Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales 24-Jähriger steht nach Schlägen und Morddrohung vor Gericht
Dresden Lokales 24-Jähriger steht nach Schlägen und Morddrohung vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 15.08.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

„Seine Leute sagen, ich sei Schuld, dass er im Gefängnis sitzt und ich soll sehen, dass er frei kommt, sonst würden sie mich zur Rechenschaft ziehen“, sagte eine junge Frau im Amtsgericht. „Seine Leute“ sind Mutter und Brüder des Angeklagten Musa U. Der Vorwurf der Familie stimmt allerdings nicht, denn der 24-Jährige hat sich seinen Aufenthalt in der Untersuchungshaft ohne Zutun seiner Frau „erarbeitet“, sie war nur eines seiner Opfer. Wegen Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung muss sich der gebürtige Tschetschene derzeit vor dem Amtsgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm Laden- und Fahrraddiebstähle vor. Zudem soll er eine Wohnungstür demoliert, einen Nachbarn seines Freundes beklaut und den Mann noch brutal zusammengeschlagen und getreten haben. Einem alten Herr, der sich in der Straßenbahn über das unverschämte Verhalten des Angeklagten beschwerte, soll der 24-Jährige ebenfalls eine Tracht Prügel verpasst haben. „Ich kann mich nicht erinnern, ich war betrunken und hatte Crystal genommen“, erklärte der Angeklagte. Allerdings weiß Musa U. genau, dass alles ganz anders war.

Hauptopfer war seine Frau, die von ihm ständig drangsaliert worden sein soll. Die junge Frau, die unter seinen Wutausbrüchen und seinem Drogenkonsum litt, hatte erwirkt, dass er sich ihr und den gemeinsamen vier Kindern nicht nähern darf und wollte sich von ihm trennen, was der Angeklagte nicht akzeptiert. „Sie ist meine Frau, das gehört sich nicht, das macht man in Tschetschenien nicht“, erklärte er. Ein paar Schläge sind aber wohl in Ordnung. Er verschaffte sich Zugang zu ihrer Wohnung, beklaute, verfolgte, beleidigte, bedrohte und verprügelte sie – auf offener Straße, in der Bahn oder im Sozialamt, dort soll er sie sogar mit einem Jagdmesser bedroht haben. Als sie dem alten Herrn, den er an der Bahn zusammengeschlagen hatte, aufhalf, drohte er ihr, sie umzubringen, da sie einen anderen Mann angefasst habe. „Das ist keine starke Bedrohung bei uns, wenn man sagt: ,Ich bring dich um’.“

Die junge Frau hatte große Angst vor der Verhandlung, musste aber aussagen. Da sie und der Angeklagte in Tschetschenien nur von einem Iman, aber nicht vom Standesamt getraut wurden, gilt dies in Deutschland nicht als Ehe, sie konnte also ihre Aussage nicht verweigern. Sie hielt sich tapfer und widersprach auch seinen vorher erzählten Märchen. Sie leide an epileptischen Anfällen, die immer auftreten, wenn sie Stress hat, dann falle sie einfach um, erzählte sie am Ende, stand auf, verließ den Saal und brach vor der Tür zusammen. Rettungskräfte versorgten sie und brachten sie ins Krankenhaus. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Parkplätze in der Neustadt zu finden ist schwierig, die sind da Mangelware. Manche weichen daher ins Halteverbot aus. Einen 31-Jährigen störten die parkenden Autos vor der Haustür seiner Wohnung auf der Alaunstraße und so zog er los und ließ seine Wut darüber an den Wagen aus. Dafür gab es jetzt eine Strafe.

15.08.2017

Der Dresdner Verein „Mission Lifeline“ hat angekündigt, sich ab September an der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Das Schiff sei nun gekauft, teilte der Verein mit. Entgegen der ursprünglichen Pläne schicken die Dresdner aber kein neues Schiff vor die libysche Küste.

15.08.2017

Ab März 2018 soll die ehemalige Feuerwache auf der Louisenstraße saniert werden. Die Stadt will in dem denkmalgeschützten Erlweinbau einen zentralen Rettungsstützpunkt einrichten. Mehr als drei Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

15.08.2017
Anzeige