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Lokales 50 Jahre Fleischerei Creutz in der Dresdner Neustadt
Dresden Lokales 50 Jahre Fleischerei Creutz in der Dresdner Neustadt
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11:07 20.10.2016
Heute wie damals zum Start vor 50 Jahren lebt die Fleischerei Creutz auf der Louisenstraße in der Dresdner Neustadt von ihrer Stammkundschaft und eigenen Kreationen.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Die Fleischerei Creutz auf der Louisenstraße gibt es seit 50 Jahren – eine der wenigen Konstanten inmitten der häufig wechselnden kleinen Lädchen im Gewirr des Szeneviertels Äußere Neustadt. Das halbe Jahrhundert feiert das Familienunternehmen in dieser Woche mit Rabatten und einer großen Geburtstagsgrillfete am Sonnabend (22. Oktober) im Hof.

1966 hatte Fleischermeister Siegfried Creutz nach einem eigenen Geschäft Ausschau gehalten, erst in Ottendorf, dann in Dresden. Fündig wurde er in der Louisenstraße. Im Haus Nummer 25 gab gerade Fleischer Hörnig aus Altersgründen auf. Siegfried und seine Frau Irene erwarben den Laden samt Kundschaft, krempelten die Ärmel hoch und starteten in die Selbstständigkeit. „Nebenbei“ zogen sie zwei Kinder groß und modernisierten peu a peu ihr Geschäft.

Als ihr Ladennachbar, der Friseurmeister Günther Dreißig, 1985 keinen Bock mehr hatte auf DDR und in den Westen ging, übernahmen sie die Räume, vergrößerten die Fleischerei und installierten mit einer so genannten Rohrbahn modernste Anliefertechnik für die wöchentlich rund 50 Schweinehälften und einige gefrorene Rinderviertel, die sie selber verarbeiteten. Das Fleisch wurde bis in die späten 1980er Jahre der DDR je nach Kundenzahl zugeteilt, frisches Rind oder gar Lamm waren damals ebenso exotisch wie Avocado oder Maracuja. Doch das tat der Freude am Schnittchenservice der Familie Creutz keinen Abbruch: Viele Jahre lieferten sie jeden Abend an die Neustädter Feuerwache Dutzende Teller mit belegten Broten, um die Brandschützer bei Kräften zu halten.

Nach der Wende wuchs das Geschäft mit den Möglichkeiten. Zur Stammkundschaft kam zunehmend Laufkundschaft. Für ein breiteres Sortiment mussten die Unternehmer neue Lieferkanäle aufbauen, schließlich wollte man mit dem Westen mithalten. Auch deshalb investierte Familie Creutz nochmal in den Laden – in neue Kacheln, neue Lampen, neue Waagen. Und als sich die Gelegenheit bot, vergrößerten sie ihre Firma. Heute gibt es neben dem Hauptstandort Louisenstraße noch eine Filiale in der Leipziger Straße in Dresden und zwei Filialen in Ottendorf-Okrilla. Das ernährt insgesamt 24 Angestellte.

Sven Creutz, der heute seinen 46. Geburtstag feiert, wollte schon als Kind Fleischer werden. Folgerichtig machte er 1992 seinen Meister und übernahm das Geschäft 2007 von seinem Vater (der 2014 starb). Heute stellt Svens Firma täglich rund 200 Kilogramm Wurst her – „99 Prozent machen wir selber“, sagt er. Seine Fleisch- und Wurstwaren gehen nicht nur in die eigenen Theken. Im Sommer beliefert er sowohl Neustädter Biergärten wie auch die Filmnächte am Elbufer, von Freitag an die Winter-Hütt’n – 500 Meter die Louisenstraße hoch.

Dass er als lokaler Bratwurstkönig gilt, quittiert Sven mit einem breiten Grinsen. „Wir erfinden jedes Jahr drei neue Bratwürste“, sagt er. Inzwischen sind es mehr als zehn verschiedene Sorten – von der Hirten- bis zur Preißelbeer-Bratwurst. Svens 2015 unternommenen Vorstoß in die vegane Abteilung haben die Kunden nicht honoriert. Auch nicht schlimm. Bleibt er eben bei dem was er am besten kann: Wurst.

http://fleischerei-creutz.de/

Von Barbara Stock

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