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Lokales 6. Sächsischer Bürgerpreis verliehen – Kritik von Kontaktgruppe Asyl
Dresden Lokales 6. Sächsischer Bürgerpreis verliehen – Kritik von Kontaktgruppe Asyl
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12:12 18.10.2016
Quelle: dpa
Dresden

 Der Sächsische Bürgerpreis geht jedes Jahr an Menschen und Organisationen, die sich besonders für ihre Mitbürger und das Zusammenleben in der Gesellschaft engagieren. Am Montag wurde der Preis vom Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank zum sechsten Mal verliehen. In fünf Kategorien wurden von Schirmherr und Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Frauenkirchenpfarrer Sebastian Freydt und Petra Ostermann von der Kulturstiftung die Preisträger unter anderem für kulturell-geistliche und gesellschaftlich-soziale Tätigkeiten sowie Arbeit mit Kindern oder Flüchtlingen gewürdigt. In jeder Kategorie ist der Sächsische Bürgerpreis mit 5000 Euro dotiert. Die insgesamt 118 Nominierten wurden von den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen vorgeschlagen.

Preisträger in der Kategorie „Gesellschaftlich-soziales Engagement“ sind dieses Jahr die ehrenamtlichen „Betreuungslotsen“ der Jugendgerichtshilfe (JGH) Dresden. Das im Jahre 2004 gemeinsam mit der Evangelischen Fachhochschule für Soziale Arbeit Dresden entstandene Projekt hilft Jugendlichen bei ihren Problemen im Alltag oder ihrer Lebensführung, gerade wenn ihnen der familiäre Rückhalt fehlt. Lotse kann jeder werden, der Geduld und Einfühlungsvermögen aufbringt und den Jugendlichen in schwierigen Zeiten, die oft mit fehlender Arbeitsmöglichkeiten und Perspektivlosigkeit einhergehen, beistehen will. So soll die Gefahr für kriminelles Verhalten, Sucht, Verschuldung oder Obdachlosigkeit gemindert werden.

Besonders da die Betreuungslotsen nicht an das Jugendamt gebunden sind und ihre Tätigkeit von den Jugendlichen freiwillig angenommen wird, anstatt etwa im Rahmen eines Strafverfahrens, wird die Hemmschwelle bei diesen gemindert. Auf dieser Grundlage ist das Verhältnis zwischen Betreuer und Betreutem positiv, es ist keine Abhängigkeit vorausgesetzt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden Jörg Dathe, Vorsitzender des Döbelner SV (Kategorie Engagement im Sport für Demokratie und Toleranz), der ehrenamtliche Bücherdienst der Städtischen Bibliothek Dresden (Kulturell-geistliches Engagement), der Adam-Ries-Bund e.V. aus Annaberg-Buchholz (Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz) sowie die Jugendgruppe „Friede hilft!“ aus Friedersdorf (Hilfe für Flüchtlinge).

Ursprünglich sollte für die dieses Jahr neu hinzugekommene Kategorie „Hilfe für Flüchtlinge“ auch die Kontaktgruppe Asyl e.V. (KoGA) aus Dresden nominiert werden. Diese lehnte der Verein jedoch ab. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird“, heißt es vonseiten der KoGA. Andererseits sei man mit der Flüchtlings- und Abschiebungspolitik in Sachsen nicht einverstanden. „Es ist für uns nicht mit unserem Selbstverständnis vereinbar, die Missstände in Sachsen zu kennen und regelmäßig zu erleben, aber gleichzeitig all diese Probleme auf Grund einer Preisvergabe des Freistaates zu vergessen.“

Von Gerrit Menk

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