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57 Dresdner Kinder suchen „Omis und Opis“ zum Spielen und Lernen

Kinderbetreuung 57 Dresdner Kinder suchen „Omis und Opis“ zum Spielen und Lernen

„Bärchen-Oma“ ruft der 4-jährige Aaron aus Dresden, als er mit Elke Hoffmann am Brunnen oberhalb des Alaunparks spielt. Die 59-jährige Hoffmann ist seine „Leih-Oma“ und kümmert sich ein bis zweimal die Woche um den kleinen Wirbelwind, damit seine alleinerziehende Mutter ein paar freie Stunden für sich hat.

Haben sich gefunden: Elke Hoffmann und Aaron sind Oma und Enkel – ganz ohne dafür verwandt sein zu müssen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Bärchen-Oma“ ruft der 4-jährige Aaron aus Dresden, als er mit Elke Hoffmann am Brunnen oberhalb des Alaunparks spielt. Die 59-jährige Hoffmann ist seine „Leih-Oma“ und kümmert sich ein bis zweimal die Woche um den kleinen Wirbelwind, damit seine alleinerziehende Mutter ein paar freie Stunden für sich hat.

Organisiert werden die „Leih-Omas“ vom Frauenförderwerk Dresden. Momentan werden händeringend Senioren im Stadtgebiet gesucht, die rund 20 Stunden im Monat Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren nachmittags betreuen. 57 Kinder warten derzeit auf eine „Leih-Oma“ oder einen „Leih-Opa“, der mit ihnen spielt, lernt und einfach für sie da ist. „Es ist ein schönes Gefühl, für jemanden da sein zu können und noch einmal Kinder aufwachsen zu erleben“, sagt Hoffmann, deren Kinder schon lange flügge geworden sind.

Seit rund fünf Jahren kümmert sich die „Leih-Oma“ ehrenamtlich um verschiedene Kinder. Zu ehemaligen Familien, die umgezogen sind, hält sie immer noch regen Kontakt. Auch ihr Mann ist involviert. „Am liebsten bauen Aaron und mein Mann im Garten mit Holz oder hecken zusammen Blödsinn aus“, lacht Hoffmann.

Als Aufwandsentschädigung erhalten die Senioren eine monatliche Zuwendung der Bürgerstiftung über 40 Euro. Lidija Pietzsch vom Frauenförderwerk organisiert das Projekt, zu dem auch ein monatliches Treffen aller „Leih-Omas“ gehört, bei dem kreative und fachliche Anleitungen gegeben werden.

„Wir erleben die Kinder in einem Alter, in dem sehr viel passiert und leisten dabei auch ein bisschen Erziehungsarbeit“, nennt Hoffmann ihre Motivation. Ihr ist es wichtig, in der Betreuungszeit am Nachmittag nicht als Babysitter gesehen zu werden, sondern als ein festes Ritual im Alltag, bei dem eine Bindung zwischen Kind und „Leih-Oma“ entsteht. Dafür sieht das Konzept eine feste Kontinuität in der Betreuung über einen längeren Zeitraum vor. „Besonders schön sind natürlich die großen Ereignisse, wie Schuleinführung und Konfirmation“, berichtet Hoffmann aus ihrer Erfahrung.

Aber aller Anfang ist schwer. Den Namen „Bärchen-Oma“ musste sie sich erst verdienen. Beim ersten Treffen vor zwei Jahren war der jetzige Wirbelwind Aaron verschüchtert. Eine Tüte Gummibärchen, die er selbst nicht aufbekam und die schließlich Hoffmann für ihn öffnete, legten den Grundstein für die heutige innige „Enkel-Oma“-Beziehung.

Interessierte Senioren können die Projektleiterin Lidija Pietzsch telefonisch jeden zweiten bis vierten Mittwoch im Monat von 8 bis 13 Uhr unter Tel.: 202 69 10 erreichen oder sich täglich an das Sekretariat unter der gleichen Telefonnummer wenden.

Von Tomke Giedigkeit

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