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Lokales 25. Verkaufsjubiläum in Dresden und 12 Jahre Uhrenproduktion in Glashütte
Dresden Lokales 25. Verkaufsjubiläum in Dresden und 12 Jahre Uhrenproduktion in Glashütte
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15:16 29.01.2018
Die hanseatische Unternehmensinhaberin Kim-Eva Wempe hat zum 25. Jubiläum die Niederlassung in Dresden besucht. Quelle: Anja Schneider
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Dresden/Glashütte

„International“, antwortet Kim-Eva Wempe, Inhaberin des Juwelier-Unternehmens Wempe, auf die Frage nach dem Schmuckgeschmack der Dresdner. „Grün spielt auf jeden Fall eine Rolle“, ergänzt der Geschäftsführer der Niederlassung auf dem Neumarkt Ralf Pfeiffer. Vielleicht liegt das an der bekannten Hutagraffe mit dem „Dresdner Grünen“, einem fein geschliffenem grünen Diamanten, der im Grünen Gewölbe präsentiert wird.

Seit 1993 hat das Familienunternehmen aus Norddeutschland, das Kim-Eva Wempe in vierter Generation führt, eine Niederlassung in der Landeshauptstadt, die aktuell das 25. Jubiläum feiert. Nach der Wiedervereinigung wollte das hanseatische Unternehmen schnell Niederlassungen in Ostdeutschland eröffnen. „Wir wollten, wie in Leipzig, direkt nach der Wende in Dresden eröffnen“, aber der Mietvertrag hat auf sich warten lassen“, erklärt die 56-Jährige. Die Neueröffnungen waren ein Risiko. „Wir wussten nicht, ob Geld da ist“, sagt Wempe. „Doch wir wollten kein Geschäft zweiter Klasse eröffnen, sondern sind mit dem gleichen Sortiment nach Dresden gegangen, das es auch in unseren anderen Niederlassungen gibt“. Mit Erfolg. 15 Jahre war das Juwelier- und Uhrengeschäft auf der Seestraße. Damals habe es keine Alternative gegeben, denn der Neumarkt sei vor 25 Jahren nichts als „Rest und Ruinen“, gewesen, erzählt Wempe. Zehn Mitarbeiter verkaufen nun seit zehn Jahren am Neumarkt Schmuck und Uhren verschiedener Marken sowie eigenen Kollektionen. „60 Prozent der Kunden kommen aus Dresden oder der Region“, erklärt der Geschäftsführer.

„Pegida ist nicht sehr symphatisch“

„Pegida ist nicht sehr sympathisch für Dresden“, erklärt Wempe. Auch in der Unternehmenszentrale in Hamburg habe man das Geschehen verfolgt. „Aber einen Einfluss auf unser Geschäft haben wir nicht gemerkt“, berichtet Pfeiffer.

Wempe führt das Unternehmen in vierter Generation. 2003 übernahm sie die Geschäftsleitung von ihrem Vater. Die hanseatische Unternehmerfamilie war schon früh mit Glashütte verbunden. Kim-Eva Wempes Großvater Herbert Wempe fertigte mit den Hamburger Chronometerwerken hochpräzise Chronometer für die Schifffahrt. In den 1930er Jahren gründete er zusammen mit dem Enkel des Glashütter Uhrmacherpioniers Otto Lange die Arbeitsgemeinschaft „Sternwarte Glashütte“. Die 1910 in Betrieb genommene Sternwarte sollte nicht nur ein äußerst genaues Zeitsignal für die ansässigen Uhrmacher bieten, sondern auch Lehr- und Forschungsstandort sein. Durch Krieg und anschließende Verstaatlichung wurden diese Pläne vernachlässigt. Walter Lange, Neffe von Otto Lange gelang es mit verschiedenen Hilfen 1994 ein neues Uhrenmodell aus Glashütte vorzustellen. die „Lange 1“ von „A. Lange und Söhne“.

Jährlich produziert Wempe in Glashütte rund 4 000 Uhren

Für Wempe war Glashütte der einzige Ort, der in Frage kam, um 2006 die eigene Uhrenfertigung zu beginnen. Das Unternehmen restaurierte die Sternwarte und schaffte die erste deutsche Chronometerprüfstelle für Uhren nach deutscher DIN Norm. „Zwischen 3 500 und 4 000 Uhren fertigen unserer Uhrmacher momentan in Glashütte pro Jahr“, erklärt die Wempe-Inhaberin. 30 Mitarbeiter arbeiten in der Fertigung, zusätzlich sind 16 Auszubildende mit Ausbilder und 18 Mitarbeiter in der Servicewerkstatt beschäftigt. Kim-Eva Wempe war es, die aus dem Händlerunternehmen auch eine Manufaktur machte. Seit 2 000 fertigt Wempe unter der Leitung der Kreativdirektorin Catherine Plouchard in einem süddeutschen Atelier Schmuck. „Ich habe einfach nichts passendes mehr gefunden, also beschloss ich mit einem Designteam die Schmuckkollektion By Kim herauszubringen“, erklärt Wempe. Man werde sehr „picky“ in meinem Beruf“, lacht Wempe. Schuhverschluss, Gürtelschnalle, Blusenknopf und Schmuck müssen perfekt passen.

„Man darf keine Obermutter sein“

Auch wenn sie ein Händchen für die Schmuckauswahl hat, bei der Aufgabe einer Schaufensterdekoration einer Wempe-Niederlassung ist sie in jungen Jahren gescheitert. „Ich bin eher die Frau für das Unternehmertum. Ich hatte den Mut für das Schmuck-Atelier und traue mich auch einmal Nein zu sagen“, erklärt Wempe. Das schafft sie auch als zweifache Mutter. „Man darf keine Obermutter sein“, lautet ihr Rezept für die Vereinbarkeit von Job und Familie. Und der Nachwuchs hilft ihr, wenn es um das Geschäft geht. Als Apple die erste Smartwatch herausbrachte, legte sie an einem Freitag vor fünf Jahren ein Exemplar auf den Küchentisch. „Mal sehen was passiert“, erinnert sie sich. Es passierte: Nichts. Ihre beiden Kinder, heute 19 und 21 Jahre alt, rührten die Uhr das ganze Wochenende nicht an. „Ich telefoniere doch nicht mit meiner Uhr“, kommentierte der Sohn. Bis heute finden sich in keiner Wempe-Niederlassung Smartwatches.

„Das Geschäft läuft gut“, erklärt der Niederlassungsleiter in Dresden. Demnächst soll mit „Hublot“ eine weitere Marke ins Sortiment aufgenommen werden. Nur für den Neumarkt, da wünschen sich beide noch etwas mehr Grün.

Von Tomke Giedigkeit

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