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Lokales 40-Jährige wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei vor Gericht
Dresden Lokales 40-Jährige wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei vor Gericht
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11:10 10.04.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Wegen gewerbsmäßiger Bandenhehlerei steht seit Montag die Tschechin Lenka H. vor dem Dresdner Landgericht. Die 40-Jährige soll gemeinsam mit ihrem Mann Jan H. Mitglied einer international operierenden Bande gewesen sein, die sich auf den Diebstahl und die „Weiterverarbeitung“ von Skodas, VW und Seat spezialisiert hat.

Die Bande war straff organisiert: Ein Teil der Truppe klaute die Autos, zum größten Teil in Dresden, aber auch in Leipzig oder Chemnitz, und brachte sie nach Tschechien. Lenka und ihr Mann erwarben die gestohlenen Fahrzeuge für sehr wenig Geld, ließen sie zerlegen und verkauften die Einzelteile weiter. Dafür hatte sich das Ehepaar extra ein 42 000 Quadratmeter großes Grundstück mit einer „Werkstatt“ in einem abgelegenen Gebiet bei Ústí nad Labem angeschafft.

Es war ein lukratives Geschäft für das Ehepaar H. Die Bande hatte geklotzt und nicht gekleckert und soll Wagen für insgesamt rund 720 000 Euro geklaut und zerlegt haben. Zweieinhalb Stunden brauchte Staatsanwalt Marcus Leder um die Anklage zu verlesen. Konkret ging es um 78 PKW-Diebstähle – die meisten zwischen März 2011 und März 2014.

Im April 2014 wurde die Bande hochgenommen. Die Beamten brauchten Tage, um alles zu sichern. Sie durchsuchten Werkstätten, Garagen, Wohnungen und fanden zahlreiche Fahrzeugteile – Airbags, Türen, Autoradios, Sitze und ähnliches –, die den gestohlenen Wagen zugeordnet werden konnten. Die „Werkstatt“ und das Wohnhaus des Ehepaars waren eine reine Fundgrube.

Jan H. wurde 2015 vom Dresdner Landgericht zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Vermutlich, so die Staatsanwaltschaft, hat Lenka H. die Geschäfte weitergeführt und Außenstände eingetrieben. Die Angeklagte und ihr Verteidiger kündigten für den nächsten Verhandlungstag eine Erklärung an. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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