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57-Jähriger soll sich an seinen Enkeln vergangen haben

Missbrauch: Ein Opa zum Gruseln 57-Jähriger soll sich an seinen Enkeln vergangen haben

Man hört von den Angeklagten, wenn es um Kindesmissbrauch geht, häufig an den Haaren herbeigezogenen Einlassungen. Da versuchen einige, die Sache, wohl vor allem vor sich selbst, kleinzureden. Was Lothar E. gestern im Dresdner Landgericht erzählte, war allerdings fast unglaublich.

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Lothar E. steht wegen Missbrauchs seiner Enkel vor Gericht.

Quelle: Monika Löffler

Dresden. Man hört von den Angeklagten, wenn es um Kindesmissbrauch geht, häufig an den Haaren herbeigezogenen Einlassungen. Da versuchen einige, die Sache, wohl vor allem vor sich selbst, kleinzureden. Was Lothar E. gestern im Dresdner Landgericht erzählte, war allerdings fast unglaublich. Der 57-Jährige muss sich wegen sexuellen Missbrauchs in 27 Fällen und Besitz und Erwerb von Kinderpornografie vor der Großen Jugendkammer des Gericht verantworten - die Opfer: seine eigenen Enkel. Fünf von ihnen, so die Anklage, soll der Opa zwischen 2011 und 2012 in seiner Wohnung oder der Wohnung der Eltern missbraucht haben. Die Kinder waren damals zwischen eineinhalb und neun Jahren alt.

Er wolle sich korrigierend äußern, erklärte Lothar E. zu Beginn der Verhandlung. Die Vorwürfe seien übertrieben. Seine Familie habe total überreagiert und ein regelrechtes Kesseltreiben veranstaltet. "Es gibt wenig tolerante Menschen", beschwerte er sich und wies die meisten Vorwürfe zurück. Er habe nur zwei seiner Enkel angefasst und an deren Geschlechtsteilen manipuliert. Dem Zehnjährigen habe er, vor den Augen dessen zwei Jahre jüngeren Schwester, nur erklärt, wie man sich selbst befriedigt. "Ich habe ihm an ihm selbst gezeigt, wie es richtig geht." Die Aufforderung des Opas mitzumachen, hatte das Kind abgelehnt. Und einem sechsjährigen Enkel habe er auf dessen Bitte hin manuell und oral befummelt. "Er hatte mich darum gebeten und ich habe ihm den Wunsch nicht verwehrt. Ich habe es getan, um dem Kind eine Freude zu machen." Bitte? Kein Wunder, dass die Eltern Alarm schlugen.

Alle anderen Vorwürfe, wie einen eineinhalbjährigen Enkel anal missbraucht zu haben, wies er von sich. "Anal ist nicht meine Sache, außerdem war der viel zu jung. Ich stehe auf Jungen zwischen zehn und 14 Jahren." Wohl nicht nur. Der Mann hatte vor Jahren auch eine seiner eigenen Töchter missbraucht.

Die Schuld für die Vorwürfe suchte er bei allen anderen, nur nicht bei sich selbst. Der 57-Jährige sieht sich als Super-Opa und toller Vater und fühlt sich von allen missverstanden. Wenn er seinem kleinen Enkel unter der Bettdecke befingert und eindeutige Bewegungen macht, nennt er das "Streicheleinheiten" und erwartet dafür noch Verständnis. Dies sei doch nichts Schlimmes. Als sexuell verklemmt kann man den älteren Herrn wirklich nicht bezeichnen. Er versuchte sich als Hobbypsychologe, um seinen Kindern und deren Ehepartnern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Da wurde richtig schmutzige Wäsche gewaschen.

Die auf seinem Rechner gefundenen kinderpornografischen Fotos habe er sich gar nicht angeschaut. "Die habe ich von einem Typen geschickt bekommen, weil ich eine Satire für eine Selbsthilfegruppe für Phädophile schreiben wollte. Die Fotos wollte ich als Karikaturen benutzen." Märchenhaft. Der Prozess wird fortgesetzt. Zunächst sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

Monika Löffler

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