Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 57 Dresdner Kinder suchen „Omis und Opis“ zum Spielen und Lernen
Dresden Lokales 57 Dresdner Kinder suchen „Omis und Opis“ zum Spielen und Lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:53 27.06.2017
Haben sich gefunden: Elke Hoffmann und Aaron sind Oma und Enkel – ganz ohne dafür verwandt sein zu müssen. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

„Bärchen-Oma“ ruft der 4-jährige Aaron aus Dresden, als er mit Elke Hoffmann am Brunnen oberhalb des Alaunparks spielt. Die 59-jährige Hoffmann ist seine „Leih-Oma“ und kümmert sich ein bis zweimal die Woche um den kleinen Wirbelwind, damit seine alleinerziehende Mutter ein paar freie Stunden für sich hat.

Organisiert werden die „Leih-Omas“ vom Frauenförderwerk Dresden. Momentan werden händeringend Senioren im Stadtgebiet gesucht, die rund 20 Stunden im Monat Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren nachmittags betreuen. 57 Kinder warten derzeit auf eine „Leih-Oma“ oder einen „Leih-Opa“, der mit ihnen spielt, lernt und einfach für sie da ist. „Es ist ein schönes Gefühl, für jemanden da sein zu können und noch einmal Kinder aufwachsen zu erleben“, sagt Hoffmann, deren Kinder schon lange flügge geworden sind.

Seit rund fünf Jahren kümmert sich die „Leih-Oma“ ehrenamtlich um verschiedene Kinder. Zu ehemaligen Familien, die umgezogen sind, hält sie immer noch regen Kontakt. Auch ihr Mann ist involviert. „Am liebsten bauen Aaron und mein Mann im Garten mit Holz oder hecken zusammen Blödsinn aus“, lacht Hoffmann.

Als Aufwandsentschädigung erhalten die Senioren eine monatliche Zuwendung der Bürgerstiftung über 40 Euro. Lidija Pietzsch vom Frauenförderwerk organisiert das Projekt, zu dem auch ein monatliches Treffen aller „Leih-Omas“ gehört, bei dem kreative und fachliche Anleitungen gegeben werden.

„Wir erleben die Kinder in einem Alter, in dem sehr viel passiert und leisten dabei auch ein bisschen Erziehungsarbeit“, nennt Hoffmann ihre Motivation. Ihr ist es wichtig, in der Betreuungszeit am Nachmittag nicht als Babysitter gesehen zu werden, sondern als ein festes Ritual im Alltag, bei dem eine Bindung zwischen Kind und „Leih-Oma“ entsteht. Dafür sieht das Konzept eine feste Kontinuität in der Betreuung über einen längeren Zeitraum vor. „Besonders schön sind natürlich die großen Ereignisse, wie Schuleinführung und Konfirmation“, berichtet Hoffmann aus ihrer Erfahrung.

Aber aller Anfang ist schwer. Den Namen „Bärchen-Oma“ musste sie sich erst verdienen. Beim ersten Treffen vor zwei Jahren war der jetzige Wirbelwind Aaron verschüchtert. Eine Tüte Gummibärchen, die er selbst nicht aufbekam und die schließlich Hoffmann für ihn öffnete, legten den Grundstein für die heutige innige „Enkel-Oma“-Beziehung.

Interessierte Senioren können die Projektleiterin Lidija Pietzsch telefonisch jeden zweiten bis vierten Mittwoch im Monat von 8 bis 13 Uhr unter Tel.: 202 69 10 erreichen oder sich täglich an das Sekretariat unter der gleichen Telefonnummer wenden.

Von Tomke Giedigkeit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Rahmen des Projektes „Deutschland – Land der Ideen“ sind drei Projekte aus Dresden ausgezeichnet worden. Prämiert wurden das Unternehmensnetzwerk Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen, das Projekt „Anbau von Mikroalgen im urbanen Raum“ der MINT Engineering GmbH und das Recyclingsystem der Firma binee.

27.06.2017

Der Bund hat die Regeln für den Unterhaltsvorschuss geändert. Wenige Tage, bevor die Reform in Kraft tritt, sind die Konsequenzen in Dresden in vielen Punkten noch offen. Trotz der Ungewissheit müssen die Stadträte demnächst über Mehrausgaben in Millionenhöhe entscheiden.

26.06.2017

Für ihre Arbeiten an Graphenen bekommen Xinliang Feng vom Zukunftselektronikzentrum „cfaed“ der TU Dresden und Klaus Müllen vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz den „Hamburger Wissenschaftspreis 2017“.

26.06.2017
Anzeige