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Lokales 321 Lehrerstellen fehlen in Dresden
Dresden Lokales 321 Lehrerstellen fehlen in Dresden
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17:59 09.09.2015

Die DNN beantworten wichtige Fragen zum Thema.

Wie haben sich die Schüler- und Lehrerzahlen in Dresden entwickelt? Vergleicht man die Schuljahre 2011/2012 und 2012/2013 miteinander, ist die Zahl der Grundschüler um 393 auf reichlich 15100 gestiegen, die der Mittelschüler um 509 auf reichlich 8300 und die der Gymnasiasten um 625 auf über 10600. Das geht aus Zahlen hervor, die Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) im Rahmen einer Kleinen Anfrage im Landtag Eva-Maria Stange zugearbeitet hat. Analog dazu wurden 29 Grundschullehrer, 21 Mittelschullehrer und 24 Gymnasiallehrer eingestellt. "Dies ist ein Anfang, reicht aber bei weitem nicht aus, um die stark wachsenden Schülerzahlen aufzufangen", betont Stange.

Wie viele zusätzliche Lehrer werden benötigt? Aus Sicht von Eva-Maria Stange fehlen in Dresden zur Zeit 321 Lehrkräfte. "Und das allein, um den Maßstäben, die der Freistaat bei der Schüler-Lehrer-Relation ansetzt, gerecht zu werden", sagt die SPD-Politikerin. In Dresden kämen statistisch gesehen auf eine Lehrerstelle 18,6 Grundschüler, 12,9 Mittelschüler oder 13,4 Gymnasiasten.

Sachsenweit beträgt die Relation bei den Grundschulen 16,4, bei den Mittelschulen 12,5 und bei den Gymnasien 12,6. "Damit haben wir in Dresden ein deutlich schlechteres Schüler-Lehrer-Verhältnis als im landesweiten Durchschnitt", kritisiert Martin Bertram von der SPD-Stadtratsfraktion.

Welche Folgen hat das? Zum einen führt der Lehrermangel logischerweise zu überfrachteten Klassen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den ersten Klassen an Dresdner Grundschulen, deren durchschnittliche Größe in nur einem Jahr von 22,8 auf 24,2 angestiegen ist.

"Für individuelle Förderung in den Eingangsklassen bleibt immer weniger Zeit", warnt Stange. In nicht wenigen Klassen werde bereits die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze für die Klassenstärke von 28 voll ausgeschöpft. Aus Sicht von Martin Bertram, der selbst am St. Benno Gymnasium die Fächer Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde unterrichtet, sollten insbesondere an den Grundschulen nicht mehr als 20 Kinder in einer Klasse sitzen, um auch einmal Alternativen zum klassischen Frontalunterricht zu ermöglichen, etwa in Form eines offeneren "Werkstattmodells".

Zum anderen müssen Schüler und Eltern mit immer mehr Ausfallstunden leben. "Bereits jetzt können neun von 67 Grundschulen den Grundbereich an Pflichtstunden nicht vollständig abdecken, das heißt, sie erfüllen den Lehrplan nicht", kritisiert Stange. Das kann so weit gehen, dass sich ein Gymnasiast zentrale Werke deutscher Literatur wie Goethes Faust größtenteils im Selbststudium aneignen muss. Besonders schlimm ist die Situation laut einer Übersicht an der 71. Grundschule "Am Kaitzbach", an der "Robinsonschule" (Einrichtung für geistig Behinderte) und am Gymnasium Bühlau.

Gibt es denn keine Reserven, falls ein Lehrer mal krank wird? Theoretisch schon, dies deckt vor allem der so genannte Ergänzungsbereich bei den Lehrerstellen ab, der zum Beispiel auch die Integrationsförderung von (lern)behinderten Kindern möglich macht. An dieser Stelle kommt allerdings ein großes Aber:

"Bei 20 Grundschulen ist dieser Ergänzungsbereich entweder nicht vorhanden oder völlig unzureichend", sagt Stange. "Das heißt, fast jede dritte Grundschule hat faktisch keine Vertretungsreserve. Von den zwölf Förderschulen gibt es sogar nur eine Schule, die den Grundbereich gänzlich abdecken kann, bei den anderen elf liegt die Unterdeckung im Schnitt bei fünf Prozent. Hier fallen Unterrichtsstunden notgedrungen systematisch aus."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.05.2013

Christoph Stephan

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