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39.000 Ausländer leben in Dresden – Stadt will Integration beschleunigen

Neues Thesenpapier 39.000 Ausländer leben in Dresden – Stadt will Integration beschleunigen

In Dresden leben aktuell rund 39.000 Ausländer. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt mit. Im August waren es exakt 39.013 Menschen ohne deutschen Pass. Flüchtlinge machen davon nur ein Fünftel aus. Ihre Zahl liegt laut Stadtverwaltung bei rund 8500. Ein Lenkungsausschuss soll dafür sorgen, dass diese Menschen schnellstmöglich integriert werden.

In Dresden leben aktuell rund 39.000 Ausländer.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. In Dresden leben aktuell rund 39.000 Ausländer. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt mit. Im August waren es exakt 39.013 Menschen ohne deutschen Pass. Das sind etwa sieben Prozent der Stadtbevölkerung. Flüchtlinge machen davon nur ein Fünftel aus. Ihre Zahl liegt laut Stadtverwaltung bei rund 8500.

Ein Lenkungsausschuss soll dafür sorgen, dass diese Menschen schnellstmöglich integriert werden. „Dresden handelt. Die Dresdnerinnen und Dresdner handeln. Genau dieses besondere Engagement vieler Menschen, die ehrenamtlich mit anpacken, wird gebraucht, schafft Gemeinsamkeiten, Verständnis und Perspektiven“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Aber nicht alle Herausforderungen aus Zuwanderung, Flucht und Asyl können die Bürger und die Verwaltung auf kommunaler Ebene lösen. Deshalb hat der Lenkungsausschuss im Thesenpapier die Ansätze zusammengefasst und zeigt damit einen Weg, den Prozess zu verbessern. Damit sollen sich Integrationschancen, vor allem für bleibeberechtigte Geflüchtete verbessern. Das ist unser Ziel.“

Sechs Thesen hat der Lenkungsausschuss nun formuliert, an Hand derer die Integrationsarbeit in Dresden weiter verbessert werden soll. Darin geht es unter anderem um frühestmögliche Beratung und Begleitung der hier ankommenden Menschen oder möglichst individuelle Integrationskurse. Nicht alles ist jedoch von der Kommune zu beeinflussen. So fordert der Ausschuss auch schnellere Asylverfahren und betont die Wichtigkeit von Arbeit und Ausbildung.

Thesenpapier des Lenkungsausschusses Integration

These 1: Eine gelingende Integration in Arbeit und Ausbildung und somit in die Gesellschaft braucht Wissen, Motivation und die positive Erfahrung für den Einzelnen.

Lösungsansatz: Die Struktur der Flüchtlingssozialarbeit (MBE, JMD, kommunale FSA) darf nicht vom Aufenthaltstitel abhängig gemacht werden, sondern von der Beratungsnotwendigkeit im Lebenskontext. Der fachliche Dialog und die verbindliche Kooperation zwischen haupt- und ehrenamtlichen Akteuren sind als Grundlage für die gemeinsame Zielerreichung und für realistische Erwartungen unverzichtbar. Lebensrealitäten statt Quotenvorgaben für die Betreuung und Beratung.

These 2: Es besteht ein Qualitätsproblem bei Sprach-und Wissensvermittlung.

Lösungsansatz: Die Integrationskurse müssen in Zeit, Teilnehmerzahl und Vorrausetzungen des Einzelnen angepasst werden. Bei Sprachkurszuweisungen sollten Fähigkeiten und Lebensumstände berücksichtigt werden. Die Menschen mit Migrationshintergrund brauchen Angebote für lebenslanges Lernen. Das Land Sachsen muss jungen Menschen zwingend einen deutschen Schulabschluss ermöglichen, damit eine berufliche Ausbildung erfolgreich absolviert werden kann. Neue Wege für Berufsqualifikation sind nötig. Die Kursplanung braucht regionale Koordination.

These 3: Ordnungsrechtliche Aspekte des Aufenthaltsrechts können integrationspolitischen Erwartungen entgegenstehen.

Lösungsansatz: Die Asylverfahren müssen deutlich zügiger abgeschlossen werden.

These 4: Integration von Menschen braucht Menschen.

Lösungsansatz: Frühestmöglicher Beginn der Beratung, Begleitung und Förderung, unabhängig von der Bleibeperspektive. Die gesetzliche Normierung auf einen Betreuungsschlüssel von 1:150 im Integrationsbereich Ü25 aus dem Jahr 2004 muss der Lebenswirklichkeit angepasst werden. 1:120 als echte Betreuungszahl je Vermittler Ü25 und 1:75 für alle Kunden U25 und zusätzliche Mittel für Sprachmittlung und Beratung.

These 5: Das System muss die Integration des Menschen unterstützen und nicht der Mensch die Integration des Systems.

Lösungsansatz: Dresden stellt sich der Herausforderung Integration als Gesamtprozess. Die Integration in Arbeit und Ausbildung, als auch die Integration in die Gesellschaft finden lokal statt. Art und Umfang müssen in einem Landesgesetz verankert werden. Für die Erfüllung der Aufgaben müssen die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen. Der Bund muss sich aktiv an den kommunal- und landesspezifischen Handlungsansätzen beteiligen, da er ebenso für einen gelingenden Integrationsprozess mit in der Verantwortung steht. Das Land und die Kommunen benötigen hierfür entsprechende Ressourcen und Planungssicherheit.

6. Integration als gesellschaftliche Aufgabe begründet auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

Lösungsansatz: Die regionale Wirtschaftsförderung und der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters unterstützen die Arbeitgeber gemeinsam mit den Kammern bei der Besetzung von Ausbildungs-und Arbeitsplätzen.

Laut Hilbert sei Dresden auf einem guten Weg. Zwei Drittel der Menschen seien in Wohnungen statt in Massenunterkünften untergebracht, die Zahl der Arbeitsgelegenheiten wurde auf bis zu 500 aufgestockt und die Bevölkerung durch Informationsveranstaltungen, Tage der offenen Tür und Gesprächsreihen eingebunden.

Von sl

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