Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 400 Menschen harrten in der Dresdner Notunterkunft aus
Dresden Lokales 400 Menschen harrten in der Dresdner Notunterkunft aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 24.05.2018
Etwa 400 Personen wurden am Donnerstag in der Notunterkunft betreut. Quelle: dpa
Dresden

Die Rettungskräfte verteilen Frühstück oder helfen Älteren bei der Tabletteneinnahme: Nach der missglückten Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Dresden harren am Donnerstag rund 400 Menschen den zweiten Tag in einer Notunterunterkunft auf der Messe aus. Darunter sind über 100 Senioren, die nach dem Fund des Blindgängers am Dienstag ihre Pflegeeinrichtungen verlassen mussten. Die Stimmung sei „durchwachsen“, sagt Carsten Löwe vom Brand- und Katastrophenschutzamt Dresden. Es gebe viele ältere Menschen in der Notunterkunft. „Für die ist es eine erhebliche Belastung.“

Nach der missglückten Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Dresden harren am Donnerstag rund 400 Menschen den zweiten Tag in einer Notunterunterkunft auf der Messe aus.

Die Rettungskräfte und das Pflegepersonal geben ihr Bestes, die Situation so erträglich wie möglich zu machen. „Ich erlebe das Pflegepersonal als sehr motiviert und aufgeräumt“, sagt Notarzt Ralph Kipke. Die medizinische Versorgung laufe reibungslos. Die Bedingungen seien schwierig - die Senioren schlafen in der Notunterkunft auf Feldbetten.

Nicht alle hätten ihre Medikamentenliste dabei. Mittlerweile seien einige auch ungeduldig und wollten nach Hause zurück. Sollte das aber nicht so schnell klappen, sind die Helfer gerüstet. „Wir bereiten uns darauf vor, dass wir zur Not auch noch einen weiteren Tag hier bleiben können“, sagt Kipke.

Der 91 Jahre alte Manfred Leuteritz gehört zu den Bewohnern des Altenheims, die ihre Zimmer verlassen mussten. Er ist seit Mittwoch in der Notunterkunft. „Ich habe die Nacht sehr gut überstanden“, sagt er am Donnerstag. Die Betreuung sei hervorragend gewesen. So habe er in der Nacht mehrmals Hilfe gebraucht, und es sei immer jemand ansprechbar gewesen. Das Pflegepersonal gebe sich eine „riesengroße“ Mühe. Sie müssten sich alle in Geduld üben, so schnell gehe es mit der Entschärfung vermutlich einfach nicht voran. Aber es hofften natürlich alle, dass es bald vorbei sei.

Derweil versuchen die Helfer, den Menschen die Zeit zu vertreiben. Leuteritz sitzt mit anderen Senioren in einem Stuhlkreis, und ihnen werden Geschichten vorgelesen. Andere machen Gymnastik unter Anleitung. Viele lesen auch Zeitung.

Nach dem Fund der Fliegerbombe mussten am Mittwoch rund 9000 Menschen ihre Häuser verlassen. Am Mittwoch gelang es zunächst nicht, die Bombe zu entschärfen. Am Abend explodierte sie zum Teil. Am Donnerstag soll nun zunächst ein spezieller Löschroboter den Blindgänger abkühlen. Danach soll ein gepanzerter Bagger den Sprengkörper freilegen.

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die ehemalige Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth hat mit einem Tweet zur Bombenentschärfung in Dresden teils scharfe Reaktionen ausgelöst.

24.05.2018

Nach dem Bombenfund in Löbtau haben sich die Dresdner solidarisch mit den von der Evakuierung Betroffenen gezeigt.

24.05.2018
Lokales Folgen durch Fliegerbombe - Bombenfund legt Abfall-Entsorger lahm

Die Betriebsstätte von Veolia liegt mitten im Evakuierungsgebiet. Das Unternehmen kann deshalb in Dresden keine Papiercontainer mehr leeren. Auch viele Gewerbekunden sind betroffen.

24.05.2018