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300 Bürger protestieren in Dresden gegen einen neuen Braunkohletagebau in der Lausitz

300 Bürger protestieren in Dresden gegen einen neuen Braunkohletagebau in der Lausitz

Etwa 300 Bürger haben am Sonnabend in Dresden gegen einen zusätzlichen Braunkohletagebau in der Lausitz demonstriert. Neben betroffenen Menschen aus der Region Schleife, die um ihre Heimat bangen, schlossen sich auch zahlreiche umweltbewegte Dresdner der Kundgebung an, um gegen die Energiepolitik der sächsischen Landesregierung zu protestieren.

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Mit zahlreichen Transparenten verdeutlichten die Demonstranten ihre Forderungen.

Quelle: Stephan Hönigschmid

„Ich nehme an der Demonstration teil, weil ich für die Zukunft meines zweijährigen Sohnes kämpfe. Er soll schließlich in einer sauberen Umwelt aufwachsen“, sagt der 35-jährige Thomas Gietzelt. Aufgrund der CO2-Emissionen und der landschaftlichen Schäden halte er Braunkohle für den falschen Weg. Er wünsche sich daher, dass noch mehr Anstrengungen in die erneuerbaren Energien gesteckt werden, so Gietzelt.

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Symbolisch begannen die Demoteilnehmer mit dem Abriss der Semperoper. Sie wollten den Dresdnern damit verdeutlichen, wie es wäre, wenn ihre Heimat verschwinden würde.

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Unmittelbar betroffen von den Auswirkungen des Braunkohletagebaus ist Katrin Muschalek aus Rohne bei Weißwasser. „Wenn der Tagebau beschlossen wird, muss unser Grundstück weichen“, sagt die 42-Jährige. Im Ort sorge das für viel Unruhe. „Es gibt Hass und Neid unter den Menschen, weil einige ihre Grundstücke möglichst teuer verkaufen wollen, während andere gern bleiben möchten, betont Muschalek.

Bereits im Juli hatte der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien grünes Licht für die geplante Erweiterung des Tagebaus Nochten gegeben. Die Verbandsversammlung stimmte damit dem Antrag des Energiekonzerns Vattenfall zu, der dort zusätzlich 300 Millionen Tonnen Braunkohle abbauen möchte. Die endgültige Entscheidung soll am 1. Oktober in Bautzen fallen.

Durch die Ausdehnung des Tagebaus müssen etwa 1500 Menschen in Trebendorf und Schleife umgesiedelt werden. Die Ortsteile Mühlrose, Rohne und Mulkwitz würden verschwinden. Von der Größe her entspricht die neu hinzukommende Abbaufläche etwa der Dresdner Altstadt.

Organisiert wurde die Demonstration von dem Aktionsbündnis „Strukturwandel jetzt- Kein Nochten II“. „Wenn sich Sachsen aus der Energiewende heraushält, werden wir ins Hintertreffen geraten. Zudem wäre der Beschluss für den erweiterten Tagebau auch deshalb Irrsinn, weil allein die derzeit erschlossene Kohle noch bis 2065 reicht“, sagt Gottfried Mann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Nach etwa zwei Stunden fand der Protestmarsch vor der Semperoper sein Ende. Um die Dresdner für das Problem zu sensibilisieren, wurde ein Theaterstück aufgeführt, in dem plötzlich im Umfeld der Semperoper Braunkohle gefunden wird. In der Folge fällt der Beschluss, dass das Wahrzeichen abgerissen werden muss. Mit Spitzhaken rückten die Schauspieler anschließend dem Bauwerk symbolisch zu Leibe.

Stephan Hönigschmid

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