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59-Jähriger prellt Anleger um mehr als 2 Millionen Euro

Vor Gericht 59-Jähriger prellt Anleger um mehr als 2 Millionen Euro

Rolf W. bezeichnet sich als Makler. Erst ist seit Jahren im Geschäft, aber nicht sehr erfolgreich. 1997 wurde er zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt, weil er Anleger um ihr Geld betrogen hatte. Nach seiner Freilassung machte er damit weiter. Dafür wurde er jetzt wegen Betruges in 87 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt.

59-Jähriger prellt Anleger um mehr als 2 Millionen Euro

Quelle: dpa

Dresden. Rolf W. bezeichnet sich als Makler. Erst ist seit Jahren im Geschäft, aber nicht sehr erfolgreich. 1997 wurde er zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt, weil er Anleger um ihr Geld betrogen hatte. Nach seiner Freilassung machte er damit weiter. Dafür hat das Dresdner Amtsgericht den Wiederholungstäter am Dienstag wegen Betruges in 87 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt. Sein Geständnis bewahrte ihn vor einer höheren Strafe.

Zwischen 2011 und 2016 hatte der 59-Jährige viele Leute um rund 2,3 Millionen Euro geprellt. Er bot zum einen als Anlagevermittler Genussrechte (Mischform aus Aktie und Anleihe) mit einer Grundverzinsung von sechs Prozent an, die bei einer Holding in Luxemburg winken sollten. Noch höhere Zinsen – fünf bis zehn Prozent – versprach er für Privatdarlehen. Die allgemeine Niedrigszinspolitik machte es ihm leicht:„Das Geld ist mir regelrecht hinterhergetragen worden.“ 2,2 Millionen Euro sammelte er ein.

Allerdings legte er das Geld nicht an, sondern stopfte damit die Löcher in seinem Unternehmen. Die luxemburgische Holding gab es nicht mehr – er nutzte jedoch deren Formulare, um „der Sache einen dekorativen Rahmen zu geben“. Auch die 2,1 Millionen aus Privatkrediten ließ der Makler nicht „arbeiten“, sondern investierte in den Aufbau anderer Geschäftsfelder, die aber allesamt floppten – zum Beispiel ein Projekt in Russland, um geräucherte Garnelen an den Mann zu bringen. 2012 war er zahlungsunfähig.

„Mir war eigentlich klar, dass geht so nicht. Ich hätte die Reißleine ziehen müssen“, erklärte er. Er zog sie aber nicht, sondern sein kriminelles Ding durch. Zurück bleiben ein Riesenberg an Schulden und viele Anleger, die wohl nie wieder etwas von ihrem Geld sehen werden. Der 59-Jährige hat keine Einkünfte und lebt vom Geld seiner Frau. „Ich werde den Brocken nie ganz loswerden, er ist einfach zu groß.“

Von Moni

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