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Lokales 6.000 Euro Fördermittel für „Wir sind Pieschen“
Dresden Lokales 6.000 Euro Fördermittel für „Wir sind Pieschen“
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17:21 21.11.2015
Mobile Malwände sollen in einer Kita, in der 30 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben, die Verständigung erleichtern. Quelle: Christin Grödel
Dresden

Neun Kinder- und Jugend-Projekte im Dresdner Stadtteil Pieschen erhalten insgesamt 6000 Euro Fördermittel von der Stiftung „Children for a better world“. Mit dem Geld sollen in den kommenden Monaten Pläne verwirklicht werden, die junge Leute, Eltern, Betreuer und Initiativen unter dem Motto „Wir sind Pieschen“ geschmiedet haben. Meist helfen dabei schon geringe Beträge weiter – etwa, wenn junge Sportfans endlich eigene Fuß- und Volleybälle kaufen können, um künftig unabhängig von einem „Ballbesitzer“ aktiv zu werden, oder eine engagierte Ehrenamtlerin Lehrmaterialien für Flüchtlings-Deutschkurse erwerben kann.

Die Projekte

Die Laurentius-Kirchgemeinde will ihren Gemeinschaftsgarten „Weltchen“ an der Homiliusstraße aufbauen und auf der einst verwilderten Brache Platz zum Toben und für Begegnungen, unter anderem mit Asylsuchenden aus benachbarten Einrichtungen, schaffen. Der Kleingartenverein „Sommerfrische“ hat eine seiner Parzellen zu einem Projektgarten für Kinder umgestaltet und will nun mittels moderner Kommunikationstechnik ermöglichen, dass man das Wachsen und Werden der Natur auch online verfolgen kann.

In der Kita an der Lommatzscher Straße sollen künftig große, mobile Malwände die Kommunikation erleichtern. Die Einrichtung betreut nämlich Kinder aus 15 Ländern, da sind Verständigungsprobleme an der Tagesordnung. Mittels Pinsel und Kreide können sich auch Kinder mit Migrationshintergrund und geringen Deutschkenntnissen verständigen.

Wie es sich als Mädchen in Pieschen lebt, was den Stadtteil lebenswert macht und was weniger schön ist, das will eine Gruppe junger Frauen untersuchen und eventuell Verbesserungsvorschläge unterbreiten.

Eine Gruppe nicht so gut betuchter Pieschener Mütter wünschte sich, mit ihren Sprösslingen mal aus dem Stadtteil herauszukommen, und beantragte Geld für Ausflüge, beispielsweise in den Leipziger Zoo.

Mit Mobilität hat auch das teuerste Projekt zu tun: eine Rollstuhl-Fahrschule. Zum einen können hier Nichtbehinderte einen „Rolli“ ausprobieren und so ganz neue Perspektiven erleben. Zum anderen lernen auch Kinder, die mit Handicap geboren wurden, wie man sich auf Rädern fortbewegt. Anders als junge Menschen, die nach Unfall oder Krankheit in der Reha das Rollstuhlfahren trainieren, bringt das den Kindern mit angeborener Behinderung niemand bei.

Fotos der einzelnen Projekte sollen am Ende des Sommers große Plakatwände in Pieschen zieren und zeigen: Seht her, unser Stadtteil ist lebenswert, hier ist was los.

Kampagne „Wir sind Pieschen

Unter dem Motto „Wir sind Pieschen“ hatte die Outlaw Kinder- und Jugendhilfe, die das Stadtteilhaus Emmers betreibt, dazu aufgerufen, Projekte zu entwickeln, die den Stadtteil im Dresdner Nordwesten lebens- und liebenswerter gestalten.

„Wir haben die Kampagne ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit und Vernetzung der verschiedenen Initiativen und Vereine im Sinne von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu fördern“, erklärt Sandra Anders, Bereichsleiterin des Stadtteilzentrums Emmers. „Dadurch haben kleine und große Akteurinnen und Akteure die Möglichkeit, ihre Ideen und Engagement für den Stadtteil zu verwirklichen.“

Welche der eingereichten Projektideen Fördermittel bekommen, hatte eine Fachjury gemeinsam mit den Vertretern der Initiativen und der Dresdner Projektschmiede entschieden. Der Jury gehörten unter anderem Ortsamtsleiter Christian Wintrich, Heidi Geiler vom pro Pieschen e.V. und  Thomas Rommel vom Abenteuerspielplatz Eselnest an.

ttr

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