst werden, warum eine Person nicht über eigenen Wohnraum verfügen kann, kündigte Sittel an.

In Dresden gibt es zwei von der Stadt geförderte Kontakt- und Beratungsstellen für wohnungslose Menschen, die vom Diakonischen Werk – Stadtmission Dresden und der Gemeinnützigen Gesellschaft Striesen Pentacon betrieben werden. Weitere Hilfsprojekte widmen sich wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Das Wöhrl Plaza hat einen neuen Besitzer – es ist ein Immobilienfonds - Monopoly an der Prager Straße

Da wurde wieder am ganz großen Rad gedreht: Das Wöhrl Plaza an der Prager Straße hat einen neuen Besitzer. Es ist eine Immobilieninvestmentgesellschaft aus Hamburg, die einen Fonds für Geschäftshäuser in Top-Lagen aufgelegt hat. Die Prager Straße zählt dazu, hieß es aus Hamburg.

17.07.2017

Beim Familiensonntag am 30. Juli können Kinder in der Städtischen Galerie mit ihren Eltern, Geschwistern oder Freunden in einer Mitmach-Führung das Farblabyrinth von Günther Hornig erkunden. Außerdem lädt die offene Kreativwerkstatt dazu ein, selbst Farb-Form-Erfinder zu werden.

17.07.2017

Der Bürgerrechtler Dr. Alexej Kozlow hält am Dienstag, 18. Juli, um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Opposition in Russland“, in dem er auf die aktuelle Situation der Zivilgesellschaft in diesem Land eingeht. Die Veranstaltung wird vom Dresdner Osteuropa Institut ausgerichtet.

17.07.2017
Anzeige