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2700 Tonnen Müll landen jährlich in Dresdens Toiletten

Stadtentwässerung macht mit neuer Kampagne mobil 2700 Tonnen Müll landen jährlich in Dresdens Toiletten

„Das Entsorgungsverhalten der Dresdner macht uns Sorgen“, sagt Stadtentwässerungs-Geschäftsführerin Gunda Röstel. Immer mehr Müll wird in den heimischen Toiletten entsorgt. Das ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch richtig teuer. Mit einer neuen Kampagne möchte die Stadtentwässerung Dresden nun gegen steigende Müllmengen im Abwasser ankämpfen.

Besonders die widerstandsfähigen Feuchttücher landen häufig im Klo und verstopfen später die Pumpen im Klärwerk.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Das Entsorgungsverhalten der Dresdner macht uns Sorgen“, sagt Stadtentwässerungs-Geschäftsführerin Gunda Röstel. Immer mehr Müll wird in den heimischen Toiletten entsorgt. Das ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch richtig teuer. Mit einer neuen Kampagne möchte die Stadtentwässerung Dresden nun gegen steigende Müllmengen im Abwasser ankämpfen.

Abfälle wie Windeln, Damenbinden, Essensreste oder Watte gehören in den Restmüll. Vielen ist es allerdings zur Gewohnheit geworden, solchen Unrat in der Toilette oder im Ausfluss zu entsorgen. Seit Jahren beobachtet die Stadtentwässerung (SEDD) auf der Kläranlage in Dresden-Kaditz steigende Mengen an Rechengut, sprich: grobe Stoffe, die mit einem Rechen oder Sieb aus dem Abwasser geholt werden. Rund 7000 Kilogram Müll wird täglich aus dem Dresdner Abwasser gezogen. Waren es im Jahr 2010 noch insgesamt 1800 Tonnen Abfall, zog das Klärwerk im Jahr 2016 bereits 2700 Tonnen Müll aus dem Abwasser. „Hauptsächlich verursacht durch die falsche Entsorgung von Feuchttüchern“, sagt Gunda Röstel.

Das übliche Rechengut sei kein Problem für die Anlage, doch die reißfesten Feuchttücher verstopfen Kanalrohre und können Betriebsstörungen in den Pumpenwerken und bei der Abwasserreinigung verursachen. Denn: Im Gegensatz zu herkömmlichen Papieren, die im Wasser schnell zerfallen, behalten Feuchttücher, die aus langfaserigem Zellstoff bestehen, ihre Struktur lange Zeit bei. Feuchtes Toilettenpapier gehört übrigens nicht dazu, dieses zersetzt sich zum Großteil selbst. Die widerstandsfähigen Tücher verwickeln sich zu langen Zöpfen und verursachen einen Rückstau im Kanalnetz. „Etwa zwei Mal in der Woche verstopfen dadurch die Pumpen“, sagt Röstel. „Besonders schwer haben es dann die Instandhalter, die die Schäden wieder bereinigen müssen.“ Und teuer ist es. Etwa 100 000 Euro muss die Stadtentwässerung jährlich für solche Reparaturen investieren. Ebenso problematisch verhält es sich mit Rückständen von Medikamenten im Abwasser. „Mehr als 150 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe sind in deutschen Gewässern nachweisbar“, so Röstel. Ein Teil der Wirkstoffe wird mit dem Abwasserstrom auf der Kläranlage behandelt, doch nicht alle Reststoffe werden dabei beseitigt oder aufgelöst und gelangen schließlich in die Oberflächengewässer – also auch in die Elbe. Immer teurere technische Verfahren sind nötig, um das Abwasser in den Kläranlagen so zu reinigen, dass es in die Flüsse entlassen werden kann. Denn aus diesen wird auch wieder neues Trinkwasser gewonnen. Kostspielig wird es zudem, wenn Essensreste in die Toilette geworfen werden, die die Ratten anlocken. Rund 60 000 Euro gibt die SEDD jährlich für Rattenbekämpfung aus sowie gut 200 000 Euro für die chemische Entfernung von abgelagerten Speisefetten.

In den kommenden drei Jahren sollen unter dem Motto „Kein Müll ins Klo“ verschiedene Maßnahmen entwickelt werden. Ziel der neuen Kampagne ist es, dass die Dresdner über ihr Entsorgungsverhalten nachdenken. Zum Auftakt arbeitet die Stadtentwässerung mit verschiedenen – bewusst provokanten und direkten – Sprüchen. Gleichzeitig lädt sie zum Reimwettbewerb „Reimscheißer“ über die sozialen Netzwerke ein. Wöchentlich werden die kreativsten Sprüche oder Bilder prämiert. Zum Weltwassertag am 22. März wird der Hauptpreisträger gekürt.

Für die Stadtentwässerung bleibt nun abzuwarten, wie die Kampagne angenommen wird. „Es wäre schon viel erreicht, wenn die Menge an Rechengut, die täglich aus dem Abwasser entfernt wird, in den nächsten drei Jahren stagniert“, so Ralf Strothteicher, Technischer Leiter bei der Stadtentwässerung.

www.kein-muell-ins-klo.de

Von Juliane Weigt

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