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Lokales 25-Jähriger wegen Betruges zu dreieinhalb Jahren verurteilt
Dresden Lokales 25-Jähriger wegen Betruges zu dreieinhalb Jahren verurteilt
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16:37 16.02.2018
25-Jähriger wegen Betruges zu dreieinhalb Jahren verurteilt Quelle: dpa
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Dresden

„Ich wollte mir etwas Gutes tun und mich glücklich machen. Ich wollte zeigen, ich bin auch etwas wer“, erklärte Kevin L. im Amtsgericht. Da stellt man sich die Frage, wieso man „wer“ ist, wenn man ein paar Monate auf den Pudding haut und sich benimmt wie „Graf Koks“, um dann für Jahre im Knast zu verschwinden. Wegen seines Lebensmottos – mehr Schein als Sein – stand er wegen Betruges in 25 Fällen vor Gericht.

Der Angeklagte hatte im Herbst 2016 eine neue Wohnung bezogen und wollte es sich schön machen. Da hatte er so seine eigenen Vorstellungen und Träume, nur konnte er sich sein „la dolce Vita“ nicht leisten – das Konto war leer, er hatte zwei Ausbildungen abgebrochen, lebte vom Amt und mit dem Geld kann man keine großen Sprünge machen. „Sein angestrebter Lebensstil entsprach in keinem Fall seinem Einkommen“ sagte die ermittelnde eine Polizeibeamtin.

Das war auch Kevin L. aufgegangen und so verlegte er sich aufs Betrügen und bestellte online was das Zeug hielt – vom Kabelanschluss, digitalen Videorekordern und entsprechendem Zubehör für gutes Fernsehen, über Kleidung, Bettwäsche bis zu Parfüm und Lebensmitteln. Da wurde geklotzt und nicht gekleckert – das Beste war gerade gut genug. So orderte er teure Designermöbel für rund 30 000 Euro. Den Verkäufern kam die Sache am Ende spanisch vor, sie lieferten nicht. Ansonsten hatte man es ihm bei seinen Bestellungen mitunter sehr einfach gemacht. Besonders perfide, er gab die Namen von Familienmitgliedern oder einem Freund – einem schwerbehinderten älteren Mann, von dem er sich auch noch Bargeld ergaunerte – an. Die mussten sich dann zunächst mit den Mahnungen herumschlagen.

Kevin L. räumte die Vorwürfe zwar ein, nur waren seine Erklärungen dafür kaum nachzuvollziehen – auf der einen Seite grenzenlos naiv, auf der anderen ziemlich gerissen. Schuld seien seine schlimme Kindheit und Probleme mit dem Stiefvater gewesen. „Ich habe nie etwas gehabt“, erklärte er. Das war sicher nicht schön, ist aber keine Entschuldigung für seine Taten. Und er Wiederholungstäter und sitzt derzeit eine Haftstrafe in ähnlicher Sache ab. Gestern wurde er zu dreieinhalb Jahren verurteilt – und das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Es gibt noch eine Anklage aus Bad Homburg und auch die Dresdner Kripo ermittelt in weiteren Fällen.

Von Monika Löffler

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