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Lokales 62-Jähriger plünderte das Konto seines Vaters
Dresden Lokales 62-Jähriger plünderte das Konto seines Vaters
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07:30 13.03.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
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Dresden

Peter H. war Papas Liebling, der Sohn, der immer alles richtig machte, das traditionsreiche Familienunternehmen weiterführte, dann eine eigene Firma leitete, der sich um alles kümmerte, auch um Papas Finanzen, als der dies wegen einer Erkrankung nicht mehr konnte. „Kritik an seinem Sohn ließ mein Vater nicht zu“, erzählte die Schwester von Peter H. am Montag im Amtsgericht. Da lief wohl alles nach dem Motto: Lass das mal den Peter machen.

Nur machte Peter H. nicht alles richtig, ganz im Gegenteil, da lag viel im Argen. Er war nicht der erfolgreiche Geschäftsmann, den er anderen und wohl vor allem sich selbst vorspielte. Die Firmen hat er in den Sand gesetzt, ständig gab es finanzielle Probleme. Er riss ein Loch auf, um ein anderes zu stopfen und wurde bereits wegen Subventionsbetrug, Insolvenzverschleppung und Veruntreuung von Arbeitsentgeld verurteilt. Daraus gelernt hat er nicht.

Gestern stand der 62-Jährige wegen Untreue vor dem Amtsrichter. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, ab 2013 das Konto seines Vaters geplündert haben. Peter H. hatte eine Vollmacht über das Konto des alten Herrn und soll sich dort in 26 Fällen bedient und insgesamt rund 28 000 Euro abgezweigt haben.

Angezeigt hatte ihn seine eigene Schwester, nachdem die Söhne von Peter H. ihr erklärt hatten, dass mit den Konto von Opa was nicht in Ordnung sei. Sie überprüfte die Auszüge und stellte fest, dass der eigentlich gut situierte Papa kurz vor der Pleite stand und gerade noch eine Monatsmiete hätte zahlen können. „Mein Vater stand vor dem sozialen Aus.“ Jetzt kümmert sie sich um dessen Finanzen.

Peter H. räumte ein, auf das Konto seines Vaters zugegriffen, den aber nicht geschädigt zu haben. Zum einen hätte sein Vater ihm gestattet, Geld abzuheben, zum anderen hätte er das Privatkonto seines Vaters für seinen eigenen Bankverkehr genutzt. Sein Gehalt, Erlöse aus dem Verkauf einer Maschine und ähnliches, bunkerte er zunächst auf dessen Konto und hob es dann zeitnah wieder ab. „Das stand mir zu, es war ja mein Geld“, erklärte der Angeklagte. Stimmt nicht ganz, denn er hatte mehr abgehoben als eingezahlt.

Außerdem hätte er das Konto seines Vaters nicht nutzen dürfen, denn Peter H. hatte sowohl für die Firma als auch privat Insolvenz angemeldet. Von dem Geld, was da hin und her geschoben wurde, hatte der Insolvenzverwalter keine Ahnung. Hier könnte wegen Bankrott noch etwas auf ihn zukommen. Für die Selbstbedienung auf dem Konto des Vaters wurde er wegen Untreu zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Von Monika Löffler

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