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Lokales 52 ungewöhnliche Ausflugstipps für Dresden
Dresden Lokales 52 ungewöhnliche Ausflugstipps für Dresden
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11:00 23.08.2018
Sirii Klose: 52 kleine & große Eskapaden in und um Dresden. Dumont Verlag, 232 Seiten, 14,99 Euro Quelle: Verlag
Dresden

Mit Eskapaden ist das so eine Sache. Manche leisten sich solche in der Küche, was mitunter für die Mitmenschen nur schwer auszulöffeln ist, aber im Vergleich zu Eskapaden, die einem in der Politik mitunter beschert werden, in der Regel noch geht. Manche bringen es mit Eskapaden durchaus zu Ruhm und Ehren, erinnert sei an den Freiherrn Gisbert von Romberg im Münsterland, der kein Kind von Traurigkeit war und als „Toller Bomberg“ in die Geschichtsbücher einging.

Mit Eskapaden in und um Dresden lockt nun, frei nach der Devise „Hinein ins prallbunte Leben“, ein Reiseführer, den die Dresdnerin Sirii Klose verfasst hat und der aber auch gar nichts von der Nüchternheit so vieler anderer Reiseführer hat. Erschienen ist Kloses Werk in einer Reihe des Dumont-Verlages, die sich auch ob des frech-fröhlichen Designs und des eher erzählerischen Ansatzes abhebt. Reportageartig werden Ausflüge und Unternehmungen in Dresden und dem Umland beschrieben, die selbst nicht jeder Einheimische kennt, statt auf die Bastei geht es beispielsweise ins Schwarzbachtal. Es kann so einfach sein, mehr zu erleben als das Bekannte. Man muss nur wollen – das ist die Botschaft, die Klose einem in diesem aparten Buch ganz en passant aber doch eindrücklich mit auf den Weg gibt.

„Ab nach draußen!“ heißt die Devise – gibt kurze Touren, die man binnen weniger Stündchen erledigen kann, längere Touren, für die man auch mal eine Stunde mit dem Zug anfährt und auch ein Dutzend Touren, die auf einen Miniurlaub am Wochenende hinauslaufen, weil man übernachten „muss“. Alle Eskapaden sind mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Die Reise erfolgt man mal per pedes oder mit dem Rad, die Anreise mit Bus, Schiff oder Bahn, bepackt mit Badezeug oder auch Skiern und Schlitten. Grundlage des Buches sind Wanderungen mit der Familie, mit Freunden, dem Vater,... – und zwar gern auch abseits der Hauptwanderwege.

Das Werk Kloses, die mit „wanderfreudigen Eltern“ aufwuchs, ist über Jahre gewachsen. Dresden wird bescheinigt, dass es noch Platz hat für Streuobstwiesen, Wiesenwege und einen Wald, „in dem man sich mühelos verlaufen kann“ und dass es „in jeder Himmelsrichtung eine einzigartige Landschaft bereithält“. Ja, „hinter dem Beton liegt das Land“, da hat die 43-jährige Autorin schon recht, die u.a. aufzeigt, dass gleich hinter der röhrenden Dohnaer Straße eine Landschaft zu finden ist, die auf kleinstem Raum vereint, was sonst erst lange erwandert werden muss: Bach, Grund, Wiesen, Felder, Aussichten, Stauseen. Und gleich am Anfang steht Schloss Nickern.

Mal geht es bis in die Muldenlandschaft bei Wurzen oder in das Erzgebirge rund um Schlettau, auch die Böhmische Schweiz wird bedacht, was Sinn macht, schließlich sind Binnengrenzen im zusammenwachsenden Europa zumindest derzeit noch absolut. Spaß pur bietet Rugiswalde, wo sich Ski-Abfahrten schon mal üben ließen, bevor es in den Winterurlaub gehe. Absolute Stille bietet hingegen der Park des schon vor Jahrhundert aufgegebenen und entsprechend heruntergekommenen Klosters Altzella.

Die Überschriften sind oft ein Gedicht! Ob Klose nun im Fall der Moritzburger Kleinkuppenlandschaft „Kleine Kuppen, große Wirkung“ schreibt oder sich zur Formulierung „Burkhardswalde hat die Kirche schön“ hinreißen lässt – da blitzt auf, dass da eine sich auf das Spiel mit der Sprache versteht.

Gut, manchmal wird es großspurig, etwa wenn Klose das „Dach der Welt“ nicht im Himalaya verortet, sondern zwischen Zinnwald und Mückentürmchen. Neben vielen detailreichen Fotos gibt es knappe Informationen zu Kunst und Kultur, Geschichte und Architektur, aber auch zu Strecke, Dauer oder bester Reisezeit. Auch der eine oder andere Einkehrtipp fällt ab. Übersichtskarten, besondere Empfehlungen und Links zu aktuellen Informationen sind weitere sinnvolle Ergänzungen. Selten mal, dass es etwas zu monieren gibt, etwa wenn da von der Herrnhuter Brüdergemeinde die Rede ist. Es müsste nun mal Brüdergemeine heißen. Aber das ist eine Petitesse, die den positiven Gesamteindruck nicht trüben kann.

Sirii Klose: 52 kleine & große Eskapaden in und um Dresden. Dumont Verlag, 232 Seiten, 14,99 Euro

Von Christian Ruf

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