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5G-Pilotnetz für vernetztes Fahren

Mobilfunk-Gipfel in Sachsen 5G-Pilotnetz für vernetztes Fahren

In Dresden werden eine Pilotstrecke für autonomes, vernetztes Fahren und ein Testnetz für den Mobilfunk der fünften Generation (5G) installiert.

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Jan Falkenberg von der TU Dresden zeigt beim 5G-IEEE-Gipfel in Dresden ein Roboterspiel, dass das Tempo in alten und neuen Mobilfunknetzen demonstriert.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden. In Dresden werden eine Pilotstrecke für autonomes, vernetztes Fahren und ein Testnetz für den Mobilfunk der fünften Generation (5G) installiert. Das hat der Dresdner Mobilfunk-Guru Prof. Gerhard Fettweis beim 5G-IEEE-Gipfel auf DNN-Anfrage angekündigt. „Wir wollen diese Technologie in einem Pilotprojekt auf die Straße bringen – wahrscheinlich nicht gleich in den öffentlichen Verkehr, aber mit fahrenden Objekten.“ Nähere Details mochte Fettweis nicht mitteilen. Noch seien nicht alle Vereinbarungen mit den geplanten Partnern unter Dach und Fach.

Schon jetzt hat das „5G-Lab Germany“ der TU Dresden eine führende Rolle bei der Entwicklung des 5G-Funks übernommen. Aus gutem Grund unterstützen Industriepartner wie Vodafone, Telekom. Bosch und Ericsson dieses Forschungszentrum jährlich mit Millionensummen. „5G wird die Zukunft sehr definieren“, ist Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter überzeugt. Vodafone wolle dabei ein Taktgeber sein – und arbeite deshalb eng mit dem Dresdner Labor zusammen.

Fettweis und seine 5G-Lab-Kollegen waren es beispielsweise, die erst das Konzept vom „Taktilen Internet“ gebaren, dem jetzt 5G-Entwickler weltweit hinterherjagen. Denn 5G wird sich nicht nur in puncto Tempo von heutigen LTE-Netzen unterscheiden. Künftige 5G-Geräte sollen millisekundenschnell reagieren können, also ohne für Menschen merkliche Verzögerungen („Latenzen“). Damit eröffnen sich ganz neue Anwendungen für funkvernetzte Maschinen etwa in den hochautomatisierten Fabriken der „Industrie 4.0“ und beim autonomen Fahren. Nur dann wären nämlich die Roboter oder Autos imstande, auf drohende Unfälle oder Kollisionen mit Menschen rechtzeitig zu reagieren.

Erhebliche Innovationen erhoffen sich die Forscher wie Wirtschaftsvertreter von dem neuen Mobilfunk vor allem im Industriesektor. Schon jetzt vertickt Vodafone sechsmal soviele Mobilfunk-SIM-Karten für Maschinen als für Smartphone, verriet Deutschlandchef Ametsreiter. Dies sei ein sicheres Anzeichen dafür, dass Mobilfunk für Industriebetriebe immer interessanter werde.

Doch seine ersten Durchbrüche werde 5G womöglich zunächst in anderen Segmenten schaffen, glauben Vodafone-Technikchef Eric Kuisch und TU-Professor Gerhard Fettweis. „Das kann erst mal ganz spielerisch sein“, sagte Eric Kuisch. Und Fettweis denkt beispielsweise an vernetzte Fitnessstudios, in denen Dutzende Landratten in Echtzeit-Simulationen lernen, in wilder Brandung zu surfen, ohne auch nur nass zu werden. Oder an Skikurse mit 5G-vernetzten Datenbrillen auf der Nase im trockenen warmen Simulator-Stübchen.

Aber noch bevor es an die echten „Killer-Applikationen“ wie vernetztes, hochautomatisches Fahren und Robotik geht, könnte 5G bereits für mehr Durchblick auf deutschen Straßen sorgen. Beispiel: Derzeit fahren Vodafone-Manager mit einem Demonstrations-Wohnmobil auf Sachsens Straßen, das mit einiger Pilottechnik ausgestattet ist. Dazu gehört auch die Möglichkeit, an nachfolgende (und entsprechend ausgerüstete) Fahrzeuge per Mobilfunk Echtzeit-Videos von der Frontkamera zu senden. Was heißt: Das Wohnmobil würde für den folgenden Autofahrer gewissermaßen durchsichtig. Will er überholen, kann er rechtzeitig sehen, ob vor der sperrigen Kiste vor ihm Gegenverkehr oder andere Probleme lauern. „So kann 5G schon bald für ein Plus an Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, auch wenn es mit dem vernetzten Fahren noch etwas länger dauert“, sagte Fettweis.

5gsummit.org/dresden/

Von Heiko Weckbrodt

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