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Lokales 66.000 Dresdner sind armutsgefährdet
Dresden Lokales 66.000 Dresdner sind armutsgefährdet
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15:00 28.04.2017
In Dresden sind rund 66 000 Menschen armutsgefährdet.  Quelle: dapd
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Dresden

Laut Angeben der Stadtverwaltung sind rund zwölf Prozent der Dresdner arm beziehungsweise akut armutsgefährdet. Das geht aus einer aktuellen Anfrage der Linken-Stadtratsfraktion an den Bürgermeister hervor. Demnach leben etwa 65 700 Menschen unter der vom Freistaat festgelegten Armutsgefährdungsschwelle. Dazu gehören Einfamilienhaushalte die weniger als 834 Euro Nettoeinkommen haben und Familienhaushalte, die über weniger als 1752 Euro monatlich verfügen.

„Diese Zahlen sprechen eine besorgniserregende Sprache“, sagte Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat André Schollbach. So könne man nicht mehr von einer „Randerscheinung“ sprechen, wenn jeder achte Dresdner betroffen wäre. Dafür spreche auch die Zahl der Dresden-Pass-Inhaber, die im Jahr 2016 mit 26 210 Personen Rekordhoch verzeichnete. Das sei laut Schollbach zwar einerseits ein gutes Zeichen, da offensichtlich das freiwillige Angebot der Stadt und das Ende 2015 eingeführte Sozialticket für die öffentlichen Verkehrsmittel funktioniere. Auf der anderen Seite zeigten die Zahlen aber deutlich die steigende Zahl der armutsgefährdeten Menschen auf.

Den Hauptgrund für die aktuellen Zahlen sehen die Dresdner Linken aber in der Politik von Land und Bund. So sorgten ein undurchlässiges Bildungssystem und ein für einkommensschwache Menschen benachteiligendes Steuersystem für ein immer größeres soziales Ungleichgewicht. Viel ändern könne man in der Lokalpolitik daran zwar nicht, aber zumindest gegensteuern. „Wir müssen den Spielraum den wir haben ausnutzen“, sagte Linken-Stadträtin Pia Barkow. Neue und konkrete Vorhaben oder Pläne zur Bekämpfung der Armut legten die Linken in einer zu diesem Thema einberufenen Pressekonferenz am Freitag zwar nicht vor, wiesen aber auf die bisher geleistete Arbeit der Stadtratsmehrheit hin.

So seien 15 Millionen Euro im aktuellen Doppelhaushalt für die Arbeit von freien Trägern und sozialen Projekten vorgehen. Zudem sei die Einführung des Sozialtickets bisher ein Erfolg. „Wir müssen zunächst das absichern, was wir bisher erreicht haben. Zusätzlich arbeiten wir aktuell an passgenauen Angeboten, beispielsweise für Alleinerziehende“, so Barkow. Zudem liege der Fokus auch auf Präventivmaßnahmen, um Einkommensschwache vor Armut und sozialer Isolation zu schützen.

Von Sebastian Burkhardt

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