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24-Jähriger steht nach Schlägen und Morddrohung vor Gericht

Frau und Umfeld terrorisiert 24-Jähriger steht nach Schlägen und Morddrohung vor Gericht

„Seine Leute sagen, ich sei Schuld, dass er im Gefängnis sitzt und ich soll sehen, dass er frei kommt, sonst würden sie mich zur Rechenschaft ziehen“, sagte eine junge Frau im Amtsgericht. Der Vorwurf der Familie stimmt allerdings nicht, denn der 24-Jährige hat sich seinen Aufenthalt in der Untersuchungshaft ohne Zutun anderer „erarbeitet“.


Quelle: dpa

Dresden. „Seine Leute sagen, ich sei Schuld, dass er im Gefängnis sitzt und ich soll sehen, dass er frei kommt, sonst würden sie mich zur Rechenschaft ziehen“, sagte eine junge Frau im Amtsgericht. „Seine Leute“ sind Mutter und Brüder des Angeklagten Musa U. Der Vorwurf der Familie stimmt allerdings nicht, denn der 24-Jährige hat sich seinen Aufenthalt in der Untersuchungshaft ohne Zutun seiner Frau „erarbeitet“, sie war nur eines seiner Opfer. Wegen Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung muss sich der gebürtige Tschetschene derzeit vor dem Amtsgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm Laden- und Fahrraddiebstähle vor. Zudem soll er eine Wohnungstür demoliert, einen Nachbarn seines Freundes beklaut und den Mann noch brutal zusammengeschlagen und getreten haben. Einem alten Herr, der sich in der Straßenbahn über das unverschämte Verhalten des Angeklagten beschwerte, soll der 24-Jährige ebenfalls eine Tracht Prügel verpasst haben. „Ich kann mich nicht erinnern, ich war betrunken und hatte Crystal genommen“, erklärte der Angeklagte. Allerdings weiß Musa U. genau, dass alles ganz anders war.

Hauptopfer war seine Frau, die von ihm ständig drangsaliert worden sein soll. Die junge Frau, die unter seinen Wutausbrüchen und seinem Drogenkonsum litt, hatte erwirkt, dass er sich ihr und den gemeinsamen vier Kindern nicht nähern darf und wollte sich von ihm trennen, was der Angeklagte nicht akzeptiert. „Sie ist meine Frau, das gehört sich nicht, das macht man in Tschetschenien nicht“, erklärte er. Ein paar Schläge sind aber wohl in Ordnung. Er verschaffte sich Zugang zu ihrer Wohnung, beklaute, verfolgte, beleidigte, bedrohte und verprügelte sie – auf offener Straße, in der Bahn oder im Sozialamt, dort soll er sie sogar mit einem Jagdmesser bedroht haben. Als sie dem alten Herrn, den er an der Bahn zusammengeschlagen hatte, aufhalf, drohte er ihr, sie umzubringen, da sie einen anderen Mann angefasst habe. „Das ist keine starke Bedrohung bei uns, wenn man sagt: ,Ich bring dich um’.“

Die junge Frau hatte große Angst vor der Verhandlung, musste aber aussagen. Da sie und der Angeklagte in Tschetschenien nur von einem Iman, aber nicht vom Standesamt getraut wurden, gilt dies in Deutschland nicht als Ehe, sie konnte also ihre Aussage nicht verweigern. Sie hielt sich tapfer und widersprach auch seinen vorher erzählten Märchen. Sie leide an epileptischen Anfällen, die immer auftreten, wenn sie Stress hat, dann falle sie einfach um, erzählte sie am Ende, stand auf, verließ den Saal und brach vor der Tür zusammen. Rettungskräfte versorgten sie und brachten sie ins Krankenhaus. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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