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28 junge Flüchtlinge und Jugendliche aus Dresden leben unter einem Dach

Multikulti im „Kolombo“ 28 junge Flüchtlinge und Jugendliche aus Dresden leben unter einem Dach

Einen Spendenscheck über 10.000 Euro haben die vier Dresdner Rotary-Clubs am Dienstag an das Kinder- und Jugendhaus „Kolombo“ übergeben. Mit dem Geld soll ein Übersetzer finanziert werden. Im „Kolombo“ leben 28 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zusammen. Das Besondere dabei ist, dass es sich um Dresdner Jugendliche und unbegleitete junge Flüchtlinge handelt.

Franziska und Muhamad, hier mit Leiter Sandro Lange und Betreuer Matthias Jockusch (2.v.r.), backen auch mal zusammen Plätzchen.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Einen Spendenscheck über 10.000 Euro haben die vier Dresdner Rotary-Clubs am Dienstag an das Kinder- und Jugendhaus „Kolombo“ der Diakonie in Niedersedlitz übergeben. Mit dem Geld soll ein Übersetzer finanziert werden. Im „Kolombo“, muss man wissen, leben 28 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zusammen. Das Besondere dabei ist, dass es sich zu gleichen Teilen um Dresdner Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen und unbegleitete junge Flüchtlinge handelt, die aus Syrien, Afghanistan, Äthiopien und Somalia nach Deutschland gelangt sind. 10 Mädchen und 18 Jungen sind es. Sie leben in 13 Doppelbettzimmern, einem Einzelzimmer und einer Trainingswohnung, die sich auf drei Etagen verteilen. „Wir achten darauf, dass sich die Nationalitäten auf jeder Etage mischen“, berichtet Sandro Junge, der Leiter der Einrichtung. Manchmal würde sogar ein Afghane mit einem Syrer im selben Zimmer wohnen. Sind da nicht Konflikte vorprogrammiert? „Natürlich gibt es unter 28 pubertierenden Jugendlichen immer mal wieder Reibereien“, erklärt Sandro Junge. Er habe im Moment den Überblick verloren, wer gerade in wen verliebt ist, meint er schmunzelnd. Diese Streitereien aber hätten nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. „Die Jugendlichen sind uns nicht zugewiesen worden, sondern haben sich bewusst für dieses Konzept entschieden“, erläutert der Heimleiter. Einen weiteren Grund für das gute Miteinander sieht er in der intensiven Betreuung der jungen Leute. Immerhin 18 motivierte Sozialpädagogen und Erzieher kümmern sich um die 28 Jugendlichen.

Muhamad (*) jedenfalls lebt gern im „Kolombo“ (auf Esperanto: Taube). „Ganz cool“ findet er es dort. Der 16-jährige Syrer, der schon recht gut Deutsch spricht, teilt sich mit einem fast gleichaltrigen Landsmann ein Zimmer. Deutsch lernt er im Beruflichen Schulzentrum für Gastgewerbe, außerdem trainiert Muhamad zwei Mal pro Woche beim SV Eintracht Dobritz 1950 Fußball. Auch Franziska (*) fühlt sich wohl im „Kolombo“. Sie komme mit allen Kulturen klar, meint sie. „Sicher gibt es Probleme, aber das meiste klären wir mit den Betreuern“, sagt die 15-Jährige. Sie lerne jetzt gerade arabisch. „Ich kann zwar nur kleine Dinge und noch keine ganzen Sätze sagen, aber das wird schon“, meint das Mädchen. Und sie habe sich auch schon ein Gebet anschauen dürfen. „Ich find’s gut hier“, resümiert sie.

Die Rotarier Martin Gillo (2vr) und Stefan Heinemann (r) übergaben Christoph Stolte, Leiter des Diakonischen Werkes – Stadtmission Dresden (2v

Die Rotarier Martin Gillo (2.v.r.) und Stefan Heinemann (r.) übergaben Christoph Stolte, Leiter des Diakonischen Werkes – Stadtmission Dresden (2.v.l.), und Sandro Junge, Leiter des Hauses „Kolombo“, einen Scheck über 21 130 Euro.

Quelle: Dietrich Flechtner

Damit sich die Jugendlichen richtig gut verständigen können, finanzieren die vier Dresdner Rotary-Clubs nun einen Übersetzer. Der junge Mann aus Marokko, selbst Flüchtling, dolmetscht dreimal pro Woche nachmittags im „Kolombo“. Aus früheren Spenden der Rotarier sind bereits eine Teeküche und ein E-Piano angeschafft worden, auf dem zwei junge Syrer üben können, die das Schützkonservatorium besuchen. Immer montags findet im „Kolombo“ ein Integrationskurs statt. „Dort geht es beispielsweise um Weihnachtsbräuche, aber auch um die Kleidung im Sommer und die Rolle von Mann und Frau in Deutschland “, erklärt Sandro Junge.

Das Haus war bis zur Eröffnung des Kinder- und Jugendhauses im März ein Hotel namens „Ambiente“. Die Eigentümer hatten es altershalber verkauft. Und wie reagieren die Nachbarn auf das „Kolombo“? „Sie mögen uns nicht so sehr“, räumt Sandro Junge ein. 28 Jugendliche seien eben einfach nicht zu übersehen. Die Nachfrage nach einem Platz im „Kolombo“ indes ist groß: „Für die drei Plätze, die im Januar frei werden, haben wir schon 28 Anfragen“, sagt der Heimleiter.

(*) Name geändert

Von Katrin Richter

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