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Lokales 26-Jähriger schießt Polizistin mit Kokosnuss k.o. und wird verurteilt
Dresden Lokales 26-Jähriger schießt Polizistin mit Kokosnuss k.o. und wird verurteilt
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07:46 29.11.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

„Dumm gelaufen“, könnte man das nennen, was am 20. August 2017 auf dem Theaterplatz passierte und jetzt im Amtsgericht ein Nachspiel hatte. Das Dresdner Stadtfest war zu Ende, ein Zug Bereitschaftspolizisten sicherte noch ein Konzert vor der Semperoper, viele Festbesucher waren auf dem Heimweg. So auch der 26-jährige Marokkaner Mimoun K. Auf dem Theaterplatz liegt eine Kokosnuss – ein Teil von ihr abgeschlagen, so dass man mit einem Strohhalm die Milch daraus trinken kann. Der junge Mann, nicht ganz nüchtern, kann der Versuchung nicht widerstehen, versucht sich als Fußballer und kickt die Nuss weg.

Das Kind im Manne eben – liegt irgendwo etwas Rundes auf dem Boden, egal ob ein Ball, eine angenagte Kokosnuss oder eine leere Bierdose, muss dagegen getreten werden. Allerdings ist der Angeklagte kein Fußballtalent, eher ein „Ronaldo für Arme“ und bolzt die Nuss genau in die Gruppe der Polizisten.

Einer der Beamten sieht das Geschoss und kann sich wegducken, eine junge Beamtin, die mit dem Rücken zu dem Ballkünstler steht, trifft die Nuss am Hinterkopf. Sie geht bewusstlos zu Boden und erleidet eine Schädelprellung. Einige ihrer Kollegen tragen sie weg, andere kümmern sich um den Angeklagten.

„Er stand wie erschrocken da“, erinnerte sich am Mittwoch ein Polizist. Erst als die Beamten seine Personalien feststellen und den jungen Mann mit zum Auto nehmen wollten, kam Bewegung in Mimoun K. Er wehrte sich vehement, versuchte, sich der Kontrolle zu entziehen und aus der logischerweise dadurch immer enger werdenden Umklammerung zu lösen. Eine prima Rangelei. Getreten, geschlagen, gespuckt – wie es sonst ja leider oft üblich ist – habe er nicht, sagten aber alle Zeugen unisono.

„Es war ein Missverständnis“, erklärte der Angeklagte. „Ich dachte, es ist ein Ball, ich wollte niemanden treffen oder gar verletzen.“ Er habe Panik bekommen, als dann plötzlich die Polizisten auf ihn zugekommen seien. Logisch, dass die nicht erfreut waren, schließlich lag eine ihrer Kolleginnen bewusstlos am Boden. Sie wollten klären, ob sie absichtlich attackiert worden war. Mit einem solchen Geschoss in eine Gruppe Polizeibeamter zu schießen, ist schon dreist, andererseits ist der Angeklagte kein Schläger und er blieb stehen und türmte nicht. Hätte er zügig seinen Ausweis gezeigt und alles erklärt, wäre es vielleicht nicht zu einer Verhandlung gekommen.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wurde der Marokkaner zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 35 Euro verurteilt. Eine Menge Geld für den jungen Mann, der erst einen Tag vor der Verhandlung Papa geworden ist. Er sollte nie versuchen, seinem Sohn Fußballspielen beizubringen.

Von Monika Löffler

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